Mayralm: Wanderparadies
ROSSLEITHEN. Die Mayralm liegt an der Südostseite des Sengsengebirges im Nationalpark Kalkalpen. Sie bietet Ausblicke auf das Reichraminger Hintergebirge, das Tote Gebirge und die Haller Mauern. Vom Nationalpark Parkplatz Haslersgatter in der Gemeinde Rosenau geht man zirka eine Stunde bis zur Mayralm, die auf 1400 Meter Seehöhe liegt.

Erstmals urkundlich erwähnt ist die Alm im Jahr 1599 als Sigrisalpe oder Igersalpe (Quelle: Hans Krawarik). Als Hochalm gehörte sie lange zum Bauernhof „Mayr in Hof“ in Roßleithen, der im Jahr 1955 vom Land Oberösterreich gekauft und der Landwirtschaftskammer (Melkerschule) verpachtet wurde. Durch Grundtausch gelangte die Mayralm vom Mayrhof in das Eigentum der Österreichischen Bundesforste. Von der Familie Wieser, die die Alm gepachtet hat, werden um die 25 Stück Jungrinder aufgetrieben.
Verfallende Mauerreste
Von der ursprünglichen Mayr-almhütte zeugen nur mehr verfallende Mauerreste. Die unweit davon gelegene alte Jagdhütte erinnert an eine Jagd- und Wilde-rertragödie im Oktober des Jahres 1923. Als der Lamberg“sche Jäger Vinzenz Hobel Wilderer entdeckte, holte dieser Verstärkung. Schon beim Anpirschen wurden die Jäger mit einem Kugelhagel empfangen. Die Wilderer schossen mit eingekerbter Munition aus ehemaligen Militärgewehren und Jäger Vinzenz Hobel fand durch einen Brustschuss sofort den Tod. Wilderer Hans Sperl wurde im Schusswechsel am Oberschenkel getroffen. Von diesem wird berichtet, dass er sich wenig später durch einen Kopfschuss selbst richtete.
Kleine Niedermoore
Biologisch interessant sind die kleinen Niedermoore, die im Umfeld der Mayralm liegen. Wasserstauende Schichten ermöglichten hier die Entwicklung kleiner Versumpfungs- und Verlandungsmoore. „Der Lebensraum zwischen Heidelbeersträuchern, Fichtengruppen und offenen Wassertümpeln mit Torfmoosteppichen und Kleinseggenbeständen ist attraktiver Rückzugsort seltener Arten. Dazu zählt etwa die Kleine Moosjungfer, eine Libellenart, die ihre Eier an flutenden Torfmoosen ablegt. Auch die auffällige Gerandete Jagdspinne kommt hier vor“, berichtet Nationalpark-Biologe Erich Weigand.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden