Grippewelle trifft auf Schärding
SCHÄRDING. Kopfschmerzen, Fieber, laufende Nase und Kraftlosigkeit – über diese Symptomatik klagen derzeit auch im Bezirk Schärding viele Menschen. Doch in den meisten Fällen handelt es sich hierbei nicht um die gefährliche Influenza, sondern um einen grippalen Infekt beziehungsweise um eine einfache Erkältung. Dennoch: 15 echte Grippefälle kann Schärdings Amtsarzt Josef Froschauer derzeit bestätigen.

Die Grippewelle ist auch im Bezirk Schärding angekommen. „Aktuell werden im Landeskrankenhaus 15 Grippepatienten behandelt“, berichtet Josef Froschauer, Amtsarzt im Bezirk Schärding. Die ersten Fälle wurden bereits vor Weihnachten gemeldet. Doch: „Die Grippezeit ist noch nicht vorbei. Da kommt bestimmt noch was dazu“, rechnet Froschauer mit weiteren Grippefällen in der Hochzeit Jänner/Februar.
Influenza schlägt plötzlich zu
Während Erkältungen zu den weltweit häufigsten Erkrankungen zählen und jeder Erwachsene im Schnitt jährlich ein- bis zweimal darunter leidet, erkrankt ein Erwachsener an der saisonalen Grippe, der Influenza, weniger oft, dafür umso heftiger. Dabei kann es Wochen dauern, bis der menschliche Organismus sich von dieser Infektion wieder ganz erholt hat. Die Influenza-Viren erfassen über die Atemwege den gesamten Körper und erzeugen ein starkes Krankheitsgefühl. „Im Gegensatz zum grippalen Infekt schlägt die Influenza sehr plötzlich zu“, erklärt Daniela Wesonik, Internistin und hygienebeauftragte Ärztin vom Landeskrankenhaus Schärding, „sie geht mit intensiven Kopf- und Gliederschmerzen, hohem Fieber und trockenem Husten einher.“ Bei Kindern können auch plötzliche Übelkeit, Hautausschlag und Durchfall auf eine Grippe hinweisen.
Krankheitsdauer: fünf bis sieben Tage
Eine Häufung an diagnostizierten Grippe-Patienten ist derzeit im Landeskrankenhaus Schärding zu sehen. Die Behandlung erfordert bestimmte hygienische Maßnahmen wie das Tragen von Schutzkleidung und die Aufnahme in Isoliereinheiten nur mit weiteren an Grippe erkrankten Patienten. Besuche bei stationären Influenza-Patienten sollten stark eingeschränkt werden. Die Krankheitsdauer bei der saisonalen Influenza liegt in der Regel bei fünf bis sieben Tagen. Um das Ansteckungsrisiko zu vermindern, rät Froschauer: „Händewaschen und Abstand halten. Denn die Grippe wird durch Husten und Niesen, also über Tröpfchen, übertragen.“ Termine sollte man besser verschieben, wenn man sich krank fühlt. Froschauer rät auch davon ab, krank in die Arbeit zu gehen.
Bedrohliche Folgeinfektionen der echten Grippe
Leider treten bei den Influenza-Viren immer wieder besonders gefährliche Virenstämme zutage, die auch einen gesunden Menschen schwer treffen können. Gerade für ältere Menschen, Kinder oder chronisch kranke Personen kann diese Infektion unter Umständen bedrohlich werden. „Das Immunsystem ist durch die Bekämpfung der Viren mehr als geschwächt“, betont Wesonik und fügt hinzu: „Deshalb sind es vor allem diese Personengruppen, die Gefahr laufen, an Folgeinfektionen zu erkranken.“ Dazu zählen bakterielle Atemwegsinfekte wie beispielsweise eine Lungenentzündung oder Entzündungen des Herzmuskels.
Grippe-Impfung
Viele fragen sich, ob eine Grippe-impfung jetzt überhaupt noch sinnvoll ist. Froschauer meint: Ja. Zwar ist der Vierfach-Impfstoff nicht mehr verfügbar, doch auch der Dreifach-Impfstoff hilft. Bedenken sollten die Impfwilligen allerdings, dass der Impfschutz erst nach zehn bis 14 Tagen aufgebaut ist.


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