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SCHÄRDING. Fast ein Vierteljahrhundert lang hat Bettina Berndorfer die touristischen Geschicke der schönsten Barockstadt Österreichs geleitet. Nun bricht sie zu neuen Ufern auf.

Bettina Berndorfer (Foto: TV Schärding)
Bettina Berndorfer (Foto: TV Schärding)

Tips: Frau Berndorfer, nach 24 Jahren als Schärdings Tourismuschefin sagen Sie „Servus“. Überwiegt die Freude auf Ihre neue Aufgabe oder sind Sie traurig, in Zukunft nicht mehr die touristischen Geschicke der Barockstadt leiten zu dürfen?

Berndorfer: Natürlich ist auch ein wehmütiges Auge dabei, wenn man etwas solange und erfolgreich gemacht hat. Die Freude auf das Neue überwiegt. Das abgelaufene Jahr des Umbruchs war ein schwieriges, daher freue ich mich umso mehr auf das neue Jahr und die Herausforderungen, die beim Tourismusverband Donau Oberösterreich in einem motivierten Team auf mich warten. Im Rahmen meiner neuen Aufgabe werde ich auch die Stadt Schärding mitbetreuen, was mich natürlich freut, wenn auch auf einer völlig anderen Ebene.

Tips: Als Sie vor 24 Jahren Ihren Dienst beim Tourismusverband Schärding antraten, hätten Sie damals gedacht, so lange als Geschäftsführerin tätig zu sein?

Berndorfer: Darüber habe ich mir eigentlich keine Gedanken gemacht. Ich war damals sehr dankbar, dass ich im Alter von 22 Jahren – mit wenig Berufserfahrung – dennoch das Vertrauen geschenkt bekam, eine derartig verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen zu dürfen. Rückblickend war jeder Tag dieser 24 Jahre spannend und herausfordernd!

Tips: Sie wechseln zum Tourismusverband Donau Oberösterreich. Was werden dort Ihre Hauptaufgaben sein?

Berndorfer: Als Regional- und Produktmanagerin werde ich mich vorrangig zwei Bereichen widmen: Einerseits ist das die Unterstützung von 20 örtlichen Tourismusvereinen und -ausschüssen (von Schärding bis Haibach ob der Donau beziehungsweise St. Martin im Mühlkreis) bei der Planung, Abwicklung und Kontrolle Ihrer Aktivitäten auf Ortsebene und der damit verbundenen Abstimmung mit dem gesamten Donau-Marketing. Andererseits erarbeite ich – gemeinsam mit unserem Marketingteam – Strategien und die begleitende Umsetzung zu verschiedenen Themen und Produkten. Gerade in Themenfeldern wie Stadt, Kultur & Geschichte, Ausflüge & Gruppen, Gesundheit und vieles mehr kann ich – durch meine Schärding-Erfahrung – sehr viel Know-how einbringen.

Tips: Worauf freuen Sie sich besonders bei Ihrer neuen Aufgabe?

Berndorfer: Ich freue mich auf innovative Menschen, die mit mir gemeinsam etwas bewegen wollen und mir wertschätzend gegenübertreten. Gemeinsam touristische Projekte und Angebote für unsere Gäste zu entwickeln ist eine spannende Aufgabe, die mir sehr viel Spaß macht.

Tips: Wenn Sie auf die vergangenen 24 Jahre zurückblicken. Auf welche Projekte/Veranstaltungen sind Sie besonders stolz?

Berndorfer: Da gibt es eine Vielzahl. Höhepunkte im Veranstaltungsbereich waren die Oberösterreichisch-Bayerische Landesausstellung 2004, die vielen Schlemmerfeste oder der „Längste gedeckte Tisch“ mit Weltrekordversuch. Gemeinsam mit der Stadtgemeinde Schärding und unserer Werbeagentur Werbung am Inn haben wir viele Jahresmotti und Kampagnen umgesetzt, die Schärding einen extremen Frequenz- und Image-Schub verpasst haben: Schärding blüht auf, Schärding tut gut, die Krisenkampagne „Schärding Jetzt“nach dem großen Hochwasser 2013, die Lichtspiele, der Themenweg „Via Scardinga“ und viele andere.

Tips: Gibt es Veranstaltungen, die Sie während Ihrer Zeit als Schärdings Tourismuschefin gerne umgesetzt hätten?

Berndorfer: Was ich sehr gerne in Schärding umgesetzt hätte, wäre so eine Art Pflasterspektakel à la Linz gewesen. Unsere schöne Stadt mit Ihren besonderen Plätzen und Plätzchen bildet eine geradezu perfekte Kulisse für einen derartigen Event. Was im Winter leider fehlt, ist ein Christkindlmarkt am Stadtplatz. Bedauerlicherweise war dieser bis dato nicht finanzierbar.

Tips: Was werden Sie besonders vermissen?

Berndorfer: Ganz bestimmt vermissen werde ich unsere emsige Tourismusbüro Damen-Mannschaft. Wir waren ein sehr eingeschworenes Team, wo jeder seine Stärken hatte und zum großen Erfolg einen wichtigen Beitrag leistete. Erfolg im Tourismus entsteht nicht durch große Budgets, sondern erst mit jenen Menschen, die für den Tourismus mit Herzblut und Engagement arbeiten und nicht auf die Uhr schauen. Das war bei meinen drei Mitarbeiterinnen und mir bis zuletzt der Fall.


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