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ANDORF. Oberösterreichweit wollen Landwirte mit Plakaten auf ihre schwierige Situation aufmerksam machen. Die Idee dazu hatte Andorfs Ortsbauernobmann Johann Hosner. Gestaltet wurden die Plakate von Milchbäuerin Martina Mittermayr, ebenfalls aus Andorf.

Johann Hosner hat die Aktion ins Leben gerufen. Die Gestaltung der Plakate hat Martina Mittermayr übernommen. (Foto: Bauerndund)

„Ich bin kein Fan von Demonstrationen vor Lebensmittelgeschäften. Damit verärgern wir meiner Meinung nach nur die Konsumenten“, berichtet Johann Hosner. Um dennoch auf die schwierige Lage der Landwirte aufmerksam zu machen, hat der Andorfer gemeinsam mit Martina Mittermayr und weiteren Helfern Plakate entworfen, die nun – dank der Unterstützung des Bauernbundes – nicht nur im Bezirk Schärding, sondern in ganz Oberösterreich aufgestellt werden. Die Botschaften richten sich an den Handel, sollen aber auch bei den Konsumenten für ein Umdenken sorgen. „Das Wort Regionalität ist in aller Munde. Wenn jedoch bestimmte Produkte, die aus dem Ausland importiert werden, um einiges günstiger sind als die regionalen, dann greift der Konsument halt oft zum Produkt, das gerade in Aktion ist. Vielleicht schaffen wir es mit unserer Aktion, dass die Leute wieder mehr zu regionalen Produkten greifen“, meint Hosner.

Corona-Pandemie sorgt für Verunsicherung

Die Situation für die Landwirte wird laut Milchbäuerin Mittermayr auch aufgrund der Folgen der Corona-Pandemie immer schwieriger. „Die Rohstoffpreise steigen stark an, der Milchpreis jedoch stagniert. Die ohnehin schon geringe Gewinnspanne wird nun noch kleiner. Wohin das führt, kann sich jeder denken. Es ist fünf vor zwölf. Es muss ein Umdenken stattfinden, sonst werden in Zukunft immer mehr Höfe geschlossen“, informiert Mittermayr.

Vor einem weiteren „Bauern-Sterben“ warnt auch Hosner. „Es ist kein Geheimnis, dass seit Jahren viele Landwirtschaften nicht mehr übernommen werden. Der jungen Generation ist das Risiko einfach zu hoch. Im Jahr 2000 gab es in Oberösterreich noch rund 19.000 Milchbauern. Heute sind es noch knapp 6.300. Dieser Trend muss dringend gestoppt werden. Österreich braucht die regionale Landwirtschaft.“

Palm- und Kokosfett

Erschwerend kommt die Tatsache hinzu, dass Lebensmittelproduzenten vermehrt auf Palm- beziehungsweise Kokosfett setzen, da diese günstiger als Milchfett sind. „Das Eis Magnum kennt jeder. Wenn hierfür Milchfett statt Palmfett verwendet werden würde, dann bräuchte man neun Milliarden Kilo Milch pro Jahr. Ich rede jedoch nur von einem Produkt“, berichtet Andorfs Ortsbauernobmann.


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