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ZELL. Harald Wurmsdobler hat die organisatorische Gesamtleitung der Pramtaler Sommer­operette inne. Weiters ist der Innviertler auch auf der Bühne im Schloss Zell an der Pram zu sehen.

Harald Wurmsdobler (Foto: oberoesterreichische nachrichten/volker weihbold)
Harald Wurmsdobler (Foto: oberoesterreichische nachrichten/volker weihbold)

Tips: Herr Wurmsdobler. Wie wichtig ist die Rückkehr der Kulturveranstaltungen nach solch einer langen Zwangspause?

Wurmsdobler: Eminent wichtig! Weil sich unser Menschsein durch Kunst und Kultur ausdrückt. Kunst und Kultur schaffen Identität. Das Wesen von Kunst und Kultur ist, die Werte, die uns als Gesellschaft wichtig sind, zu verhandeln. Werte sind nicht absolut, sondern relativ und bedürfen notfalls einer Korrektur. Diese geschieht im Diskurs, der zwischen Künstlerinnen und Künstlern auf der einen Seite, sowie dem Publikum auf der anderen Seite stattfindet. Daher braucht Kunst und Kultur auch die Öffentlichkeit. Ohne Publikum wäre jede Kunst sinnlos. Das gilt nicht nur für die sogenannte Hochkultur, sondern auch für jedes Blasmusik- oder Chorkonzert. Denn Kunst und Kultur dürfen auch unterhalten und das wollen wir mit der Pramtaler Sommeroperette ganz sicher tun.

Tips: Was hätte ein neuerlicher Ausfall der Pramtaler Sommer­operette für Sie, das Organisationsteam sowie für die Kultur im Innviertel bedeutet?

Wurmsdobler: Unsere Produktion ist eine Koproduktion mit dem Theater an der Rott in Eggenfelden und hatte dort im Februar 2020 Premiere. Eigentlich hätten wir diese Produktion im Juni 2020 in Zell sehen sollen, das war aber aufgrund der Pandemie nicht möglich. Das hat nun dazu geführt, dass wir die engagierten Künstlerinnen und Künstler nicht wie vorgesehen im Juni 2020 bezahlen konnten. Alle warten hier noch auf den Anteil der Gagen aus Zell. Eine Rückabwicklung dieser Verträge wäre sehr schwierig. Auf die wirtschaftliche Situation der Künstlerinnen und Künstler in der freien Szene kann ich gar nicht eingehen, das würde diesen Rahmen bei Weitem sprengen. Ich denke, Kulturveranstaltungen dienen unter anderem dazu, miteinander ins Gespräch zu kommen, und das ist wichtiger denn je. Denn ansonsten verkümmern wir in den eigenen vier Wänden und informieren uns nur mehr über diverse Social Media Kanäle.

Tips: Heuer steht „Gräfin Mariza“ auf dem Programm. Worauf dürfen sich die Besucher freuen?

Wurmsdobler: Auf eine der besten Operetten der silbernen Ära. Das Werk sprüht vor feurig-zündender Musik. Es ist Kálmáns „ungarischste“ Operette. Jeder Titel ist ein Schlager. Es wird bunt, amüsant und melancholisch, so wie im wirklichen Leben. Auch Themen wie Sehnsucht oder Minderheiten spielen dabei eine Rolle. Wir wollen unterhalten und unsere Besucherinnen und Besucher von unserer Produktion überzeugen, weil wir lieben, was wir tun.

Tips: Welche Rolle spielen Sie heuer?

Wurmsdobler: Nun, mich gibt es eigentlich gar nicht. Also ich meine den Baron Koloman Zsupan. Der stammt nämlich aus der Operette „Der Zigeunerbaron“ und Gräfin Mariza schiebt diese Figur nur vor, um Ruhe vor ihren Verehrern zu haben. Doch plötzlich taucht der „echte“ Koloman Zsupan auf und lädt Mariza zu sich nach Varasdin ein.

Tips: Wie zufrieden sind Sie mit den bisherigen Vorbereitungen?

Wurmsdobler: Das ist eine schwierige Frage. Normalerweise lässt sich so etwas ganz gut planen und organisieren. Heuer ändern sich aber die Parameter laufend, da wird es dann äußerst herausfordernd. Das ganze Team ist jedoch froh, dass wir spielen dürfen.Wir werden das Beste daraus machen!


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