Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

BEZIRK SCHÄRDING. Vor wenigen Tagen sorgte ein Video der Freiwilligen Feuerwehr Ort/Innkreis für Aufsehen. Darin wird gezeigt, wie die Feuerwehr bei der Fahrt auf der Autobahn A8 zu einem Unfallort durch eine fehlende Rettungsgasse behindert wurde. Tips sprach mit Vertretern einiger Einsatzorganisationen über ihre sehr unterschiedlichen Erfahrungen mit der Rettungsgasse.

 (Foto: FF. St. Marienkirchen)
  1 / 2   (Foto: FF. St. Marienkirchen)

In der Theorie funktioniert die Rettungsgasse eigentlich ganz einfach: Alle Fahrzeuge auf dem äußerst linken Fahrstreifen weichen nach links aus, alle anderen nach rechts (auch bei drei- und vierspurigen Autobahnen). Klingt einfach, stellt aber offenbar manche vor Probleme.

Grenzübergreifende Einsätze

„In den meisten Fällen funktioniert die Rettungsgasse ganz gut, es sind natürlich immer wieder Einsätze dabei, wo sie nicht funktioniert“, berichtet Johannes Duscher, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Suben.

Die Subener Feuerwehrmänner und ihre Kollegen von der FF St. Marienkirchen bei Schärding werden im Bezirk alarmiert, falls es auf der A8 Innkreisautobahn zu einem Unfall kommt. „Unser Einsatzgebiet (Pflichtbereich Suben) ist das Zollamtsgelände von der Autobahnauffahrt Suben bis zur Grenze Deutschland. Grenzübergreifend fahren wir mit der FF Mittich bis Pocking, vereinzelt auch Passau, zu den Einsätzen. Bis Abfahrt Ort ab Auffahrt Suben fahren wir gemeinsam mit der FF St. Marienkirchen“, meint Duscher.

Besonders in der Urlaubszeit häufen sich die Einsätze. Wie wichtig dabei eine gut funktionierende Rettungsgasse ist, erklärt Patrick Sommer, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr St. Marienkirchen: „Eine perfekt funktionierende Rettungsgasse ist natürlich für uns Einsatzkräfte enorm wichtig, um schnellstmöglich am Einsatzort anzukommen und den in Notlage befindlichen Personen helfen zu können. Hierbei zählt oft jede Sekunde.“

Unkooperative Autofahrer

Nicht nur positive Erfahrungen mit der Bildung der Rettungsgasse hat Florian Kurz, Bezirksgeschäftsführer des Roten Kreuzes, gemacht. „Ich selbst bin erst einmal mit Blaulicht durch eine Rettungsgasse gefahren und das war ein sehr unzufriedenstellendes und hoch forderndes Erlebnis. Trotz Blaulicht und Sirene sind die Autofahrer oft erst nach einigen Sekunden des Hinterherfahrens zur Seite gefahren, einem Autofahrer bin ich knapp eine Minute mit Blaulicht, Sirene und sogar (Licht-)Hupe bei 10-20 km/h nachgefahren, bis er dann doch zur Seite gefahren ist – obwohl schon die ganze Zeit Platz gewesen wäre. Beim Vorbeifahren hat er mir den Vogel gezeigt“, sagt Kurz. Was bei solchen Aktionen in den Köpfen der Menschen vorgeht, ist Kurz völlig unklar: „Leider habe ich mir in der Hitze des Gefechts das Kennzeichen nicht gemerkt, ansonsten hätte ich sicher eine Anzeige erstattet. Man muss aber dazusagen, dass 95 Prozent der Auto- und Lastwagenfahrer, die richtig reagieren, dabei nicht auffallen und alles richtig machen. Das Problem sind einzelne, die die Einsatzkräfte dann massiv aufhalten.“

Rechte Handregel

Wer sich puncto Rettungsgasse nicht sicher ist, wie diese bei mehreren Fahrspuren funktioniert, dem legt St. Marienkirchens Kommandant die „rechte Handregel“ ans Herz: „Die Finger der rechten Hand symbolisieren die Fahrspuren. Der Daumen ist die linke Spur, auf der die Autos nach links fahren müssen. Die anderen Finger stehen für die restlichen Fahrbahnen, welche nach rechts fahren müssen. Die breite ,Lücke‘ zwischen Daumen und den restlichen Fingern stellt die Rettungsgasse dar“, sagt Sommer.

Gefahren bei Einsätzen auf der Autobahn

Die Bildung der Rettungsgasse hilft nicht nur den Einsatzkräften, rasch zum Unfallort zu kommen, sondern schützt diese auch. Denn Feuerwehr und Rettung sind bei Einsätzen auf der Autobahn mit vielen Gefahren – wie zum Beispiel überhöhter Geschwindigkeit – konfrontiert.

„Eine große Gefahr für unsere Einsatzkräfte ist hier die leider oft viel zu hohe Geschwindigkeit von rücksichtslosen Verkehrsteilnehmern, welche trotz unserer gut sichtbaren Absicherung bei Unfallstellen oft nicht verringert wird“, berichtet Sommer.

Eine weitere große Schwierigkeit sind laut den beiden Feuerwehrkommandanten einerseits die verschiedenen Nationalitäten, wodurch es oft zu Verständigungsproblemen kommt, und andererseits die Schaulustigen, welche teilweise mit dem Smartphone filmend beim Unfallort vorbeifahren und dadurch wiederum einen Unfall riskieren und die Einsatzkräfte bei ihrer wichtigen Arbeit behindern.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Darius Braun liest in St. Willibald über Radreise durch Amerika

Darius Braun liest in St. Willibald über Radreise durch Amerika

ST. WILLIBALD. Mit 15 Jahren überlebte Darius Braun einen Hirntumor, später radelte er allein von Kanada bis nach Feuerland. Von seinem Weg ...

Tips - total regionalTheresa Senzenberger
Siedlerverein Schärding spendet 2.000 Euro für Benedikt

Siedlerverein Schärding spendet 2.000 Euro für Benedikt

ANDORF/SCHÄRDING. Nach einer schweren Hirnblutung braucht Benedikt Wallner aus Andorf Hilfe. Damit seine Familie die kostspielige Therapie weiter ...

Tips - total regionalTheresa Senzenberger
Herbstwanderung in Vichtenstein verbindet Donau und Fuchsenloch

Herbstwanderung in Vichtenstein verbindet Donau und Fuchsenloch

VICHTENSTEIN. Unter dem Motto „Wandern verbindet“ lädt der Tourismusverband Donauregion Oberösterreich am Sonntag, 18. Oktober, zu einer ...

Tips - total regionalTheresa Senzenberger
Sing mit: Roadsbuam laden zum Karaoke-Abend in St. Florian ein

Sing mit: Roadsbuam laden zum Karaoke-Abend in St. Florian ein

ST. FLORIAN AM INN. Mitsingen ausdrücklich erwünscht: Am Freitag, 16. Oktober, bringen die Roadsbuam ihr Live-Karaoke-Format „Sing mit“ ...

Tips - total regionalTheresa Senzenberger
Kammermusikmatinee in Schärding mit Schubert, Haydn und Beethoven

Kammermusikmatinee in Schärding mit Schubert, Haydn und Beethoven

SCHÄRDING. Zur traditionellen Kammermusikmatinee lädt der Kulturverein Schärding am Sonntag, 18. Oktober, um 11 Uhr in den Kubinsaal.

Tips - total regionalTheresa Senzenberger
Goldhaubengruppe spendet Spielgeräte für Kindergarten Eggerding

Goldhaubengruppe spendet Spielgeräte für Kindergarten Eggerding

EGGERDING. Eine Spende sorgt für leuchtende Kinderaugen im Kindergarten Eggerding: Die Goldhaubengruppe Eggerding/Mayrhof hat Spielgeräte im ...

Tips - total regionalTheresa Senzenberger
Weitere Beiträge