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Umstrittenes Schärdinger Wohnprojekt wird nicht umgesetzt (UPDATE: 14.12, 16.20 Uhr)

Alexander Kobler, 13.12.2023 13:47

SCHÄRDING. Wie in den letzten Wochen und Monaten berichtet, gab es über ein geplantes Wohnprojekt in der Passauer Straße in Schärding große und hitzige Diskussionen. Nun steht nach einer Sitzung des Ortsbildbeirats fest, dass der Bau mit 19 Eigentumswohnungen und einer Tiefgarage so nicht umgesetzt wird.

Das große Wohnbauprojekt in Schärdings Zentrum wird nicht umgesetzt. (Foto: Sedelmaier)
Das große Wohnbauprojekt in Schärdings Zentrum wird nicht umgesetzt. (Foto: Sedelmaier)

Zunächst hatte Schärdings Bürgermeister Günter Streicher die entsprechende Bauverhandlung über das Projekt ohne Ergebnis abgebrochen und den Ortsbildbeirat des Landes eingeschaltet, der über das weitere Vorgehen entscheiden sollte. Großer Unmut über das Großprojekt machte sich in der Folge vor allem bei den Anrainern und dem Schärdinger Verschönerungsverein breit, die insbesondere die Dimension im historischen Stadtkern sowie das befürchtete Verkehrsmehraufkommen kritisierten. Daraufhin wurde eine Unterschriftenaktion gegen das „Monsterprojekt“ gestartet, an der sich 578 Schärdinger beteiligten. Die Unterschriftenliste wurde anschließend an Bürgermeister Streicher übergeben.

Immobilienfirma zieht Bauvorhaben zurück

Nachdem der Ortsbildbeirat im November dann getagt und sich in einer mündlichen Empfehlung gegen das Projekt ausgesprochen hatte, entschied die Griesmaier Immobilien GmbH aus Dorf an der Pram, die den Bau umsetzen wollte und bei der Sitzung mit dabei war, von weiteren Schritten in Richtung der Umsetzung des Projekts abzusehen. Zwar liegt bislang noch keine endgültige schriftliche Stellungnahme des Ortsbildbeirats vor, diese dürfte aber keine Wendung oder Überraschung mehr bereithalten. Bürgermeister Günter Streicher rechnet damit, dass diese noch im Laufe des Dezembers eintreffen sollte. Werner Griesmaier hat nun den Architekten für eine Neuplanung für das Objekt beauftragt. „Wir wollen beim zweiten Versuch mehr auf die bestehende Schärdinger Architektur eingehen und natürlich auch auf die eine oder andere Empfehlung des Ortsbildbeirats“, erklärt der Unternehmer gegenüber Tips. Was die Dimension des Projekts angeht, so soll im zweiten Vorschlag alles ein wenig kleiner geplant werden. „Wir müssen einen Kompromiss finden mit dem alle Seiten leben können“, so Griesmaier. Gleichzeitig war er aber auch verwundert darüber, dass es erst kurz der Umsetzung des Bauvorhabens so laute Kritik gegeben hatte, nachdem die Pläne schon länger bekannt gewesen wären. Interesse an dem Objekt sei auf jeden Fall vorhanden gewesen, bekräftigt Griesmaier. Für rund 50 Prozent der geplanten Wohnungen hätte es bereits eine Voranmeldung gegeben. Einen konkreten Zeitplan, wann ein neuer Bauantrag eingebracht werden soll, gibt es bislang aber noch nicht.

Streicher sieht sich in Entscheidung bestätigt

Die Anrainer wurden in der vergangenen Woche schriftlich über die Rücknahme der Bauabsicht des Architektenbüros durch die Stadtgemeinde informiert. Bei Schärdings Bürgermeister Streicher waren in der Folge auch keine weiteren Reaktionen mehr eingegangen. „Ich fühle mich auf jeden Fall darin bestätigt, den unabhängigen Ortsbildbeirat zu Rate gezogen zu haben“, so Streicher gegenüber Tips. Das Bauvorhaben in seiner geplanten Form ist nun also vom Tisch. „Die Grundidee des Projekts gefällt mir nach wie vor. Nur ist es direkt an der Stadtmauer und dem Seilergraben einfach nicht ideal“, erklärt der Bürgermeister weiter. Damit dürfte vor allem den besorgten Anrainern ein Stern vom Herzen fallen. „Die Vorzeichen standen diesbezüglich denkbar schlecht. Nur durch unsere vehemente Beharrlichkeit mit schriftlicher Unterstützung von namhaften Persönlichkeiten wurde dieser Unmut aus der Schärdinger Bevölkerung über die Presse zum öffentlichen Thema“, freut sich Harald Hanappi, einer der Anrainer und Mitinitiatoren der Unterschriftenaktion. Gleichwohl sieht er das Thema noch nicht als beendet aus, da ja nicht klar ist, was nun die Alternative zum zurückgezogenen Bauvorhaben ist.


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