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ENGELHARTSZELL. An den Schiffsanlegestellen in Engelhartszell werden Schiffe jetzt mit Landstrom versorgt, was für Nachhaltigkeit und Umweltschutz sorgen soll. Vertreter aus der Gemeinde, dem Land OÖ und der Linz AG weihten die neuen Ladestationen offiziell ein.

  1 / 3   Bürgermeister Roland Pichler (v.l.) Petra Riffert (Tourisverband Donau OÖ). Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner sowie Josef Siligan und Andreas Reinhardt (Linz AG) weihten die Landstrom-Anlagen offiziell ein. (Foto: Tips/Kobler)

Nach Angaben der Linz AG können so in Zukunft mehr als eine Million Liter Diesel eingespart werden. Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner bezeichnete die Einweihung als Freudentag für den Tourismus in OÖ und auch im Hinblick auf die Energiewende. Seine Anfänge hatte das Landstrom-Projekt im Jahr 2019. Eine Machbarkeitsstudie diente als Grundlage für die Umsetzung. Günstig war die Realisierung nicht, insgesamt 5,8 Millionen Euro wurden dafür in Engelhartszell und am zweiten Landstrom-Standort in Linz in die Hand genommen. Installiert wurden sieben Anlagen, drei in Engelhartszell sowie vier in Linz. „Während andere Bundesländer noch planen, ist OÖ wieder einmal Vorreiter“, freute sich Achleitner.

Schiffsbetreiber bekennen sich zum Landstrom

Alle 41 Schiffsbetreiber entlang der Donau haben sich geschlossen zum Landstrom bekannt. Die Wichtigkeit der Landstrom-Versorgung machte Achleitner auch daran fest, dass der Trend dahin gehe, dass Schiffe länger an der Anlegestelle in Engelhartszell verbleiben würden und somit die Diesel-Einsparung immer größer werde. Künftig wollen Niederösterreich und Wien dem oberösterreichischen Beispiel folgen. Engelhartszells Bürgermeister Roland Pichler machte deutlich, dass es nie um das ob in Sachen Landstrom-Versorgung gegangen wäre, sondern um das wie, was mit den Partnern aus Land OÖ und Linz AG nun möglich war. Die Geschäftsführerin des Tourismusverbands Donau OÖ Petra Riffert unterstrich unter anderem die Beliebtheit des Anlegestellen in Engelhartszell für die Donau-Schifffahrt. „Es ist gerade bei Niedrigwasser ein wichtiger Hafen für Schiffe, deshalb wollten wir den Hafen optimal ausrüsten“, so Riffert. Ab sofort können in Engelhartszell sechs Schiffe gleichzeitig mit Landstrom versorgt werden. Im April wurde der reguläre Betrieb nach einer Testphase aufgenommen. In Sachen Umweltschutz ist nun eine Einsparung von 4.000 Tonnen CO2 pro Jahr möglich.

Kritik von Bürgerinitiative

Kritik wird von Seiten der Bürgerinitiative „Luftkurort Engehartszell“ laut. Deren Sprecher Gerald Zauner freut sich zwar über die Umsetzung der Landstrom-Versorgung, kritisiert aber gleichzeitig, dass sich die beteiligten Parteien den Erfolg nun auf ihre Fahnen schreiben, obwohl die Initiative schon seit Jahren die Umsetzung vehement gefordert habe, dabei aber stets auf taube Ohren gestoßen sei. Für ihn sei es nun eher ein Schmücken mit fremden Federn. Die Initiative war bereits im Sommer 2018 infolge des wachsenden Schifffahrtstourismus in Engelhartszell an Bürgermeister Pichler mit der Forderung nach Landstromanlagen herangetreten. Nachdem man dort zunächst auf wenig Verständnis gestoßen sei, kochten die Emotionen in der Folge häufiger hoch, bis in der Folge dann doch Bewegung in Sachen Landstrom kam.


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