Armut betrifft im Bezirk Schärding vor allem alleinerziehende Frauen
BEZIRK SCHÄRDING. Steigende Lebenshaltungskosten, fehlende Kinderbetreuung und unsichere Einkommen treffen Frauen besonders hart. Das zeigt auch ein Blick in den Bezirk Schärding: Im Vorjahr unterstützte die Caritas-Sozialberatung hier 85 armutsbetroffene Menschen – 60 Prozent davon waren Frauen. Zusätzlich wurden 68 Kinder mitversorgt.

Ein Beispiel dafür ist Doris W. (der Name wurde geändert), alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. Sie steht täglich vor großen Herausforderungen. Seit Anfang 2025 arbeitet sie 30 Stunden pro Woche bei einer Reinigungsfirma – mehr lässt sich mit den Betreuungszeiten ihrer Kinder (drei und zehn Jahre alt) nicht vereinbaren.
Trotz ihres Einsatzes reicht das Einkommen kaum aus: Der Familie stehen monatlich rund 1.970 Euro zur Verfügung. Allein für Miete und Strom fallen über 900 Euro an. Nach Abzug der Fixkosten bleiben etwa 790 Euro – rund 263 Euro pro Person im Monat, also weniger als neun Euro täglich.
Zusätzliche Belastung entstand durch Schulden aus der Zeit nach der Karenz. Damals war wegen eines fehlenden Kinderbetreuungsplatzes weder Erwerbsarbeit noch der Bezug von Arbeitslosengeld möglich. Weder Sozialhilfe noch Wohnbeihilfe wurden gewährt. Ein Kontoüberzug war die Folge.
Beratung und Unterstützung
Doris W. wendete sich daraufhin an die Caritas. Neben einer umfassenden Beratung erhielt sie akute Unterstützung in Form von Lebensmittelgutscheinen. Zudem wurden Gebührenbefreiungen beantragt und offene Kosten für Hort und Krabbelstube über den Bildungsfonds übernommen.
„Der Fall von Doris W. zeigt, wie schnell Frauen trotz Arbeit und aufgrund der Kinderbetreuung in existenzielle Not geraten können“, sagt Benedikt Mayr, Caritas-Sozialberater in Schärding. Er betont: „Niederschwellige Beratung und konkrete Hilfe zur Selbsthilfe sind entscheidend. Dank der Spenden aus der Haussammlung können wir betroffene Familien rasch unterstützen und Perspektiven eröffnen.“
Oberösterreichweit unterstützte die Caritas im Jahr 2025 insgesamt 12.719 Menschen in Not in 15 Sozialberatungsstellen. Mehr als die Hälfte der betroffenen Frauen war alleinerziehend. Österreichweit ist jede fünfte Familie mit Kindern eine Ein-Eltern-Familie.
Spendenaktion
Die Hilfe der Caritas ist ausschließlich durch Spenden möglich. Ein wesentlicher Beitrag kommt aus der Haussammlung, bei der ehrenamtliche Mitarbeiter aus den Pfarren bis in den Herbst hinein von Tür zu Tür gehen.
Die Spenden bleiben im Bundesland und ermöglichen rasche, unbürokratische Unterstützung. Hilfe kommt dabei etwa durch Lebensmittelgutscheine, Zuschüsse zu Energie- und Wohnkosten, Lernhilfe für Kinder oder Notunterkünfte für Mütter mit ihren Kindern.


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