Steuerreform: „Ein Schritt in die richtige Richtung“
BEZIRK. Von der Steuerreform profitieren im Bezirk Schärding 35.530 Menschen. Für Politker aus dem Bezirk Schärding ist dies ein Schritt in die richtige Richtung.

Mit 1. September wurde in Österreich die vorgezogene Steuerreform in Kraft gesetzt. Die Effekte der Entlastung setzen dabei rückwirkend bereits mit 1. Jänner 2020 ein. Die Entlastung besteht aus drei Elementen: Absenkung des Steuersatzes der ersten Tarifstufe von 25 Prozent auf 20 Prozent, dem Kinderbonus in Höhe von 360 Euro sowie Erhöhung der Sozialversicherungs-Rückerstattung für Einkommen unterhalb der Steuergrenze. „Im Bezirk Schärding profitieren von den Maßnahmen der Bundesregierung 35.530 Menschen. Sie werden insgesamt um 10,4 Millionen Euro entlastet“, unterstreicht ÖVP Bezirksparteiobmann und ÖVP-Klubobmann August Wöginger.
Mehr Entlastung
Eine Auswertung des Finanzministeriums zeigt, dass beispielsweise ein Arbeitnehmer mit einem Kind und 2.000 Euro Monatsbrutto um Schnitt 710 Euro netto mehr in der Tasche hat. Davon 350 Euro infolge der Absenkung der ersten Steuerstufe und 360 Euro durch die Auszahlung des Kinderbonus. „Für einen Arbeitnehmer mit 2.000 Euro Monatsbrutto und zwei Kindern beträgt der Mehrwert 1.070 Euro“, informiert Wöginger.
Lob und Kritik
Lob und leise Kritik an der Steuerreform gibt es seitens der SPÖ des Bezirks Schärding. „Die Regierung beschließt neue Corona-Hilfsmaßnahmen und senkt dabei rückwirkend die Lohnsteuer, um die Wirtschaft anzukurbeln. Eigentlich eine gute Idee. Besonders effektiv ist dabei, die Kaufkraft der unteren Einkommensschichten zu erhöhen. Dort fließt das Geld direkt in den Konsum, denn sie verdienen zu wenig, um sich Geld auf die Seite legen zu können“, informiert Johannes Bogner, Geschäftsführer der SPÖ des Bezirks Schärding, für den die Umsetzung der Steuerreform einen Haken hat: „Die türkis-grüne Regierung schließt gerade jene, die das Geld auch tatsächlich sofort ausgeben und in die heimische Wirtschaft stecken, unverständlicherweise davon aus. Denn wer wenig verdient, hat auch weniger von der Steuersenkung.“
Mehr Geld für Männer
Am stärksten profitieren laut Bogner Männer von den Entlastungsmaßnahmen. „Sie haben wegen ihrer höheren Einkommen deutlich mehr vom niedrigeren Eingangssteuersatz als Frauen“. FPÖ-Politiker Hermann Brückl sieht die Reform als einen Schritt in die richtige Richtung. Der Andorfer betont jedoch, dass der Großteil der Steuerreform jene Punkte enthält, welche die Freiheitlichen gemeinsam mit der ÖVP im Zuge der türkis-blauen Koalition ausgehandelt haben. Diese sind laut Brückl unter anderem die Senkung des Eingangssteuersatzes von 25 auf 20 Prozent, die Novellierung des Familienbonus Plus oder steuerliche Änderungen bei der Abschreibung für Unternehmen.
Sicherung der Arbeitsplätze
Durch die Steuerreform werden alleine im Bezirk Schärding viele Arbeitsplätze gesichert. „Mit jeder Million mehr an privatem Konsum, werden laut dem Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO in Österreich 18 Jobs neu geschaffen oder gesichert. Für den Bezirk Schärding bedeutet das, dass durch die Steuerreform rund 180 Arbeitsplätze gesichert werden“, freut sich Wöginger. Dies ist laut Hermann Brückl auch dringend notwendig. „Es sind viele Arbeitsplätze in Gefahr. Dem gilt es entgegenzusteuern!“


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