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SCHÄRDING. Mit Ende August waren beim Arbeitsmarktservice Schärding 729 Arbeitslose und 191 Schulungsteilnehmer arbeitsuchend vorgemerkt. Die Arbeitslosenquote lag bei 2, Prozent.

Am AMS Schärding sind weiterhin mehr freie Arbeitsplätze gemeldet als arbeitsuchende Menschen vorgemerkt. (Foto: volker weihbold)

Mit einem Minus von 22,1 Prozent ist damit im Vorjahresvergleich im Bezirk Schärding im sechsten Monat in Folge die Arbeitslosigkeit in ganz OÖ am stärksten zurückgegangen. Diametral dazu steigt die Zahl an offenen Stellen im Bezirk Monat für Monat und liegt mittlerweile beim Rekordwert von 982 Jobangeboten. Somit sind beim regionalen AMS weiterhin mehr freie Arbeitsplätze gemeldet als arbeitsuchende Menschen vorgemerkt sind. Mit mehr als 24.000 Beschäftigten wurde zudem im Vormonat ebenfalls ein Höchstwert überschritten. Der Arbeitskräftemangel bleibt damit weiterhin das vordringlichste Problem am Arbeitsmarkt.

Kein Personal

Die Ursachen für den flächendeckenden Personalengpass sind nach Ansicht des Leiters des AMS Schärding, Harald Slaby, vielschichtig: „Zu einen hat sich die Anzahl der Beschäftigten in OÖ von 600.000 im Jahr 2008 bereits um hunderttausend Menschen auf 700.000 im Jahr 2022 erhöht. Parallel zum kräftig gestiegenen Arbeitskräftebedarf der Wirtschaft werden die demografischen Entwicklungen verstärkt schlagend. Wurden im Jahr 2007 beispielswiese noch 18.600 15-Jährige gezählt, wird sich die Anzahl der 15-Jährigen um knapp 4000 Jugendliche auf 14.700 im Jahr 2023 verringern. In die umgekehrte Richtung geht es bei den Menschen im Haupterwerbsalter bzw. bei den Älteren. Lag der Anteil der Bevölkerung im Alter zwischen 20 und 64 Jahren im Jahr 2016 noch bei 61,4 Prozent wird dieser Anteil bis ins Jahr 2037 auf 53,8 Prozent zurückgehen. Der Anteil der über 65Jährigen steigt im selben Zeitraum von 18,1 auf 26,2 Prozent. Als weiteren Grund ortet AMS Schärding Chef beispielsweise die gute Arbeitsmarkt- und Lohnentwicklung in früheren Rekrutierungsstaaten: „Die Arbeitslosigkeit ist in Ländern wie Polen, Tschechien, Ungarn, Bulgarien, Slowenien mittlerweile niedriger als in Österreich. Mit steigendem Lohnniveau wird es daher für Unternehmen zunehmend schwieriger Person in diesen Staaten Mitarbeiter zu finden“.

Wettbewerb um Arbeitskräfte

Die Firmen stehen laut Slaby mittlerweile laut im Wettbewerb um Arbeitskräfte und werden bei Arbeitszeit, Unternehmenskultur, Gehalt, Aufstiegschancen attraktiv sein und allen Gruppen von Jobsuchenden (Ältere, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, Arbeitslosen, Migranten) eine Chance geben müssen. Viel Potential sieht er zudem in der Erwerbsbeteiligung von Frauen – da Österreich nach wie vor eine der höchsten Teilzeitquoten Europas bei den Frauen hat, ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie beziehungsweise ein ausreichendes Angebot von Kinderbetreuungseinrichtungen hier das zentrale Thema. Weiters meint Slaby, dass verschiedene Bereiche ihre Personalknappheit durch Produktivitätserhöhung im Wege von Digitalisierung oder Roboterisierung - bis zu einem gewissen Grad - lindern können.

 

 


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