Mehr als 200 offene Lehrstellen
SCHÄRDING. Im Bezirk Schärding werden aktuell mehr als 200 Lehrlinge gesucht. Laut Harald Slaby, Leiter Arbeitsmarktservice Schärding, wird es für Betriebe immer schwieriger, offene Lehrstellen zu besetzen.

Tips: Herr Slaby, wie viele offene Lehrstellen gibt es im Moment im Bezirk?
Slaby: Beim AMS Schärding sind aktuell 145 sofort verfügbare und 57 nicht sofort verfügbare offene Lehrstellen gemeldet.
Tips: Ist es für die Betriebe überhaupt noch möglich, ihre offenen Stellen zu besetzen?
Slaby: Allein schon die Tatsache, dass sich die Anzahl der 15-Jährigen in OÖ im Zeitraum von 2007 bis 2023 um knapp 4.000 Jugendliche verringert, macht deutlich, dass es aus demografischen Gründen zunehmend schwieriger wird, alle Lehrstellen zu besetzen.
Tips: Welche Lehrberufe sind bei den Jugendlichen am beliebtesten?
Slaby:Die zehn beliebtesten Lehrberufe sind: Metalltechnik, Elektrotechnik, Kraftfahrzeugtechnik, Einzelhandel, Bürokaufmann, Installations- und Gebäudetechnik, Stylist, Maurer, Tischler und Koch. Bei den aktuell beim AMS Schärding lehrstellensuchend vorgemerkten Jugendlichen stehen ebenfalls Ausbildungen in kaufmännischen bzw. in metalltechnischen Arbeitsbereichen an der Spitze der Wunschberufe.
Tips:Welche Maßnahmen setzt das Arbeitsmarktservice Schärding, um den Betrieben zu helfen, die offenen Lehrstellen zu besetzen?
Slaby: Unsere Kernaufgabe sehen wir darin, die Jugendlichen über Chancen und Möglichkeiten am regionalen Arbeitsmarkt zu informieren; ihnen eine Hilfestellung beim Berufseinstieg nach der Schule zu geben und sie an die heimischen Betriebe zu vermitteln. Erfolglos Lehrstellensuchenden können wir zudem auch die Lehre via überbetrieblicher Ausbildung ermöglichen.
Tips: Wie kann das Lehrlingsproblem in den kommenden Jahren in den Griff bekommen werden?
Slaby: Quasi seit Jahrzehnten gleichbleibend ergreifen österreichweit knapp 40 Prozent eines Jahrganges nach Ende der Schulpflicht einen Lehrberuf – die grundsätzliche Anziehungskraft der Lehre ist seit langer Zeit ungebrochen. Die sinkende Anzahl an Jugendlichen bei gleichzeitigem Höchststand an Ausbildungsangeboten lässt aber befürchten, dass in Zukunft tatsächlich nicht mehr alle Lehrstellen mit Bewerbern abgedeckt werden können. Wichtig bleibt, das Image der Lehre bei den jungen Menschen weiter zu heben, aber auch das Bewusstsein der Betriebe dafür zu schärfen, dass sie sich mitten in einem ausgeprägten Wettbewerb um jeden einzelnen Mitarbeiter befinden.
Tips:Welche Bedeutung haben Veranstaltungen wie die Lehrlingsmesse für die Betriebe?
Slaby: Betriebe finden bei der Lehrlingsmesse die optimale Plattform vor, sich der Öffentlichkeit als attraktive Arbeitgeber zu präsentieren und die Lehrlingsmesse als wichtige Kommunikationsdrehscheibe mit Schülern, Eltern und Lehrern zu nutzen.


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