Filmklub zeigt vielseitiges Programm im Jänner
WIESELBURG. Der Filmklub setzt im Jänner das Programm mit Andrei Swjaginzews russischem Familiendrama „Loveless“ fort. Des Weiteren flimmern im Jänner „Das Mädchen aus dem Norden“ sowie „António One Two Three“ im Kino mal vier über die Leinwand.

Im Zentrum des russischen Familiendramas „Loveless“ stehen Schenja (Marjan Spiwak) und Boris (Aleksej Rosin), die einander nichts mehr zu sagen haben. Sie verkehren nur noch per Vorwurf und Schimpftirade miteinander. Die gemeinsame Eigentumswohnung soll verkauft werden. Ja, und dann ist noch Aljoscha (Matwej Nowikow), der zwölfjährige Sohn. Und um den streiten sich Schenja und Boris – ein Rosenkrieg der umgekehrten Art: Denn nicht um das Kind kämpfen die beiden, sondern darum, dass Aljoscha vom jeweils anderen ins neue Leben und in die neue Beziehung mitgenommen wird. Als Aljoscha bemerkt, dass keiner der beiden Elternteile ihn bei sich haben will und er einer geordneten Scheidung seiner Eltern im Weg steht, verschwindet er von einem auf den anderen Tag.
Das Mädchen aus dem Norden
Die Handlung des Spielfilmes dreht sich um die 14-jährige Elle Marja (Lene Cecilia Sparrok), die aus dem Volk der Samen stammt und im Schweden der 1930er-Jahre lebt. Ihr größter Traum, wie ihn auch ihre Familie lebt, ist Rentierzüchterin zu werden. Doch vorerst besucht sie gemeinsam mit ihrer Schwester ein Internat in Lappland, in welchem es beispielsweise verboten ist, Samisch zu sprechen. Elle Marja soll die Rentierherde eines Tages übernehmen. Sie ist die beste ihrer Klasse und sie ist eine Einzelgängerin unter den Kindern, auch weil sie darauf erpicht ist, möglichst viel Schwedisch zu sprechen. Eines Tages besuchen Rassenbiologen vom Staatlichen Institut für Rassenbiologie in Uppsala Elle Marjas Schule, um demütigende Untersuchungen an den Kindern durchzuführen. Aus diesem Grund entscheidet sie sich zu einem radikalen Schritt: Elle Marja beschließt, schwedisch zu werden und nach Uppsala zu ziehen, um dort auf eine höhere Schule zu gehen und ihre Familie hinter sich zu lassen.
António One Two Three
Regisseur Leonardo Mouramateus inspirierte Dostojewskis Erzählung „Weiße Nächte“ zum Inhalt seines Dramas. Dabei wird António (Mauro Soares) von seinem Vater aus der Wohnung geworfen und sucht bei seiner Ex-Freundin Mariana (Mariana Dias) eine Unterkunft. Dort wiederum trifft er auf die Brasilianerin Débora (Deborah Viegas) und begegnet einem jungen Bühnenautor, der sich mit der Inszenierung seines ersten Stückes abmüht. Im anonymen Großstadttreiben von Lissabon sind nicht nur diese drei Schicksale miteinander verknüpft, sondern auch die Grenzen zwischen Fantasie und Realität beginnen zu verschwimmen.


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