Nach Gelenk-OP schneller wieder fit
SCHEIBBS. Vor zehn Jahren wurde am Landesklinikum Scheibbs „Rapid Recovery“ eingeführt – ein Programm zur raschen Wiederherstellung der Mobilität und Selbständigkeit nach Gelenksersatzoperationen.

Vor mehr als zehn Jahren führten die erstaunlichen Erfahrungen von Professor Henrik Kehlet aus Kopenhagen bei umfangreichen Bauchoperationen zu einem Umdenken im gesamten Planungs- und Operationsverlauf von großen Gelenken. Denn die postoperative Spitalsaufenthaltsdauer der Patienten war damals mit über zwölf Tagen sehr hoch. Eine große Studie über den Blutkonservenverbrauch nach großen Operationen zeigte bei 27 Abteilungen erstaunliche Unterschiede. Es war daher Zeit, den gesamten Operationsprozess zu überdenken und neu aufzustellen. Dies führte im Jahr 2012 zur Einführung des fürs Landesklinikum Scheibbs adaptierten Rapid Recovery Systems.
Verschiedene Maßnahmen eingeführt
„Vor der Pandemie besuchten uns viele interessierte Kollegen aus dem In- und Ausland. Dreh- und Angelpunkt des Rapid Recovery Programms ist die durch entsprechende Vorbereitung, Planung, angepasste Operation und postoperative Vorgehensweise ermöglichte rasche Mobilisation“, erklärt Orthopäde und Ärztlicher Direktor Erwin Schwaighofer. Als Beispiele nennt der Programm-Initiator die entsprechende Anpassung von Medikamenten, den Verzicht auf Harnblasenkatheter und Wunddrainagen sowie lokale Infiltrationsanästhesien, welche die Wundschmerzen kurz nach der OP und bei der ersten Mobilisierung eindämmen.
Weniger Komplikationen nach OP
Durch mittlerweile zahlreiche Studien belegt, verbessert sich damit laut Landesklinikum rasch der Gesundheitszustand der Patienten und postoperative Komplikationen werden reduziert. Die Patienten können das Krankenhaus schneller wieder verlassen und ihr selbstbestimmtes Leben weiterführen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden