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Erfolgreiches Pilotprojekt im Bezirk: „Emil“ macht die Purgstaller mobil

Claudia Brandt, 26.08.2022 12:10

PURGSTALL. Seit Anfang Juli ist das Elektroauto „Emil“ in und um Purgstall unterwegs. Ehrenamtliche Fahrer befördern ihre Mitbürger darin im näheren Umkreis kostengünstig von A nach B – ein neuer Verein macht‘s möglich. Im Gespräch mit Tips zieht Bürgermeister und Vereinsobmann Harald Riemer (ÖVP) eine erste positive Bilanz.

  1 / 3   Bürgermeister Harald Riemer (l.) mit den ehrenamtlichen Fahrern Elisabeth Rinner und August Zehetner, die sich gerne in den Dienst der guten Sache stellen. (Foto: Brandt)

„Es freut mich wirklich sehr, dass das Projekt so gut funktioniert“, erklärt Harald Riemer. Für den Purgstaller Stadtchef ist Emil nicht nur eine „Herzensangelegenheit“, sondern auch sein „Lieblingsprojekt“. Nachdem er von einem ehrenamtlichen Fahrtendienst in Euratsfeld bei Amstetten erfahren hatte, wollte der Kommunalpolitiker ein derartiges Projekt auch in seiner Gemeinde auf die Beine stellen. Gesagt, getan. Seit Anfang Juli ist das Elektroauto „Emil“ nun in Purgstall im Einsatz.

Fahrt mit Chauffeur

Was „Emil“ von herkömmlichen Carsharing-Angeboten unterscheidet, ist die Tatsache, dass man das Auto nicht selbst steuern darf. Vielmehr holen ehrenamtliche Fahrer die Fahrgäste zur vereinbarten Zeit am gewünschten Ort ab und chauffieren sie zum Ziel. Start und/oder Ziel müssen dabei in Purgstall liegen, gefahren wird in einem Radius von etwa acht Kilometern.

Wertvolle Hilfe für Ältere

„Es geht darum, Mobilität zu erhalten oder zu bekommen“, nennt Riemer das große Ziel des Projekts. Denn nicht in jeder Lebenslage sei Mobilität gegeben. Gerade ältere Menschen besitzen vielleicht gar keinen Führerschein oder sind gesundheitlich nicht mehr in der Lage, selbst ein Auto zu steuern. Hier kann „Emil“ für Abhilfe sorgen. Im Idealfall könnte der gemeinnützige Fahrtendienst sogar dazu beitragen, dass Familien auf ein Zweitauto verzichten können. Nicht zuletzt besitzt das Projekt auch eine hohe soziale Komponente, denn „Emil“ sorgt natürlich auch für viele neue Kontakte unter den Vereinsmitgliedern.

Zum Einkauf oder Arzt

In den ersten sechs Wochen war der Nissan Leaf jedenfalls bereits gut gebucht. Zahlreiche Fahrgäste nutzten den Fahrtendienst, beispielsweise für Einkäufe, Arztbesuche und Fahrten ins Scheibbser Landesklinikum. Mit Schulbeginn rechnet Riemer damit, dass künftig auch verstärkt Kinder und Jugendliche mit „Emil“ zur Musikstunde oder zum Sporttraining gebracht werden.

So funktioniert „Emil“

Befördert werden ausschließlich Vereinsmitglieder, rund 150 Bürger sind der Initiative bereits beigetreten. Diese können eine Fahrt bis zu sieben Tage im Voraus telefonisch oder online buchen. Der Mitgliedsbeitrag für Erwachsene beläuft sich auf 25 Euro im Jahr. Eine Fahrt innerhalb Purgstalls kommt auf 1,30 Euro, außerhalb kostet sie drei Euro. Die Beträge werden vom eigenen Bankkonto abgebucht. Das EDV-Verwaltungssystem wurde Riemer zufolge von Euratsfeld übernommen.

Weitere Fahrer willkommen

„Das Projekt steht und fällt mit den ehrenamtlichen Fahrern“, betont der Stadtchef. Über 20 Männer und Frauen stellen sich bereits in den Dienst der guten Sache. Gefahren wird Montag bis Freitag von halb acht in der früh bis halb acht am Abend im Zwei-Schicht-System, ein Dienst mit Rufbereitschaft dauert somit sechs Stunden. Auch Harald Riemer bemüht sich, ein bis zwei Dienste im Monat zu übernehmen. Weitere Fahrer sind herzlich willkommen. Als besonderes Zuckerl dürfen sich die Ehrenamtlichen „Emil“ am Wochenende kostenlos ausborgen.

Weitere Informationen:

www.emil-purgstall.at

Fahrtbuchung:

Telefon 0676/5575525


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