Kostenlos und anonym: Jugendberatungsstelle Jusy hilft bei großen und kleinen Sorgen
WIESELBURG. Seit acht Jahren kümmern sich die Mitarbeiterinnen der Jugendberatungsstelle Jusy um die Anliegen von Jugendlichen und deren Bezugspersonen. Neuerdings sind zwei Sozialarbeiterinnen auch mobil in Wieselburg unterwegs. Im Gespräch mit Tips gibt das engagierte Jusy-Team einen Einblick in seine herausfordernde Arbeit.

Kaum einer weiß besser, wo junge Menschen der Schuh drückt, als sie: Seit mittlerweile acht Jahren sind die Sozialarbeiterinnen von Jusy wichtige Ansprechpartnerinnen für die großen und kleinen Sorgen und Nöte der Jugendlichen aus der Region. Die Mitarbeiter sind nicht nur für die Sozialarbeit an der Computermittelschule Wieselburg zuständig, sondern stehen in ihrem Büro im Wieselburger Stadtzentrum allen Ratsuchenden zur Seite.
Großes Einzugsgebiet
Insgesamt 333 Klientenkontakte hatten die Mitarbeiter im vergangenen Jahr, berichtet die Fachliche Leiterin Natalie Stöger-Reiter. Die Ratsuchenden stammen dabei nicht nur aus Wieselburg und Umgebung, sondern auch aus dem gesamten Bezirk Scheibbs und dem angrenzenden Melker Bezirk. Laut Stöger-Reiter kommen die Klienten aus allen sozialen Schichten, denn „die Themen sind überall gleich“.
Beziehungsprobleme im Fokus
Ein Thema, das viele Jugendliche beschäftigt, sind Beziehungsfragen. Als Beispiele nennt Stöger-Reiter hier Streit mit den Eltern, Liebeskummer oder auch Probleme damit, Freunde zu finden. Seit Corona kämen auch die Themen psychische Gesundheit und häusliche Gewalt häufiger in den Beratungsgesprächen vor.
Vielfältige Beratungsthemen
„Man muss sich aber nicht in einer Krisensituation befinden, um zu uns zu kommen“, betont die Jusy-Leiterin. Das Team erteile gerne Auskunft zu allen jugendrelevanten Themen wie Medienkonsum, Suchtprävention, Berufsberatung, Erziehungsfragen oder sexuelle Aufklärung. Zielgruppe seien junge Menschen zwischen zwölf und 25 Jahren sowie deren Bezugspersonen.
Anonyme Beratung
„Unsere Beratung erfolgt anonym, kostenlos und freiwillig“, betont Stöger-Reiter. Für die Mitarbeiter bestehe Schweigepflicht. Befinde sich ein junger Mensch jedoch in akuter Gefahr, müssten die Sozialarbeiterinnen den Fall der Kinder- und Jugendhilfe melden. Bei Suchtproblemen verweise man die Betroffenen an die Sucht-Beratungsstelle der Caritas. Ziel der Beratung sei immer, gemeinsam zu einer Lösung zu kommen.
Neu: „Jusy on Tour“
Seit Mai bietet die Einrichtung mit „Jusy on Tour“ auch ein mobiles Beratungsangebot an. Zwei Sozialarbeiterinnen steuern immer Donnerstagnachmittag beliebte Treffpunkte in Wieselburg wie Schlosspark, Zwiesel oder Freibad an und gehen dort aktiv auf die Menschen zu. Sie wollen Jugendliche erreichen, an die sie sonst nicht herankommen würden. Ziel sei, das Vertrauen dieser jungen Menschen zu gewinnen, die oftmals über kein soziales Netz verfügen, und sie zu ermutigen, Hilfe anzunehmen. Der offizielle Kickoff-Termin für „Jusy on Tour“ findet am 21. Oktober ab 14 Uhr im Jusy statt (Hauptplatz 10-12).


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