Jahresbilanz der Arbeitsrechsfälle
BEZIRK SCHEIBBS. Im Zuge der jüngsten Pressekonferenz der Arbeiterkammer (AK) präsentierten die Leiter der Bezirksstellen Amstetten, Scheibbs und Melk die Bilanz der arbeitsrechtlichen Tätigkeiten des Jahres 2016.

Seit dem Jahr 1992 Jahren gibt es den kostenlosen Rechtsschutz der Arbeiterkammer Niederösterreich (AK NÖ). 25 Jahre nach der Einführung wurden über eine Milliarde Euro für rund 300.000 AK-Mitglieder erstritten und Arbeitgeber ermahnt, ausstehende Löhne und Gehälter zu bezahlen. Im Zuge der jüngsten Pressekonferenz der Arbeiterkammer präsentierte unter anderem Helmut Wieser, Leiter der Bezirksstelle Scheibbs, die arbeitsrechtliche Bilanz des Bezirkes sowie einen brisanten Fall aus der Praxis.
Bilanz 2016
Im Jahr 2016 forderte die AK Scheibbs für 108 Arbeitnehmer ausstehende Löhne und Gehälter ein, wobei 242.439 Euro an Entgeltnachzahlungen erreicht werden konnten. Weiters wurden 372.788 Euro für 43 Arbeitnehmer aus 8 insolventen Betrieben gesichert. Die AK-Bezirksstelle freut sich über diese positive Bilanz, denn zwei Drittel aller Fälle konnten außergerichtlich erledigt werden. „Im Bezug auf außergerichtliche Einigungen ist das Mostviertel anders als der Rest Niederösterreichs“, fügt Helmut Wieser hinzu.
Arbeits- und sozialrechtliche Beratungstätigkeiten im Bezirk im Jahr 2016
Beratungen: 1.029
Interventionen beim Arbeitgeber: 108Kostenloser
Rechtsschutz: 34
Außergerichtlich eingebracht: 202.285 Euro
Gerichtlich eingebracht: 40.154 Euro
Insolvenzvertretung: 372.788 Euro
Gesamt: 615.227 Euro
Monatelang kein Lohn
Helmut Wieser präsentierte einen Fall aus dem Bezirk Scheibbs, bei dem 35.345 Euro für die Dienstnehmer erkämpft werden konnten. Es kommt immer wieder vor, dass Dienstgeber zahlungsunfähig werden und die Dienstnehmer oft trotz Arbeitsleistung über Monat kein Entgelt vom Dienstgeber mehr erhalten. So ist es auch vier Dienstnehmern eines Insallationsunternehmen ergangen. Die Arbeitspartie bekam weder Lohn noch Taggelder für Montagen noch Sonderzahlungen vom Dienstgeber bezahlt. Die Ansprüche, in der für die Dienstnehmer nicht unbeträchtlicher Höhe von 35.345 Euro, wurden durch die Experten der Bezirksstellen Scheibbs berechnet und geltend gemacht.“Leider schuldete der Dienstgeber mehreren Gläubigern als nur den Dienstnehmern Geld worauf die Firma Insolvenz anmelden musste. „Die Dienstnehmer werden auch in diesen Fällen kostenlos von der Arbeiterkammer vertreten“, so Bezirksstellenleiter Helmut Wieser und weist auf die Wichtigkeit hin, Dienstverträge zu prüfen, Arbeitszeiten aufzuzeichnen, Verfallsbestimmungen zu beachten und keine leichtfertigen Unterschriften zu tätigen.


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