Abschied - Wolfgang Fahrnberger geht nach 20 Jahren
GRESTEN. 20 Jahre lang war Wolfgang Fahrnberger an der Spitze der Gemeinde. Mit 2. Jänner 2019 legt er alle politischen Ämter zurück. Vizebürgermeister Harald Gnadenberger soll ihm folgen.

„Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“ - den Titel eines Erfolgssongs des bekannten Entertainers Udo Jürgens hat sich Grestens Bürgermeister Wolfgang Fahrnberger (SPÖ) zum Motto gemacht. Mit 66 Jahren kehrt Fahrnberger der Politik den Rücken zu. Mit 2. Jänner 2019 legt er sowohl sein Amt als Bürgermeister, als auch sein Gemeindeamtsmandat zurück. Die Gründe dafür seien rein privater Natur, so der scheidende Ortschef. Auf Wunsch von SPÖ-Bezirksvorsitzender Renate Gruber behält Fahrnberger noch für ein Jahr die politische Funktion als Bezirksobmann beim SPÖ-Gemeindevertreterverband. Der Aufbau einer Nachfolgegeneration und eine zum Zeitpunkt gegebene Nachfolgeregelung hat Fahrnberger bereits seit längerer Zeit beschäftigt: „Der anstehende Wechsel an der Gemeindespitze wurde planmäßig, systematisch und sorgfältig vorbereitet.“ In der letzten Gemeinderatssitzung wurde bekannt gegeben: Die Weichen sind gestellt. Es wurde seitens der Mehrheitsfraktion bereits ein Wahlvorschlag. Vizebürgermeister Harald Gnadenberger soll demnach Fahrnberger als Bürgermeister folgen. Für das Amt des Vizebürgermeisters wird der bisherige Finanzreferent Johannes Buchebner vorgeschlagen. Die Neuwahlen finden bei der Gemeinderatssitzung im Jänner 2019 statt.
Eine bewegende Zeit
35 Jahre im Gemeinderat, davon 20 Jahre als Bürgermeister im Amt, hinterlassen bei Fahrnberger Spuren. „Alle dich mich genauer kennen, wissen, dass ich nicht nur mit einem lachendem Auge aus dem Amt scheide, denn es war über weiteste Strecke eine tolle Zeit. 20 Jahre an der Spitze der Gemeinde sind nicht nur Zufall und Alltag, sondern hinterlassen auch bei mir bewegende Momente und Erinnerungen. Ich hatte in meiner Amtszeit eine große Portion Glück, denn mein Vorgänger Adolf Allmer hat eine optimale Basis geschaffen und auch die sich gut entwickelnde Witschaft leistete einen wertvollen Beitrag für die guten finanziellen Rahmenbedingungen der Gemeinde. Gresten hat sich durch eine hohe Budget-Disziplin zu einer finanziellen Mustergemeinde entwickelt.“ Glück hatte Wolfgang Fahrnberger auch, wenn es um seine Gesundheit und Energie ging. „In 20 Jahren als Bürgermeister habe ich noch nie eine Gemeinderatssitzung oder Gemeindevorstandssitzung versäumt. Das war nur möglich, weil meine Familie dafür viel Verständnis aufbrachte. Die Gemeinde stand oftmals an erster Stelle. So musste ich die Geburtagtstorte meiner Tochter sogar einmal stehen lassen.“ Das Hochwasser 2009 war sicherlich auch ein Ereignis, das ihm immer im Gedächtnis bleiben wird. „Das war sicherlich der Tiefpunkt meiner Karriere, als das Wasser plötzlich durch den Ort rann“, erinnert sich Fahrnberger. Viel Energie hat Ortschef Wolfgang Fahrnberger auch in den letzten Wahlkampf gesteckt. „Er hat mir sehr viel abverlangt. Es gab ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem VP-Spitzenkaniddaten Johannes Käfer. Die freundschaftliche Beziehung zu ihm wurde dadurch aber nur weiter gestärkt“, sagt Fahrnberger. „Mein innigster Dank gilt allen Amtskollegen für das freundschaftliche Verhältnis und die gute Zusammenarbeit. Vor allem gilt der Dank auch den Bürgermeisterkollegen den Nachbargemeinde Gresten-Land für die fruchtbringenden Kooperationen in den verschiedensten Bereichen. Es galt und gilt zusätzliche Netzwerke zu schaffen und gemeinsame Möglichkeiten zu nutzen. Ich sage Auf Wiedersehen und gehe mit dem stolzen Bewusstsein das Beste für Gresten gewollt zu haben.“
Zahlreiche Projekte wurden umgesetzt
In seiner 20-jährigen Ära als Bürgermeister blickt Wolfgang Fahrnberger auf zahlreiche Projekte und Veränderungen in der Gemeinde zurück: „Gemeinsam haben wir Gresten zu dem gemacht, was es heute ist. Nämlich eine Gemeinde mit beachtlicher Infrastruktur und hoher Lebensqualität, eine starke Wirtschafts- und Arbeitsplatzgemeinde, eine beliebte Wohn- und Umweltgemeinde, eine bestens positionierte Kultur- und Veranstaltungsgemeinde und eine Gemeinde mit vielfältigem Freizeitangebot und besten Vereinsstrukturen.“
Zum Abschluss wünscht Fahrnberger seinem Nachfolger und der Gemeinde noch alles Gute für die Zukunft. „Meine besten Wünsche der Nachfolgegeneration im Gemeinderat. Vor allem natürlich die besten Zukunftswünsche für meinen gedachten Amtsnachfolger. Ich wünsche ihm eine glückliche Hand bei der Bewältigung der anstehenden Aufgaben. Ich freue mich auf zahlreiche freundschaftliche Begegnungen.“ Für die Zeit nach seinem Rücktritt, hat sich Fahrnberger noch keine genauen Gedanken gemacht: „ Ich habe noch nicht darüber nachgedacht. Ich Verspreche, dass ich mich als Alt-Bürgermeister nicht einmischen werden. Ich werde auf jeden Fall die Zeit ohne Termine genießen und eventuell Radfahren oder Skifahren gehen. ich gehe außerdem einmal in der Woche nach Göstling in das Ybbstaler Solebad und ich habe ja auch noch zwei Enkelkinder. Vielleicht werde ich in Gresten auch eine Art Faschingssitzung installieren. Ich bin noch dazu begeisterter Wirtshausgeher und Kartenspieler.“
Gnadenberger: Will Gresten weiterentwickeln
Nachfolger Harald Gnadenberger will auch viel Energie in die Gemeinde stecken. „Mein primäres Ziel ist es, Gresten als Standort gemeinsam weiterzuentwickeln. Kreativität und Zusammenarbeit sind hier gefragt.“ Unter anderem setzt Gnadenberger den Schwerpunkt beim Thema Wohnräume und Arbeitsplätze schaffen oder der Ausbau des Breitbandinternets, um den Zuzug in die Gemeinde zu fördern. Auch das aktuelle Thema Ärztemangel will Gnadenberger in Zukunft verstärkt angehen.


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