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Bürgerbeteiligung online: Christoph Vorhauer gründete Facebookseite „Unser Schlüßlberg“

Sabrina Lang, 23.08.2017 09:50

SCHLÜSSLBERG. Die Bürger via Facebook über das Geschehen in der Gemeinde auf dem Laufenden halten, Wünsche und Ideen der Menschen sammeln und Umfragen zu Gemeindeentscheidungen tätigen - Christoph Vorhauer setzt im Digitalzeitalter auf die sozialen Onlinemedien, um möglichst viele Menschen für ein Miteinander zu erreichen. Er hat die Facebookseite „Unser Schlüßlberg“ ins Leben gerufen. Über seine Idee hinter dem Projekt und seine Ziele für Schlüßlberg spricht er im Tips-Interview.

Christoph Vorhauer will mit der Facebook-Seite „Unser Schlüßlberg“ für ein Miteinander in der Gemeinde eintreten. Foto: Unser Schlüßlberg/Christoph Vorhauer

Wie kam es zur Gründung der Facebook-Seite „Unser Schlüßlberg“?

Christoph Vorhauer: Der ausschlaggebende Punkt war, dass ich mich als Neuzugezogener schwer tat, mich in der Gemeinde zu integrieren. Es gibt kaum eine Möglichkeit der Zusammenkunft, Leute einfach so zu treffen und ins Gespräch zu kommen, abgesehen von Veranstaltungen, die man als Neuer dann oft meidet, weil man niemanden kennt. Da ich erlebe, dass sich teils nicht mal die Nachbarn untereinander kennen, war für mich klar, ich möchte hier versuchen etwas zu ändern und die Leute zusammenzuführen. Die Facebookseite ist allerdings nur ein Teilbereich, da man hier nur eine bestimmte Zielgruppe (großteils zwischen 18 und 40 Jahren) erreicht, daher wird abseits des Internets einiges notwendig sein, um dieses Ziel zu erreichen.

Was ist das Ziel der Seite „Unser Schlüßlberg“?

Mit „Unser Schlüßlberg“ wollte ich zum einen eine Infoplattform über die Gemeinde schaffen, wo aktuell über Tagesgeschehen, News aus dem Vereinsleben, Veranstaltungen und gemeindepolitische Entscheidungen berichtet wird. Durch Facebook hat man hier die Möglichkeit zeitnah Informationen bereitzustellen und zudem gibt es die Interaktionsmöglichkeit mit den Usern. Der zweite und viel wichtigere Punkt ist, dass ich mit dieser Facebookseite eine parteiübergreifende, unabhängige Plattform anbieten möchte. Ich möchte mit der Seite alle Bewohner unabhängig von der Parteipräferenz erreichen, da es mir um die Meinungen und die Menschen dahinter geht. Besonders wichtig ist mir, dass ich „Unser Schlüßlberg“ aus eigenem Bestreben und parteiunabhängig betreibe. Ich werde mich in Zukunft verstärkt dafür einsetzen, dass jeder Stimme Gehör verschafft wird und die Anliegen der Menschen ernst genommen werden. Um jedem die Möglichkeit zu geben, unabhängig mitzuwirken, möchte ich die Gründung eines Kulturvereins anregen, um Veranstaltungen in Schlüßlberg zu organisieren. Die Einnahmen sollen für Projekte in der Gemeinde wie die Errichtung einer Jugendzone oder die Unterstützung der Vereine verwendet werden.

Was möchten Sie für die Gemeinde Schlüßlberg erreichen?

Ich möchte aufzeigen, dass das Miteinander im Vordergrund stehen muss. Es gibt Themen, die nicht von ein paar Personen zuerst in einem nicht öffentlichen Ausschuss und dann von 25 Gemeinderatsmitgliedern über die Köpfe der Bevölkerung hinweg entschieden werden sollten. Mein Hauptanliegen ist es, die Bevölkerung in Entscheidungen mit einzubinden, zumindest in solche, wo es Sinn macht. Auf kommunaler Ebene hat man viel einfacher die Chance auf die Leute zu zugehen und sie zu fragen, „was liegt euch am Herzen“? Schlüßlberg ist eine Gemeinde, die sehr schnell gewachsen ist und über kein richtiges Ortszentrum verfügt. Ich habe in den letzten Wochen mit vielen Menschen gesprochen, und nahezu jedem ist das Thema des ausgestorbenen Ortszentrums ein Anliegen. Es wird kein leichtes Unterfangen aber gemeinsam mit den Leuten möchte ich dieses Thema in Angriff nehmen und daran arbeiten, bis eine Lösung gefunden wird.

Infos rund um die Gemeinde gibt es auf der Facebook-Seite „Unser Schlüßlberg“ unter www.facebook.com/schluesslberg/


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Gastuser
Gastuser
24.08.2017 13:09

Die Mehrheit ist nicht bei Facebook!

Ich finde es sehr befremdlich, dass man seine Daten immer erst amerikanischen Firmen geben muss, um sich in Deutschland kommunal beteiligen zu können. Was soll der Mist? Die Mehrheit der Internetnutzer nutzt keine Sozialen Netzwerke. Aber für die Minderheit wird hier eine "Lösung" angeboten. Wie wäre es denn mit einem lokalen System für alle?


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