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BEZIRK FREISTADT. Gar nicht genug Flüchtlingsquartiere konnten die Hilfsorganisationen im Vorjahr in den Gemeinden erschließen. Jetzt folgt die 180-Grad-Wendung: Es gibt zu viele freie Unterkünfte, viele Asylwerber müssen umziehen. Tips sprach mit Katharina Starzer, der Regionalleiterin der Flüchtlings- und Migrantenbetreuung der Volkshilfe.

Flucht, neue Unterkunft, Umzug - gerade für Kinder keine einfache Lebenssituation. Foto: Weihbold
Flucht, neue Unterkunft, Umzug - gerade für Kinder keine einfache Lebenssituation. Foto: Weihbold

Rund 190 Asylwerber betreut die Volkshilfe im Bezirk Freistadt derzeit in eigenen Quartieren. „In individueller Unterbringung bzw. in gewerblichen Quartieren betreuen wir noch einmal 190 Personen“, weiß Katharina Starzer. Die Mönchdorferin, seit fünf Jahren bei der Volkshilfe, muss sich dieser Tage Vorwürfe gefallen lassen, dass zahlreiche Flüchtlinge übereilt aus ihren bisherigen Quartieren umgesiedelt werden. Im Fall von mehreren Kindern bedeutete das auch den Wechsel der Schule kurz nach Schulbeginn (Tips hat berichtet). „Ein Grund dafür ist, dass wir in den im Vorjahr mit viel Mühe erschlossenen Quartieren viele leere Plätze haben – und die Miete zahlt die Volkshilfe, wenn niemand drinnen wohnt“, sagt Starzer. Ein Umstand, den Ekber Gercek, OÖ-Leiter der Volkshilfe AsylwerberInnen-Betreuung, bestätigt: „Wir haben im ganzen Bundesland derzeit rund 360 freie Wohnplätze. Für leere Quartiere gibt es vom Land OÖ nicht den üblichen Tagsatz von 19 Euro.“ Im Übrigen sei auch die in Aussicht gestellte Erhöhung des Tagsatzes bisher ausgeblieben.

Wohnqualität und Bildung

Neben der finanziellen Seite sind für Katharina Starzer eine höhere Wohnqualität und bessere Bildungschancen (z.B. vom Land OÖ finanzierte Deutschkurse) mindestens genauso wichtige Gründe für die Umsiedlung. „Für einige Familien haben wir Wohnungen bekommen, wo es ausreichend Platz gibt, wo die Kinder gut lernen können, wo auch das Miteinander der Nationalitäten möglichst konfliktarm funktioniert. Die Chance muss man wahrnehmen, bevor das Quartier anderweitig vergeben wird. Im Fall von Schönau war es nach einem Rohrbuch naheliegend, die Leute woanders unterzubringen.“

Klärendes Gespräch

Sowohl Starzer als auch Ekber Gercek betonen die große Bedeutung der ehrenamtlichen Helfer, die sich im Fall von Schönau von der sehr kurzfristig erfolgten Umsiedlung vor den Kopf gestoßen fühlen. „Wir haben ein Schreiben an die Volkshilfe aufgesetzt und möchten mit den Verantwortlichen ein klärendes Gespräch führen“, heißt es seitens der Gruppe „Miteinander in Schönau“ (MiSch).

Kontakt aufrecht halten

Für die Regionalleiterin ist die Umsiedlung der Asylwerber nicht gleich das Ende des Kontakts mit den Ehrenamtlichen – und das ist ganz im Sinne von „MiSch“. „Viele Helfer sind ja sogar mit in die neuen Quartiere gefahren und haben bei der Übersiedlung geholfen“; sagt Starzer.

„Ich kann nicht sagen, ob das in einem Jahr noch der Fall ist, aber die Freundschaften und Kontakte werden auf jeden Fall weiter gepflegt.“ Und das werde bei der Volkshilfe durchaus begrüßt, denn zur „Hochzeit“ der Flüchtlingsankünfte wurden Personal und Stunden aufgestockt. Jetzt, in Zeiten der stagnierenden Flüchtlings-Ankünfte, muss nun wieder reduziert werden.


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