Wunder Wald - Die neue Jahresausstellung im Kunstmuseum Waldviertel
SCHREMS. Am Samstag, 24. März wurde im Kunstmuseum Waldviertel die diesjährige Jahresausstellung 2018 eröffnet. „Wunder Wald – Die Geheimnisse des Waldes“ ist der Titel der sehenswerten künstlerischen Präsentation. Tips Redakteur Erich Schacherl hat den Wunderwald besucht.

Nach den großartigen Ausstellungen der vergangenen Jahre ist dem Team des Kunstmuseums Waldviertel mit der diesjährigen Jahresausstellung „Wunder Wald – Die Geheimnisse des Waldes“ erneut ein beeindruckendes künstlerisches Projekt gelungen.
Makis Warlamis liebte den Wald
Natürlich stehen auch diesmal die fantastischen und einzigartigen Bilder des 2016 verstorbenen Künstlers Makis Warlamis im Zentrum. „Warlamis hat den Wald geliebt“, erzählt Bernhard Antoni-Bubestinger, Kurator der Ausstellung und langjähriger Kollege, Mitarbeiter und Freund von Makis Warlamis. „Er hat fast täglich seine Wanderung im Wald hinter Kottinghörmanns Richtung Eibenstein, am Vater-Unser-Stein und am Forsthaus vorbei, gemacht. Für ihn war der Wald ein eigener Raum, in dem sich Vieles anders dargestellt hat, als draußen in der freien Landschaft“, ergänzt Antoni-Bubestinger. Wie Warlamis diesen Raum dargestellt hat, ist auf zahlreichen Beispielen unterschiedlicher Schaffenszeiten zu sehen. Er hat ja über mehrere Jahrzehnte immer wieder Wald- und Waldviertelbilder gemalt. Lichtvoll, magisch, spirituell, realistisch echt, dann wieder entfremdet, so präsentieren sich die Werke dem Zuschauer. Einfach wunderbar. Die Liebe des Künstlers ist in jedem einzelnen Bild zu sehen und vor allem auch zu spüren. Es ist eine wahre Freude, das Waldviertel aus dieser Perspektive zu sehen und kennenzulernen.
Magie der Steine
Nicht nur der Wald, auch die Granitlinge im Waldviertel haben den spirituellen Künstler inspiriert. Deshalb sind passenderweise auch einige seiner Steinbilder ausgestellt, die auf den ersten Blick sehr einfach erscheinen, bei genauerer Betrachtung allerdings eine kraftvolle Tiefe entwickeln. „Ich habe versucht, die Botschaften der Steine zu entschlüsseln. Sie sind Urwesen, die sich über Millionen von Jahren bis in unsere Zeit gerettet haben. Jeder Stein ist für mich wie eine kleine Erde, ein Stern, ein kleiner Kosmos. Ich habe sie wie Persönlichkeiten gemalt, wie Wächter eines Kultplatzes der Neuzeit“, hat Warlamis gesagt.
Nicht nur Kunst
Die Jahresausstellung befasst sich nicht nur in künstlerischer Weise mit den Geheimnissen des Waldes, sondern zeigt auch Informationen aus Wissenschaft, Forschung, Forst- und Waldwirtschaft. Die Idee dahinter erläutert Kurator Antoni-Bubestinger: „Schon zu Beginn der Ausstellung (Anmerkung: Im ersten Raum) begegnen uns anschauliche Informationstafeln, die viel Wissenswertes über den Wald allgemein, über das Material Holz usw. enthalten. Wir haben ja gerade in den letzten Jahren erstaunliche Erkenntnisse in Zusammenhang mit Klimawandel, der Auswirkung auf unsere Gesundheit oder der Baumvernetzung untereinander gewonnen. Wir weisen auch auf unsere Naturparks oder den letzten verbliebenen Urwalds Niederösterreichs hin. Darüber hinaus wollen wir aber auch zeigen, wie man gerade aus den spezifischen Bedingungen unserer Region eine produktive Verbindung von Kultur und Wirtschaft schaffen kann“.
Mehrere Künstler
Neben Werken von Makis Warlamis und Heide Warlamis sind auch andere Künstler in der Jahresausstellung vertreten. Der Kurator: „Die Ausstellung ist auch eine Hommage an unseren geliebten Künstler, und so haben wir einige Freunde und Wegbegleiter aus dem In- und Ausland eingeladen, mitzuwirken. Außerdem spiegelt sich in diesem Konzept, eine geschlossene organische Einheit in ihrer Vielgestalt und Komplexität auch von verschiedenen Blickwinkeln zu zeigen, der Wald selbst“. Bernhard Antoni-Bubestinger selbst hat einige Hangings und die Wand der energetisch starken Rauminstallation „Lichtung“ gestaltet. Für ihn ist der Wald „vor allem Kindheitserinnerung“, erinnert er sich. Heide Warlamis ist mit der Rauminstallation „Kunstwald“ künstlerischer Teil der Jahresausstellung. Für sie ist der Wald „immerwährende Quelle der Inspiration und Erinnerung“. „Ihre Kunst entwickelt sich aus der Wechselbeziehung zwischen den Wäldern und deren Erzählungen“, heißt es im schönen Katalog zur Ausstellung. Bei der Betrachtung ihrer Terrakotta Figuren – Jäger, Hirsch, Förster oder frühe Jäger und Sammler – ist ein Schmunzeln kaum zu vermeiden. Das ist gut so, denn „Humor ist so wichtig“, erzählt die Künstlerin.
Gesamterlebnis Wald
Die Ausstellung ist wirklich empfehlenswert. Vielen Waldviertlern – nomen es omen – liegt der Wald ja besonders am Herzen. Deshalb ist es bereichernd, die verschiedenen Blickwinkeln die die Jahresausstellung anbietet, einzunehmen, zu beobachten und zu genießen. Kurator Bernhard Antoni-Bubestinger abschließend: „In den Wald zu gehen ist schön. Wir finden es erholsam, gesund, entspannend usw.. Das ist das Eine. Dann wissen wir mittlerweile sehr viel von der Wichtigkeit des Waldes aus Forschung, Medizin, Forstwirtschaft usw. Das kommt noch dazu. Wir versuchen durch die Ausstellung all diese eher separiert gewonnenen Eindrücke wieder zusammenzuführen und den Besuchern ein stimmungsvolles athmosphärisches, auch geistiges Gesamterlebnis zu ermöglichen. Aus dem flüchtigen Walderlebnis und dem Waldwissen ein Waldbewusstsein zu schaffen und eine tiefgehende, lang anhaltende Freundschaft“.
Jahresausstellung „Wunder Wald“
24. März 2018 - 13. Jänner 2019
www.daskunstmuseum.at


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