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Ambitionierter Filmclub bringt hochkarätiges Kino nach Schrems

Olivia Lentschig, 25.12.2019 08:00

SCHREMS. Kinogenuss mitten im Ort – mit diesem Ziel hat sich in Schrems ein neuer Filmclub gegründet. Im zweiwöchentlichen Rhythmus zeigt der Club ausgewähltes Filmmaterial, das auch zum Nachdenken anregen soll.

  1 / 2   Die Mitglieder des Schremser Filmclubs sorgen für Kinogenuss mitten im Ort: Viktoria Prinz, Tobias Spazierer, Ernst Hobecker, Raphael Kößl, Renate Gönner und Laura Boob (v.l.) Fotos: Filmclub Schrems

Tips: Wie kam es zur Gründung des Filmclubs und wie viele Mitglieder zählt der Verein bereits?

Raphael Kößl: Als „Zugezogener“ ist mir aufgefallen, dass es in Schrems kein Programmkino gibt – als sich dann die Möglichkeit ergab, den Veranstaltungssaal im Hotel zur Sonne für diese Zwecke zu nutzen, haben wir die Chance ergriffen. Momentan besteht der Verein aus der sechsköpfigen „Gründergruppe“. Bisher haben wir noch nicht aktiv um Mitglieder geworben. Interessierte können sich aber gerne an uns wenden: filmclub@posteo.at

Tips: Welchen Sinn und Zweck verfolgt der Club?

Raphael Kößl: Der Filmclub will österreichisches und internationales Qualitätskino nach Schrems bringen und damit Filme, die man sonst nur in der Stadt in speziellen Kinos sehen kann – die aber ausgesprochen sehenswert sind – auch für die örtliche Bevölkerung zugänglich machen. Unser Fokus liegt außerdem auf der Förderung einer lebendigen Ortskultur: der Förderung der Geselligkeit und des Zusammenkommens. Durch die hochkarätigen Inhalte der Filme nehmen wir in gewisser Form auch einen Bildungsauftrag wahr.

Tips: Worauf dürfen sich die Zuseher im kommenden Kinojahr 2020 freuen?

Raphael Kößl: Am 15. Jänner zeigen wir „But Beautiful“. Dazu dürfen sich die Besucher auf einen speziellen Ehrengast freuen: der Regisseur Erwin Wagenhofer wird zum Filmgespräch vor Ort sein. Außerdem werden wir noch den, auf historischen Fakten basierenden, Spielfilm „Murer – Anatomie eines Prozesses“, eine Aufarbeitung der NS-Vergangenheit eines österreichischen Politikers, sowie die Dokumentation „Erde“ oder zum Start in die Landwirtschaftssaison „Aus Liebe zum Überleben“ spielen. Weitere geplante Spielfilme sind „Jahrhundertfrauen“ rund um den Weltfrauentag am 8. März und „Styx“, der sich mit der Schließung der Mittelmeerroute beschäftigt. Grundsätzlich werden wir wieder eine ausgewogene Mischung zwischen Dokumentationen, tiefgehenden, berührenden Spielfilmen und leichten, heiteren Spielfilmen sowie Filmklassikern und Filmen mit Regionalbezug präsentieren.

Tips: Haben Sie einen persönlichen Lieblingsfilm?

Raphael Kößl: Den einen speziellen Lieblingsfilm gibt es nicht. In letzter Zeit haben mich die Filme „Weit“, in dem ein junges Paar ohne Flugzeug rund um die Welt reist und „Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen“ stark positiv berührt. Auch der Spielfilm „Styx“ zählt zu meinen Favoriten. In dem Streifen geht es um die Rettung, beziehungsweise willentliche Nicht-Rettung von afrikanischen Migranten aus der Seenot im Mittelmeer. Mit seiner großen Realitätsnähe hat mir der Film in aller Klarheit vermittelt, wie hoch der Preis ist, wenn sich Politiker in Europa mit „der Schließung der Mittelmeerroute“ brüsten.


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