Schweiggers grüßt Senegal
SCHWEIGGERS. Jüngst konnte man in der Gemeinde Schweiggers eine senegalesische Delegation in Empfang nehmen. Im Zuge der österreichweiten Reise, organisiert vom Klimabündnis Österreich, standen vor allem Best-Practice-Beispiele im Mittelpunkt.

Erste Station war das Jugendgästehaus Sallingstadt, wo gerade eine Schülergruppe ihre Projektwoche zum Thema Recycling abhielt. Vizebürgermeister Josef Schaden begrüßte die Gäste auf das Herzlichste, sie tauschen sich über Chancen für die Bevölkerung am Land aus.Vorzeigebetrieb BiohofWeiter ging es zum Biohof Koppensteiner in Schwarzenbach. Ismael Ndao und Abdourahmane Guèye zeigten sich von den Photovoltaikanlagen auf Stall und Scheune sowie der automatischen Melkanlage und von der Entwicklung des Betriebes sehr beeindruckt. Heute verkauft Koppensteiner 1.000 Liter Milch pro Tag und beliefert mit seinem Bio-Milchhof rund 80 Kunden. Gasthäuser oder Altersheime aus der Region zählen ebenso wie Bio-Bäcker Joseph in Wien zu seinen Abnehmern. Viehbauern im Senegal leben dagegen heute noch meist als Nomaden und legen mit ihrem Vieh oft Strecken von bis zu 500 Kilometer zurück, um genügend Wasserquellen zu finden. Die Versorgung mit Wasser stellt aufgrund der schon spürbaren Auswirkungen des Klimawandels heute ein noch größeres Problem dar.Erdäpfelwelt SchweiggersZum Abschluss durfte ein Besuch in der Erdäpfelwelt Schweiggers nicht fehlen. Dort wurden die Gäste bereits von Bürgermeister Johann Hölzl und Herbert Hödl empfangen.Weiter ging die Reise schließlich in das Bildungszentrum Seitenstetten, wo der Film „Das Land im Ausverkauf“ präsentiert wurde. Abdourahmane Guèye und Ismael Ndao gaben Beispiele aus ihrer Heimat wieder. Ein italienisches Unternehmen hat sich einige Tausend Hektar Land im Norden angeeignet, um dort Sonnenblumen für die Produktion von Ethanol anzubauen. Dieser Ethanol findet sich beigemengt in unserem Treibstoff wieder. Vor Ort verlieren Bauern ihr Land und damit ihre Lebensgrundlage.Auch wenn die Beispiele aus Äthiopien oder dem Senegal für uns weit weg erscheinen. Diese Bauern werden oft von ihrem Land vertrieben, zuerst versuchen sie ihr Glück in der Stadt, finden sie dort keine Arbeit, bleibt oft nur die Flucht nach Europa. Mit ihrer Arbeit im Senegal begleiten Abdourahmane Guèye und Ismael Ndao Bauern dabei, mit angepasstem Saatgut, Tröpfchenbewässerung oder Steinwällen für den Erosionsschutz Gemüse-, Obst- und Reis erfolgreich anzubauen.


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