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SIERNING. Bürgermeister Manfred Kalchmair spricht über die positive Bevölkerungsentwicklung, Arbeitsplätze in der Gemeinde und über das brisante Fußball-Derby.

Tips: Die Gemeinde gewinnt laufend Einwohner hinzu. Was macht Sierning besonders lebenswert?

Manfred Kalchmair: Sierning ist immer noch eine ländlich strukturierte Gemeinde mit hoher Wohnqualität. Der soziale Zusammenhalt ist sehr groß. Menschen fühlen sich in Sierning wohl und schätzen die gute ärztliche Versorgung, die Einkaufsmöglichkeiten, und das alles in unmittelbarer Nähe von Naturräumen. Nicht zu vergessen ist das rege Vereinsleben in unserer Marktgemeinde.

Warum ist man gerade für junge Familien attraktiv?

Kalchmair: Wohnen im Grünen ist ein großer Anziehungspunkt. Durch die Anstrengungen im Wohnungsbau wurde in den letzten Jahren ein Angebot an familiengerechten Wohnungen geschaffen. Durch Reihenhausanlagen und Einzelhäuser konnten sich auch jene Familien ansiedeln, die gerne individuell wohnen. Das Angebot in den Bereichen Kinderbetreuung, Schulen und Gesundheitsversorgung ist auf einem sehr hohen Niveau.

Welche Projekte gibt es in Sachen Infrastruktur?

Kalchmair: Eines der größten Projekte ist die Erschließung einer neuen Trinkwasserversorgung. Gemeinsam mit Steyr und Garsten haben wir einen neuen Brunnen in Tinsting erschlossen. Das Projekt ist soweit fertig und wenn das Land Oberösterreich den Benützungsbescheid erlässt, kann Wasser von höchster Qualität in das Sierninger Netz eingespeist werden. Dann wird es möglich, den Brunnen in Paichberg zu schließen. Die unmittelbar nächste Aufgabe wird es sein, das derzeitige, bereits viel zu kleine, Altstoffsammelzentrum an einen neuen Standort zu verlegen.

Welche Herausforderungen kommen auf die Gemeinde zu?

Kalchmair: Trotz der Förderung der Marktgemeinde für Neugründungen im Zentrum war es bisher nur beschränkt möglich, neue Geschäfte nach Sierning zu bringen. Meiner Ansicht nach kann es ein Weg sein, Geschäfte mit Nischenangeboten in das Zentrum zu holen. Mit der Kerndlgreißlerei haben wir ein gutes Beispiel dafür. Eine weitere Herausforderung sehe ich in der Schaffung von verfügbarem Bauland. Sierning verfügt über eine große Anzahl von gewidmeten, aber unbebauten Bauparzellen. Dieses Bauland zu mobilisieren stellt eine große Aufgabe dar. Außerdem verfügt Sierning über zu geringe Reserven an Betriebsbauland. Wenn die Gemeinde weiter dynamisch bleiben will, muss es möglich sein, auch in der Gemeinde zu arbeiten. Dafür brauchen Betriebe Entwicklungsmöglichkeiten, die wir derzeit nicht haben.

Nach Jahrzehnten gibt es wieder ein Fußballderby zwischen Sierning und Neuzeug. Wem drücken Sie die Daumen?

Kalchmair: Wenn ich auf den Fußballplatz gehe, unterstütze ich immer den Heimverein, egal ob in Sierning oder Neuzeug. Wer das Derby gewinnt ist für mich nicht ganz so wichtig. Wichtig ist was die Vereine während des Jahres leisten. Die hervorragende Arbeit im Nachwuchsbereich ist dabei hervorzuheben, mehr als 150 Kinder und Jugendliche sind hier aktiv.

Werden Sie bei der Gemeinderatswahl 2021 wieder kandidieren?

Kalchmair: Ich bin seit April 2000 Bürgermeister und habe es noch an keinem Tag bereut. Ich bin gerne unter Menschen und es ist für mich eine schöne Aufgabe, an der Gestaltung der Gemeinde teilhaben zu können. Aus heutiger Sicht sehe ich keinen Grund, 2021 nicht noch einmal zur Wahl anzutreten.


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