Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

SIERNING. Schon als Kind in den Nachkriegsjahren hat sich Franz Bräuer für den Rudentanz interessiert. Von 1981 bis 2018 war das Original aus Sierning Obmann des Ruden-Komitees.

Die Freunde Johann Reichhardt (links) und Franz Bräuer Foto: rh
Die Freunde Johann Reichhardt (links) und Franz Bräuer Foto: rh

„Mein Vater war bei der Gründberger Rud und wir Kinder deshalb oft bei den Proben dabei“, erinnert sich Bräuer beim Gespräch mit Tips. Dafür hat sich der 76-Jährige mit seinem Freund Hans Reichhardt Verstärkung eingeladen. Die beiden standen lange an der Spitze des Komitees, ehe sie vor zwei Jahren zurücktraten und nun Ehrenmitglieder sind.

Immer noch aktiv

Reichhardt war 20 Jahre Tanzherr, Bräuer stolze 37 Jahre Obmann. Am kommenden Faschingsdienstag werden beide wieder zum Gelingen der Großveranstaltung im Forsthof und im Rudensaal beitragen. „Ich werde zum Beispiel die Ehrengäste begrüßen“, sagt Bräuer, der im Gegensatz zu Reichhardt selbst nie aktiver Rudensänger war. Dafür war er beruflich als Landwirt am Bachnergut sowie in vielen Ämtern zu sehr eingespannt.

Politisch engagiert

Bräuer wurde 1973 ÖVP-Gemeinderat in Sierning und war später zehn Jahre lang Vizebürgermeister der Marktgemeinde. Für die Interessen der Landwirte setzte er sich als Bezirksbauern-Obmann ein und war viel in den 21 Gemeinden der Region Steyr unterwegs. Der Einstieg ins Rudenkomitee erfolgte 1976, von 1981 bis 2018 war er Obmann.

Schwierige Zeiten

Die Traditionsveranstaltung ist heute beliebt wie selten zuvor, der Rudentanz hatte aber auch sehr schwierige Zeiten zu meistern. „Bei der schlechtesten Besetzung waren nur sechs Ruden dabei“, erinnert sich Bräuer. „Damals haben uns die Waldneukirchner das Überleben gesichert.“ Die Krisenzeiten Ende der 70er-Jahre waren damals ein Spiegelbild der Gesellschaft. „Brauchtum hatte keinen Stellenwert, jetzt ist das Gott sei Dank wieder anders und die jungen Leute tragen gerne wieder Tracht“, so Bräuer, der betont: „Von allen meinen Ämtern war mir jenes als Obmann des Rudenkomitees das liebste.“

Vielfach ausgezeichnet

Bräuer waren Harmonie und Freundschaft zwischen den einzelnen Gruppen immer wichtig. Von den Auftritten der Volkstänzer und den kreativen Gstanzln in Reimform ist er Jahr für Jahr begeistert. „Die Gesangsqualität bei den Ruden ist heute gewaltig“, sagt Bräuer, der für seine Verdienste vielfach ausgezeichnet wurde. Etwa mit dem Ehrenring der Marktgemeinde Sierning oder dem Silbernen Verdienstzeichen des Landes Oberösterreich.

Franz Bräuer, Jahrgang 1943, ist mit drei Brüdern und einer Halbschwester in Gründberg aufgewachsen. Seine leibliche Mutter verstarb 1944 an einem Gehirntumor. Auf den beiden Höfen, die sein Vater und seine Stiefmutter bewirtschafteten, mussten alle Kinder anpacken.

Franz Bräuer besuchte die Landwirtschaftsschule und machte nach dem Bundesheer die Meisterprüfung. 1965 heiratete er seine Ernestine und wurde Landwirt am Bachnergut. Die beiden haben eine Tochter und einen Sohn. Franz junior (Seven-Up-Musiker) übernahm 1998 den Erbhof.

Franz und Ernestine Bräuer leben seit 2015 in einer Wohnung im Sierninger Ortszentrum.


Mehr zum Thema


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden