Titelverteidiger bei Sensenmäh-EM aus Offenhausen
ST. FLORIAN/OFFENHAUSEN. Fand die Europameisterschaft im Handmähen vor zwei Jahren in der Schweiz statt, wird sie heuer von 14. bis 15. August in St. Florian am Inn ausgetragen. Titelverteidiger ist der Offenhausner Lokalmatador Bernhard Selinger.

Seit über einem Jahr kümmern sich die Landjugend Diersbach und Taufkirchen/Pram um die Vorbereitungen für die Europameisterschaft im Handmähen – also im Sensenmähen. Insgesamt nehmen neun Nationen – von Großbritannien über die Schweiz bis zum Baskenland – an der Europameisterschaft teil. Unter den in Summe 123 Teilnehmern kämpfen auch 15 Oberösterreicher um den Titel.
Eine wahre Herausforderung
Mit reiner Muskelkraft gilt es für die Männer, eine Fläche von 100 Quadratmetern und für die Frauen 35 Quadratmeter zu bewältigen. Insgesamt spielt sich der Wettbewerb auf einer Fläche im Ausmaß von zwei Fußballplätzen ab. Diese werden in Hinblick auf faire Bedingungen sorgfältig mit einer Spezialmischung besät und präpariert. „Es wird so umgegangen wie mit einem englischen Rasen“, schmunzelt Markus Schmidseder von der Landjugend Diersbach. „Wir haben im Frühjahr sogar noch mal nachsäen müssen.“
Titelverteidiger aus Oberösterreich
Doch bei der Meisterschaft geht es nicht nur darum, das hohe Gras in die Knie zu zwingen. Letztendlich entscheidet Sauberkeit, Schnelligkeit und Technik. „Die Titelverteidigung wird ein Kampf“, ist sich Karl Grabmayr sicher. Diesem Kampf sieht der amtierende Europameister Bernhard Selinger aus Offenhausen entgegen, der seine Sensentechnik seit 2017 weiter perfektioniert hat.
Seine Leidenschaft hat mit acht Jahren begonnen, als er das Sensenmähen von seinem Opa gelernt hat. „Was der Opa gerne tut, muss der Enkel natürlich auch machen“, schmunzelt Selinger. Sein Kindheitshobby hat er dann jedoch erst mit 17 Jahren wiederaufgenommen. Seither trainiert er zur Vorbereitung auf wichtige Wettkämpfe täglich und perfektioniert seine Technik. „So wie andere Leute ins Fußballtraining gehen, gehen wir ins Sensenmähtraining.“
Spezialsense für Spitzensport
Doch nicht nur seine Technik machte ihn zum Sieger, sondern auch sein Werkzeug: „Ich habe mich darauf spezialisiert, jeden Handgriff selbst zu machen“, sagt er und bezieht sich dabei auf seine eigens verbesserte Sense, die den großen Belastungen standhält. Ein weiterer Geheimtipp des Offenhausners ist seine Einstellung gegenüber dem Wettbewerb. „Ich will mir selber keinen Druck machen. Ich habe schon mehr erreicht, als ich jemals geglaubt hätte.“
Am Abend nach dem Bewerb werden dann die Sieger gekürt. „Das ist ein Gänsehautmoment“, beschreibt Felix Niedermayer von der Landjugend Taufkirchen. Dabei ziehen alle Sieger mit Fahnen und in ihren traditionellen Trachten ein.
Nachhaltiges Rahmenprogramm
Nicht nur bei der Siegerehrung spielt Tradition eine wichtige Rolle, sondern auch beim umfangreichen Rahmenprogramm. Dieses reicht von einer Feldmesse bis hin zu einem Frühschoppen mit regionalen Schmankerln, Musik und Tanz. Auch auf die Frage „Wie war es früher?“, wird im Rahmen des Ernteumzuges und der Mäherparade eingegangen. Dort trumpfen die Nationen in ihrer eigenen Tracht und mit ihren eigenen Bräuchen auf. Bei dem Wettbewerb „Mensch gegen Maschine“ treten die Handmäher gegen Traktoren an. „Das ist immer ziemlich knapp.“
Besonders viel Wert wird bei der Großveranstaltung, bei der bis zu 5.000 Besucher erwartet werden, auch auf die Nachhaltigkeit gelegt. So ist diese als „Green Event“ angelegt: Unter anderem wird auf klimafreundliche Mobilität und Vermeidung von Abfall geachtet.


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