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ST. FLORIAN. Harald Wintersteiger (FPÖ), Unternehmer und Vizebürgermeister von St. Florian am Inn, mahnt vor den Folgen der Coronakrise. 

Harald Wintersteiger, Unternehmer und Politiker (Foto: Privat)
Harald Wintersteiger, Unternehmer und Politiker (Foto: Privat)

Tips: Herr Wintersteiger, wie haben Sie die Zeit des Lockdowns erlebt?

Wintersteiger: Ich denke, dass das für uns alle eine harte Umstellung war. Die sozialen Kontakte auf ein Minimum herunterzufahren und das gesellschaftliche Leben anzuhalten war eine völlig neue Situation, mit der wir erst umzugehen lernen mussten. Ich bin aber froh, dass wir nun stückweise unsere alte Normalität und damit auch unsere Freiheit zurückerhalten. Der Umgang der Menschen mit dem Lockdown war vorbildlich, wenngleich ich mir der vielen Probleme, die dadurch entstanden sind, sehr wohl bewusst bin.

Tips: Von welchen Problemen sprechen Sie?

Wintersteiger: Zum einen die sozialen Verhältnisse, wo vielen Familien in kleinen Wohnungen die Decke auf den Kopf fiel. Die Ausmaße dessen werden erst nach und nach ans Licht kommen. Erschreckend sind aber schon jetzt der Anstieg der häuslichen Gewalt und jener Menschen, die durch Depressionen suizidgefährdet sind. Hinzu kommen wirtschaftlichen Probleme, welche die Unternehmer um ihre Existenz bangen lässt.

Tips: Was wäre Ihrer Meinung nach zu tun?

Wintersteiger: Man darf bei all den Debatten um Statistiken nicht vergessen, dass hinter jedem Unternehmer und hinter jedem Arbeitnehmer, der um seine Existenz bangt, ein dramatisches Einzelschicksal steht. Es geht um Familien, die sich sorgen, ob sie ihre Kinder noch ernähren können. Es bräuchte jetzt eine völlige Abkehr von den Corona-Maßnahmen, um den Unternehmen wieder Luft zum Atmen zu lassen. Da trägt das Verordnungschaos, das viele Fragen offenlässt, nicht sonderlich zu einer Erholung der Wirtschaft bei.

Tips: Wo würden Sie sich mehr Klarheit wünschen?

Wintersteiger: Das reicht von der irrsinnigen Maskenpflicht, bei der nicht klar ist, wann sie jetzt wirklich zu tragen ist, bis hin zu den bürokratischen Förderansuchen für den Härtefallfonds. Vor allem das Gastgewerbe leidet unter den vielen Auflagen. Wenn ich ins Lokal komme und an meinen Tisch gehe, habe ich die Maske zu tragen und beim Gang auf die Toilette nicht? Das ist doch alles nicht schlüssig und durchdacht.

Tips: Was halten Sie vom Härtfallfonds der Regierung?

Wintersteiger: Leider zu bürokratisch und undurchsichtig. Ich habe aus unzähligen Gesprächen gehört, dass bei vielen Unternehmern noch immer kein Geld geflossen ist und wenn, reichen die Mittel nicht aus, um langfristig liquid zu bleiben. Es hätte eine schnelle und unbürokratische Lösung gebraucht, die nicht nur einen Tropfen auf den heißen Stein darstellt. Und warum die Wirtschaftskammer mit der Abwicklung der Anträge beauftragt wurde, erschließt sich mir auch nicht ganz. Die Finanzämter hätten ohnehin schon alle relevanten Daten der Unternehmen gehabt.

Tips: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Wintersteiger: Dass wir schnellstmöglich zu unserer Normalität zurückkehren und unsere Freiheit wiedererlangen. Außerdem wünsche ich mir ein normales Wirtschaftsleben, um vielen Menschen Existenzängste zu nehmen und Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Das Beispiel der FACC zeigt, wie prekär die akutelle Lage ist. Womöglich werden dort rund 700 Arbeitsplätze abgebaut. Das wäre ein schwerer Schlag für den gesamten Wirtschaftsstandort Innviertel. 


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