Die jährliche Gefahr der heimischen Amphibien
ST. FLORIAN/ENNS. In Scharen starten die heimischen Kröten jedes Jahr im Frühling, sobald der Schnee geschmolzen ist, ihre Laichwanderung zu den naheliegenden Gewässern. Oft muss hier allerdings der Mensch als Lebensretter einspringen.

Es ist eines der faszinierendsten Phänomene der Natur, wenn im Frühling die heimischen Straßen von unzähligen Kröten – die selbstverständlich nicht wissen, dass sie sich dabei einer großen Gefahr aussetzen – heimgesucht werden. Damit die Kröten den vorbeifahrenden Autos nicht schutzlos ausgeliefert sind, werden von Naturschützern Fallen aufgestellt, die das Leben der Tiere retten sollen. So zum Beispiel auch in St. Florian beim Schloss Hohenbrunn oder in Enns nahe des Eichbergs.
Grund der Wanderung
Ab Anfang, Mitte März sind wieder Kröten, Frösche, Salamander, Unken und Molche auf Achse, da milde Temperaturen über fünf Grad Celsius die Amphibien aus ihrer winterlichen Kältestarre holen. Die Tiere wandern dann zu ihren Laichgründen, um dort ihre Eier abzulegen. Dabei müssen sie häufig Straßen kreuzen, um an die Seen und Tümpel zu gelangen, wobei Tausende dieser ohnehin gefährdeten Kleintiere dabei zu Tode kommen.
Krötenrettung in St. Florian
In St. Florian/Hohenbrunn kümmert sich die Familie Friedl von „Unser Bioladen – fairwurzelt in der Region“ bereits seit über zehn Jahren um die Erdkröten, die im Stiftsteich ablaichen. „In der Praxis sieht das so aus, dass Zäune aufgestellt und Kübel in der Erde vergraben werden, in die die Kröten dann hineinfallen“, erklärt Monika Friedl die Rettungsaktion. Zweimal pro Tag müssen die Kübel in der Regel „ausgeleert“, sprich: zu den Teichen getragen werden, um die Kröten sicher ans Ziel zu bringen.Zumindest war das früher einmal der Fall, heuer hat die Anzahl der wandernden Kröten in diesem Gebiet drastisch abgenommen. „Die Kübel sind heuer schon seit über zwei Wochen eingegraben – zum Stiftsteich tragen mussten wir sie heuer aber erst einmal.“ Allerdings könne es durchaus sein, so Friedl weiter, dass der große „Schub“ noch kommt, „da die Kröten ein warmes, feuchtes Wetter für ihre Wanderung bevorzugen und es bisher zwar warm war in den letzten Wochen, allerdings ohne wirklichen Niederschlag.“
Helfer für Enns
Auch im Gebiet des Ennser Eichbergs machen sich jährlich zahlreiche Kröten auf den Weg zu den naheliegenden Fischteichen, allerdings findet dort momentan keine Betreuung statt. „Wir sind immer wieder froh über ehrenamtliche Helfer, die den Kröten auf ihrer Wanderung behilflich sind“, so Julia Kropfberger vom Naturschutz OÖ, der die Rettungseinsätze koordiniert. Freiwillige können sich unter 0732/779279 melden.


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