Ein Opfer bricht sein Schweigen: „Ich wurde jahrelang sexuell missbraucht“
ST. FLORIAN, SCHÄRDING. Sexueller Missbrauch ist keine Seltenheit. Nur wird darüber kaum gesprochen.

Anni Hasibether aus St. Florian am Inn hat als Kind selbst am eigenen Leib erfahren, wie sich diese Erniedrigung und Demütigung anfühlt. Um weiteren Opfern Mut zu machen, hat sich die Innviertlerin dazu entschlossen, ihre tragischen Erlebnisse zu Papier zu bringen und ein Buch zu veröffentlichen. Das Werk „Anni – Die Geschichte einer Kinderseele“ ist jedoch keine Abrechnung mit der Männerwelt. „Es gibt ja auch genug Männer, welche sexuell missbraucht werden“, so Hasibether, die jedoch zugibt, jahrelang einen Groll gegen sie gehegt zu haben. „Ich habe sie oft ausgenutzt und verletzt. Wahrscheinlich habe ich so versucht, Rache zu nehmen“, so die fünffache Mutter. Dass sie überhaupt ein Buch verfasst, hat sie ihrem derzeitigen Lebenspartner zu verdanken. „Dank ihm hat sich meine Sichtweise geändert und ich habe gelernt, offen mit meinem Schicksal umzugehen“, so Hasibether.
Kunst als Therapie
Auch das Malen hat der Innviertlerin geholfen, die Ereignisse zu verarbeiten. „Die Malerei ist eine unheimlich wertvolle Hilfe. Die Zeichnungen sind voller Emotionen. Einige von den Bildern sind in meinem Buch abgedruckt“. so Hasibether, welche mit ihrem Buch die vielen Opfer sexueller Gewalt wachrütteln will, offen mit ihrem Schicksal umzugehen. „Jene, die missbraucht wurden, dürfen nicht alles in sich hineinfressen, sondern müssen versuchen, das Geschehene zu verarbeiten“, meint Hasibether


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