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ST. FLORIAN. Ein Aufruf an die Öffentlichkeit, der Zerstörung und Versiegelung des Bodens Einhalt zu gebieten, bildete den Abschluss, der von den Schülern der HLBLA St. Florian organisierten Veranstaltung „Stoppt den Bodenverbrauch“. 

Foto: HLBLA St. Florian
Foto: HLBLA St. Florian

Unser Umgang mit dem Boden, eine der wichtigsten Lebensgrundlagen, muss sich ändern – diese Überzeugung bekundeten alle Teilnehmer lautstark in einer Videobotschaft: „Wir lassen uns unsere Zukunft nicht verbauen, stoppt den Bodenverbrauch – jetzt!“ Dass diese Forderung nicht nur legitim ist sondern auch notwendig, war eine der Erkenntnisse, die die Schüler während ihrer Arbeit gewonnen haben.

Programm

Das Programm des Workshops beinhaltete die Präsentation der Projektergebnisse sowie Kurzvorträge von Experten. In einer anschließenden Arbeitsphase wurden mithilfe der „World-Café-Methode“ die Themen Bewusstseinsbildung für den Schutz des Bodens, Risiken und Gefahren durch Versiegelung, gesetzliche Änderungen zur Minimierung des Bodenverbrauchs und erfolgreiches Leerflächenmanagement behandelt.

Verlorene Bodenhaftung

Die erarbeiteten Ergebnisse zeichnen ein Bild einer Gesellschaft, die die „Bodenhaftung“ verloren habe. Ungebremste Flächenversiegelung auf Kosten zukünftiger Generationen werde mit Hinweis auf steigenden Wohlstand durch Wirtschaftswachstum gebilligt. Gemeinden würden miteinander im Wettbewerb stehen und aufgrund zusätzlicher Steuereinnahmen um Firmenansiedlungen buhlen.

Versiegelter Boden ist toter Boden

„Die Gefahren dieser Entwicklungen sind uns noch zu wenig bewusst“, sagt Wolfgang Winkler von der Hagelversicherung. Immerhin sei versiegelter Boden, toter Boden und all seiner Funktionen beraubt. Er speichert kein Wasser, bindet kein Kohlendioxid, bietet keinen Lebensraum für Tiere und Pflanzen, hat keine temperaturausgleichende Wirkung und produziert keine Lebensmittel. Die Folgen seien Hitze, Überschwemmungen, Verlust der Biodiversität und Hunger.

Best-Practice Beispiel

Landtagsabgeordnete Ulrike Böke sieht jetzt schon viele Möglichkeiten im bestehenden Rechtsrahmen. Es würde nur am Willen mangeln, diesen im Sinne des Bodenschutzes voll auszuschöpfen. Wie das Raumordnungsgesetz die Ortskernbelebung unterstützen kann und damit Leerstand verhindert wird, zeige Waidhofen an der Ybbs. Wenige Kilometer östlich von St. Florian konnte von Christian Schneider und Johann Stixenberger das umgesetzt werden, was vielen oberösterreichischen Gemeinden als Vorbild dienen könnte. Nachdem Motto: “unser Ortszentrum ist das Einkaufszentrum“, wurde ein Gemeinderatsbeschluss gefasst, der den Bau von Einkaufzentren auf der grünen Wiese untersagt. Gleichzeitig wurde eine Strategie für die Belebung des Zentrums entwickelt. Der Erfolg bestätigt die Initiatoren in ihrer Arbeit. 


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