Junger St. Valentiner arbeitete 13 Wochen auf einer Farm in Australien
ST. FLORIAN/ST. VALENTIN. 18 Jahre jung, Schüler an der HLBLA St. Florian und stets auf der Suche nach Abenteuern – im Rahmen eines Praktikums verbrachte Felix Lumetsberger 13 Wochen alleine in Australien, um dort auf einer Farm mitzuarbeiten und um zu lernen, vor allem fürs Leben.

Trotz der augenscheinlichen Coolness des jungen Mannes, den man aufgrund seiner ausgeglichenen Wesensart durchaus auch ein paar Jahre älter schätzen könnte, wohnte ihm doch eine recht große Portion an Respekt inne, als er erfahren hatte, nun tatsächlich 13 Wochen lang alleine in Down Under zu verbringen. Aber: „Wann bekommt man schon eine solche Chance, noch dazu, wenn die Eltern hinter dem Vorhaben stehen und sie es dann schlussendlich auch ermöglichen“, war sich Lumetsberger seiner Entscheidung schlussendlich dann doch relativ schnell sicher, „außerdem war es für mich an der Zeit, auf eigenen Beinen zu stehen und zu sehen, wie weit ich es alleine schaffen kann.“
Erste Hürde
Der junge St. Valentiner war überhaupt der erste Schüler der HLBLA St. Florian, der im Rahmen seines landwirtschaftlichen Praktikums einen Fuß auf den fünften Kontinent gesetzt hatte, weshalb er nicht auf Erfahrungswerte seiner Schulkameraden zurückgreifen konnte. Als er dann im Juni 2018 in Guyra im Bundestaat New South Wales, fern ab jeglicher moderner Zivilisation, angekommen war, war es zunächst die Sprache, die ihn etwas irritierte. „Grundsätzlich war ich nie schlecht in Englisch, der Slang beschäftigte mich aber zunächst doch eine Weile. Wenn man sich aber erst einmal daran gewöhnt hat, geht es einem relativ leicht über die Lippen“, so Lumetsberger.
Aufgaben
Auf einer 1.000 Hektar großen Farm zählte allen voran die Obhut von rund 800 Schafen und 350 Rindern zu seinen Aufgaben. „Ich fuhr dann immer mit dem Quad oder einem Motorrad durch die Wildnis, um die Tiere zusammenzutreiben oder die jungen von den älteren zu selektieren“, erzählt Lumetsberger. Beim jährlichen Scheren der Schafe – diese Arbeit erstreckt sich über zwei Tage –, kam der junge St. Valentiner mit nur vier Gehilfen mächtig ins Schwitzen. Der Verkauf der Schafwolle sei eine wichtige Einnahmequelle für australische Farmer, die im Vergleich zu heimischen Bauern mit weitaus größeren Herausforderungen zu kämpfen hätten. „Ein großes Problem zum Beispiel ist die Dürrezeit, wenn kein Regen fällt und die Tiere kein Gras mehr zum Fressen finden. Für die Farmer stellt sich dann die Frage, ob sie Futter teuer zu- oder Nutztiere verkaufen.“ Aber auch andere Aspekte stellen diesbezüglich große Herausforderungen dar.
Lauf der Dinge
Da natürlich auch andere Tiere vom saftigen Gras abhängig sind, bleibt den Farmern oft nichts anderes übrig, als Kängurus und Hasen zu schießen, um ihre Nutztiere über die Runden zu bringen. Lumetsberger hat selbst fünf Kängurus erlegt, es gehöre einfach zu den Aufgaben eines Farmers, wenn er sein Überleben sichern will. „Eine weitere Bedrohung stellen ausgetrocknete Regenwasserstellen (australisch: dams) während der Dürrezeit dar, in denen Schafe häufig verenden. In diesen Dürrezeiten sehen sich Farmer mit massiven Existenzängsten konfrontiert“, so der Schüler. Kurz vor seiner Abreise durfte er dann aber auch die Freudentänze der Farmer miterleben, als nach Monaten endlich der erste Regen fiel.
Fazit
„Es ist faszinierend mitanzusehen, wie glücklich die Menschen trotz der harten Arbeit, den großen Herausforderungen und den wenigen Besitztümern sind; beispielsweise wird in Guyra mit Regenwasser geduscht und auch Heizungen, wie wir sie kennen, gibt es dort nicht, obwohl es in der Nacht manchmal ein, zwei Grad minus hatte“, erinnert sich der junge Abenteurer. Und das war es dann auch, das Lumetsberger letzten Endes am meisten in Erinnerung geblieben ist; nämlich die Faszination des Lebens nicht von materiellen Besitztümern abhängig zu machen. Ob er selbst einmal einen landwirtschaftlichen Beruf ausüben möchte, wisse er hingegen noch nicht, obwohl ihm ein nachhaltiges Denken nun noch wichtiger geworden ist.


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