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ST. GEORGEN/SALZBURG. Sisi, Mozart, Sigmund Freud oder Beethoven – der St. Georgener Rudolf Doppelbauer ist Enten­papa aus Leidenschaft und damit immer in prominenter Gesellschaft. Heute lebt Doppelbauer in Salzburg, seine Heimat besucht er aber dennoch so oft wie möglich. Mit im Gepäck: seine quietschenden Promi-Enten.

Rudolf Doppelbauer ist auf die Ente gekommen.
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„Ente gut, alles gut“ - dieses Motto hat sich Rudolf Doppelbauer zum Lebensinhalt gemacht. Vor acht Jahren begann sein Traum – eigentlich als Witz, wie er sagt – mit dem er heute um die Welt reist. Auf die Ente kam der geborene Tolleterauer durch Zufall. Mit 40 bekam er seine erste Quietscheente geschenkt, daraus entwickelte sich eine Sammelleidenschaft. 40 Enten hatte Doppelbauer bereits gesammelt als ihn die Hochzeit eines befreundeten Paares auf eine neue Idee brachte. Vor den Feierlichkeiten lag der Entenpapa in der Badewanne und sinnierte, ob schon einmal jemand seine eigene Gummiente entworfen hat. Mozart als Ente wäre sicher lustig. So wurde die Idee am 9. Jänner 2010 geboren, drei Wochen später stand schon die erste Zeichnung und am 1. August quietschten die ersten Enten bereits in den Geschäften. „Das Schönste ist, dass ich etwas mache, das den Menschen auf der ganzen Welt gefällt, vom Dschungel bis Tasmanien. Alle haben eine Gaudi damit“, freut sich Doppelbauer, der mit seinen Enten die Firma „Austroducks“ gründete. Neben Enten gibt es auch Socken, Manschettenknöpfe und Anstecknadeln im Quietsche-Enten-Design.

Ente – natur pur

Die Entenmodelle von Doppelbauer seien ein reines Naturprodukt aus Kautschuk und handbemalt. Jedes ist ein Unikat, jede Ente handgegossen. Einen Mozart zu bemalen dauert 18 Minuten, in 22 Minuten bekommt das Modell eines Wiener Sängerknaben seine Farbe ab. Eine Ente quietscht maximal 75 Dezibel laut, damit Kinder keinen Gehörschaden bekommen können. Die Anhänger, die jede Ente als Original deklarieren, sind aus recycelbarem Material, die Schnur aus Hanf. Die Anhänger werden im Rahmen eines Salzburger Sozialprojekts für Austroducks angefertigt. Mittlerweile habe Doppelbauer schon über 100.000 Enten produziert. „Es steckt sehr viel Liebe darin“, meint der Entenpapa aus Leidenschaft. Elf verschiedene Modelle sind es bereits, alle von ihnen repräsentieren eine Berühmtheit von Kaiserin Sisi über Beethoven, Gustav Klimt bis Mozart. Voraussetzung sei, dass die „echte“ Person 70 Jahre tot ist, bevor sie sich in eine Ente von Doppelbauer verwandeln kann. Sonst sei es rechtlich ein Problem, meint der Entenproduzent. Mit seinen kleinen gelben Erfindungen reist der Wahl-Salzburger um die halbe Welt. Seine Enten brachten ihn in Opernhäuser von Buenos Aires bis Santa Fe oder von New York bis Kasachstan, wo es die gelben Kautschuk-Tiere auch zu kaufen gibt.

Doppelgänger schmerzen

Die Salzburger Getreidegasse sei laut Doppelbauer voll mit nachgemachten Quietscheenten. Das sei natürlich ärgerlich. Besonders Mozart sei sehr beliebt und werde daher oft kopiert. Die Doppelgänger kämen oft aus China, dort koste eine ganze Ente so viel wie das Anbringen des Anhängers an den Originalen.

Vom Zeltfest nach Salzburg

Aufgewachsen als einer von sieben Söhnen beim „Berndl z“Tolleterau“ fühlt sich Doppelbauer noch immer stark mit seiner Heimat verbunden. Warum es den Entenpapa überhaupt nach Salzburg verschlagen hat ist eine eigene Geschichte. Nach der Wintersaison in Lech hatte Doppelbauer im Sommer 1990 geplant in der Schweiz zu arbeiten. Jedoch hatte er sich bei einem Zeltfest in Grieskirchen den Mittelfußknochen gebrochen und musste sich um eine andere Arbeitsstelle umsehen. Fündig wurde er in Salzburg. Dort arbeitete er viele Jahre als Kaffeehaus-Ober – unter anderem im Café Bazar oder dem Tomaselli. Und auch heute noch nebenbei in der Gastronomie, weil es ihm einfach Spaß mache. Auch mit seinen Enten hat er noch viel vor. Genaues will der Entenpapa aber nicht verraten, zu groß ist die Angst, gleich wieder kopiert zu werden.


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