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Geplantes Pöttinger-Werk: Gemeinderatsbeschluss sei „schweres Foul gegen die Natur“

Sabrina Lang, 30.05.2018 09:22

ST. GEORGEN. Mehrheitlich sprach man sich im St. Georgener Gemeinderat für Widmung auf Betriebsbaugebiet im Ortsteil Stritzing aus und legte damit den Grundstein für das geplante Werk der Firma Pöttinger. Die Rechnung hat man dabei allerdings ohne den Umweltanwalt gemacht. Dieser spricht von einem schweren Foul gegen die Natur.

Der erste Schritt ist dennoch geschafft: Der St. Georgener Gemeinderat beschloss die Flächenwidmung als Betriebsbaugebiet. Foto: Wodicka

Zurück an den Start heißt es für das geplante Pöttinger Werk in St. Georgen. Im Gemeinderat konnte mit den Stimmen von ÖVP (elf) und FPÖ (eine) sowie trotz vier Gegenstimmen der unabhängigen Bürgerliste DU die Flächenwidmung für das geplante Werk zwar mehrheitlich beschlossen werden, ein markantes Detail wurde allerdings nicht behandelt. Der gewünschte Grünstreifen des Umweltanwalts Martin Donat wurde herausgenommen. Dieser wäre laut dem Umweltanwalt als Wildtierkorridor notwendig gewesen. Laut einer Studie könnte es auf diesem Flächenabschnitt zu Wanderungen von Wölfen und anderen Wildtieren kommen. Dafür müsse ein Grünsteifen ausgespart werden, der schließlich als Grünzone gewidmet werden sollte.

 

Einschränkungen befürchtet

Auf Anregung der Grundbesitzer, die mit der Widmung als Grünzone Beeinträchtigungen befürchten, wurde diese im Gemeinderat vom Beschluss herausgenommen. Unverständnis herrscht daraufhin beim Umweltanwalt. „Das ist ein schweres Foul gegen die Natur und gegen ein Ringen um gemeinsame Lösungen auf Augenhöhe. In diesem Fall macht der Gemeinderat lange und durchaus mühsame Diskussionen um einen tragbaren Kompromiss zwischen Wirtschaft und Natur zunichte. Wir sind wieder beim Punkt Null angekommen“, stellt der Umweltanwalt klar. Die Einwendungen der vom geplanten Grünzug betroffenen Grundbesitzer verstehe Donat nicht, denn keiner der Grundbesitzer wäre wegen einer solchen Festlegung gegenüber dem Status-quo schlechter gestellt worden. „Der Gemeinderat hat scheinbar die lautstark vorgebrachten Interessen von wenigen Grundbesitzern, die nicht schlechter gestellt worden wären, über die Allgemeininteressen gestellt“, so der Umweltanwalt.

 

Wichtiges Projekt für die Region

Mit der Flächenwidmung wurde dennoch ein wesentlicher Schritt für die Realisierung des auf 17 Hektar geplanten weiteren Standortes von Pöttinger getätigt. „Das Projekt ist nicht nur für uns als Gemeinde, sondern für die gesamte Region wichtig“, hofft Bürgermeister Karl Furthmair auf einen positiven Abschluss und grünes Signal von Seiten des Landes. „Wichtig ist auch, dass man Arbeitsplätze in der Region lässt und schafft“, meint Furthmair und argumentiert, dass, wenn Menschen nicht täglich nach Linz pendeln müssten, sondern in der Region ihren Arbeitsplatz haben, auch ein gewisser Umweltaspekt miteinfließe. Weitere Schritte im Projekt können erst nach Ablauf aller Fristen nach dem Gemeinderatsbeschluss in 18 Wochen erwartet werden.


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