Pendler: "Die Kapazitäten sind erschöpft"
BEZIRK ROHRBACH/LINZ. Vor großen Herausforderungen stehen die vielen Linz-Pendler aus der Region, wenn in wenigen Tagen die Eisenbahnbrücke für den Verkehr gesperrt wird. Während erfahrene Pendler vor einem Stillstand warnen, versucht die Stadt Linz mit Begleitmaßnahmen, einen Verkehrskollaps in den Stoßzeiten zu verhindern.

Es ist früh am Morgen: Mit rund zehn Mitreisenden steht Franz Pusch an der Haltestelle in St. Martin und wartet auf seinen Bus: Rund 280 Kilometer legt der stellvertretende kaufmännische Leiter des Kepler Universitätsklinikums jede Woche mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Und das seit mittlerweile 47 Jahren. Zuerst zur Schule, dann in die Arbeit. In dieser Zeit hat er viel erlebt. Aber: In den vergangenen Jahren ist das Verkehrsaufkommen mit rund 7.000 Pendlern aus dem Bezirk in die Landeshauptstadt angestiegen. Tausende Fahrzeuge sind täglich auf der B127 unterwegs. Trotz Ausbau der Strecke ist die Fahrzeit nach Linz in den vergangenen Jahren wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens länger geworden - auch im Bus. Dass es in Zukunft nicht besser wird, liegt auf der Hand: Ende des Monats wird die Eisenbahnbrücke für den Verkehr gesperrt und rund 1000 Fahrzeuge, die jeden Morgen drüberfahren, verteilen sich auf die Autobahn- und Nibelungenbrücke. „Die Kapazitäten sind erschöpft“, weiß Pusch. „Die Busse stehen genauso im Stau – das macht das Fahren mit Öffis nicht gerade attraktiver“, meint er. Pusch und viele seiner Mitstreiter fordern eine eigene Busspur über die Brücke zu den Hauptverkehrszeiten, um so am Stau vorbeizufahren. Auf das Auto umsteigen will er nicht. Auch die Mühlkreisbahn kommt für ihn nicht in Frage. Grund: Der Endbahnhof liegt zu weit weg und durch das Umsteigen alleine würden Pendler viel Zeit verlieren.
Parkverbot und ein länger offener Schranken
Auch die Verantwortlichen der Stadt Linz wissen, dass es Maßnahmen braucht, damit der Verkehr nach Wegfall der Eisenbahnbrücke nicht zum Erliegen kommt. Folgende Maßnahmen sollen das von Vielen erwartete Stau-Chaos verhindern:
• Der Schranken an der B127 nach Alt-Urfahr wird von 5 bis 8 Uhr geöffnet.
• Das Halte- und Parkverbot in der Rudolfstraße wird Richtung Puchenau ausgeweitet.
• Ampeln an der Unteren Donaulände werden dem Verkehrsfluss angepasst.
• In der Hafenstraße wird eine Busspur in westlicher Richtung eingerichtet. Diese soll die Linien 12 und 25 beschleunigen.
• Die Kapazität der Straßenbahnlinien 1 und 2 soll verbessert werden.
„Ich bin zuversichtlich, dass der Mix an unterschiedlichen Ansätzen für alle Verkehrsteilnehmer die Belastungen in Grenzen hält“, meint der Linzer Bürgermeister Klaus Luger, der mit diesen Maßnahmen auch auf die Bedürfnisse der Pendler eingehen will.


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17.02.2016 10:40
Karpazität
Bitte Kapazität DANKE