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ST. PETER. In der Gemeinde St. Peter sollen im Ortszentrum ein neues Feuerwehrzeughaus, ein neues Musikheim sowie ein Dorfplatz entstehen. Kurz vor Baubeginn muss sich Bürgermeister Robert Wimmer nun gegen kritische Stimmen wehren. Das Projekt will er aber dennoch umsetzen.

St. Peters Bürgermeister Robert Wimmer (l.) und Gemeinderatsmitglied Heinrich Wiesner stehen zum geplanten Grundstück, wo der Neubau entstehen soll. Foto: Tips/Kobler

Im Zentrum von St. Peter, schräg gegenüber dem Gemeindeamt, soll demnächst mit der Umsetzung eines großen Bauvorhabens begonnen werden. Die beiden eigenständigen Feuerwehren St. Peter und Aching sollen ein neues Zeughaus erhalten. Außerdem soll daneben ein neues Musikheim gebaut werden und ein neuer Dorfplatz entstehen. Die Planungen und den dazugehörigen Beschluss des Gemeinderats gibt es schon seit 2017. „Wir wollen uns mit dem Neubau zukunftsgemäß aufstellen und brauchen eine schlagkräftige Feuerwehr“, unterstreicht St. Peters Bürgermeister Robert Wimmer die Wichtigkeit des Projekts. Ein eigenes Musikheim sowie einen Dorfplatz gibt es bis dato nicht, das Zeughaus der Feuerwehr ist aus Wimmers Sicht nicht mehr zeitgemäß.

Plötzlich wird Kritik laut

Jetzt kurz vor der konkreten Umsetzung und dem geplanten Baubeginn im Herbst werden plötzlich kritische Stimmen laut. Vor allem der Standort des Projekts stößt bei einigen auf Unverständnis. Siegfried Schmolly ist Anrainer und wirft Bürgermeister Wimmer vor, das Projekt mit roher Gewalt durchsetzen zu wollen. „Ich sehe das Projekt und den Standort sehr kritisch, weil gerade die Gefahr für die benachbarten Schulkinder sehr hoch ist, wenn die Feuerwehr zu Einsätzen ausrücken muss und an der Stelle der Geh- und Radweg unterbrochen wird. Zudem ist beispielsweise das geplante Musikheim für die Größe des Vereins eindeutig zu überdimensional.“ Außerdem kritisiert er die schlechte Informationspolitik unter Wimmers Führung und klagt an, vor vollendete Tatsachen gestellt worden zu sein. Auch die Lärmbelastung im Zentrum, die durch die neue Umfahrung erst entschärft wurde, sieht er durch den Neubau erhöht. Schmolly hat auch ein lärmtechnisches Gutachten verlangt, das derzeit noch läuft. Ein weiterer Anwohner ist Thomas Haider. Er hingegen steht dem Projekt positiv gegenüber: „Ich verstehe die Kritik am Projekt nicht wirklich, auch der jetzige Standort der Feuerwehr ist nicht weit entfernt, es wird sich dadurch an der Situation also nicht viel ändern.“

Standortanalyse prüfte fünf Grundstücke für das Projekt

Im Rahmen einer Standortanalyse hat die Gemeinde St. Peter mehrere Grundstücke für den Neubau prüfen lassen. „Aus den fünf Flächen, die zur Auswahl standen, sind drei von vornherein aus unterschiedlichen Gründen weggefallen. Von den übrigen beiden war dies die beste Lösung und wurde so auch mit fraktionsübergreifender und deutlicher Stimmenmehrheit vom Gemeinderat beschlossen und damit der Grundstückskauf fixiert“, meint Bürgermeister Wimmer. Auch in anderen Gemeinden gäbe es ähnliche Konstellationen direkt im Ortszentrum. „Dort gibt es keine Probleme und bei uns soll das plötzlich nicht möglich sein“, beklagt sich der ÖVP-Politiker.

„Lasse mir das Projekt nicht schlechtreden“

Für Wimmer bleibt der Standort fix, auch weil schon hohe Planungskosten in den letzten Jahren entstanden. „Ich lasse mir das Projekt nicht schlechtreden“, erklärt Wimmer. Auch vom Landesfeuerwehrkommando sei der neue Standort für sehr gut befunden worden. „St. Peter als wachsende Gemeinde und Wirtschaftsstandort muss sich hier entsprechend aufstellen, das ist am Standort auf jeden Fall gegeben“, sagt der Bürgermeister. Den Dorfplatz, das Musikheim und das neue Feuerwehrzeughaus an einem Standort zeitgleich zu errichten, bringe zudem viele Vorteile. So müssten Kanal und Leitungen etwa nur einmal gelegt werden. Außerdem könne das Musikheim dem zivilen Katastrophenschutz auch als Notschlafstelle dienen. Den Rad- und Gehweg will Wimmer an den entsprechenden Stellen mit visuellen und akustischen Warnhinweisen für den Einsatzfall versehen und dadurch Gefahrensituationen vermeiden. Unterstützung bekommt Wimmer auch vom Kultur- und Gemeinderat Heinrich Wiesner von der SPÖ: „Ich bin auch für den Standort, es soll dabei bleiben. Einwände von Anwohnern sollen natürlich ernst genommen werden und von den entsprechenden Instanzen geprüft werden.“

Feuerwehr begrüßt Standort

Auch die Feuerwehr in Form des Kommandanten aus St. Peter, Christoph Gödl, macht sich für eine geplante Umsetzung stark: „Wir stehen zu 100 Prozent hinter diesem Projekt und der Gemeinde. Auch die Feuerwehr Aching hat uns hier ihre Unterstützung zugesichert. Wir verstehen zwar die Bedenken der Anwohner, es wird sich aber durch den Neubau nicht viel ändern, da das jetzige Zeughaus ja auch ganz in der Nähe steht. Auch im Einsatzfall können wir von hier sicher schnell ausrücken“, meint Gödl. Auf entsprechende Anpassungen durch das Lärmschutzgutachten will Wimmer auf jeden Fall reagieren, das Projekt oder den Standort ändern werde dies aber mit Sicherheit nicht. Die geplante Fertigstellung im Spätherbst 2020 werde sich so mit Sicherheit verzögern, aber eines ist für Bürgermeister Wimmer auch trotz einiger kritischer Stimmen immer noch ganz klar: „Dieses Projekt wird umgesetzt.“


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