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NIEDERÖSTERREICH/SANKT PÖLTEN-LAND. „Vorhang auf!“ heißt es für insgesamt 63 Kunst- und Kulturprojekte, die im Rahmen des diesjährigen Viertelfestivals von 5. Mai bis 7. August unter dem Motto „Fliehkraft“ im Mostviertel über die Bühne gehen. Im Bezirk wird es beispielsweise ein fahrendes Wirtshaus zu bestaunen geben.
 

Ein "fahrendes Wirtshaus" Foto: hansablast
Ein "fahrendes Wirtshaus" Foto: hansablast

Unter dem diesjährigen Festival-Motto „Fliehkraft“ setzen sich die Mitwirkenden mit dem Lebensraum Mostviertel auseinander: Weltweit zieht es die Menschen in die Städte. Die konkreten Gründe dafür sind individuell höchst verschieden. Immer sind sie verknüpft mit der Hoffnung, dass „es“, das Leben, woanders besser ist. Es gibt aber auch gegensätzliche Trends. Stadtflucht. Viele entdecken (wieder) die Qualitäten des Lebens auf dem Lande.

Kräfte zwischen Peripherie und Ballungsräumen

Das Motto „Fliehkraft“ stellt die Frage nach den Kräften, die zwischen der Peripherie und den Ballungsräumen wirksam sind. Dabei spielen für das Mostviertel Zentren von ganz unterschiedlicher Größe eine Rolle: Die europäischen Trend-Citys, die Bundeshauptstadt und die Landeshauptstädte, aber auch regionale Zentren, Kleinstädte, Dörfer. Sogar Ortsteile entwickeln Anziehungskräfte.

Thema „Migration“

Demgemäß befassen sich viele Kunstschaffende mit dem Thema „Migration“ einst und jetzt, global und lokal; mit Menschen, die im Mostviertel eine neue Heimat gefunden haben, und mit Mostviertlern, die ihre Heimat verlassen haben; mit Fluchtursachen auf der einen Seite, und mit den Gründen fürs Bleiben auf der anderen. Auch Fragen des interkulturellen Austauschs und historische Ereignisse werden aufgegriffen.

„Fahrendes Wirtshaus. Traktor im Vierteltakt“

Mit ihrem Projekt „Fahrendes Wirtshaus. Traktor im Vierteltakt“ bündeln Moya Hoke und Hannes Stelzhamer die Themenbereiche Kulinarik, Design und Sozialgeschichte. Das „fahrende Wirtshaus“, ein Traktor mit Anhänger, besucht kleine Ortschaften im Mostviertel, denen die soziale Institution eines Wirtshauses fehlt bzw. abhanden gekommen ist. Durch den vorübergehenden Wirtshausbetrieb wird das gesellige Beisammensein der Bewohner wieder belebt und gefördert. Zusätzlich zu kulinarischen Schmankerln, zubereitet aus lokalen Produkten, wird auch ein kulturelles Abendprogramm geboten.

Kraft der Langsamkeit

Der Traktor, ein 15er-Steyr und Symbol für die heutzutage meist unterschätzte Kraft der Langsamkeit, dient als Zugmaschine und trotzt der Schnelllebigkeit unserer Zeit. Der Anhänger enthält das Wirtshaus, das sich jedoch erst dann als solches entpuppt, wenn Traktor und Anhänger an einem ausgewählten Ort zur Ruhe kommen. Dort „entfaltet“ sich das Wirtshaus und wirkt als kultureller Dreh- und Angelpunkt innerhalb des Dorfes ? und im besten Falle darüber hinaus.

Schloss Walpersdorf

Das fahrende Wirtshaus kann von Samstag, dem 9. Juli bis Sonntag, dem 31. Juli jeweils ab 21.00 Uhr bei freiem Eintritt auf Schloss Walpersdorf besucht werden.

Statement Landeshauptmann Erwin Pröll

„Das Viertelfestival ist ein traditioneller Fixpunkt des Kulturangebotes in Niederösterreich. Es hat sich mittlerweile als eine Plattform für Vielfalt und Qualität vor Ort etabliert und garantiert damit Kultur vor der Haustür. Viele Projekte und Initiativen im Zuge eines Viertelfestivals verankern sich dauerhaft in der Region und sind somit ein nachhaltiger Impuls für das Kulturgeschehen. Diese Auseinandersetzung mit der Kultur ist ein wesentlicher Faktor, der die Identifikation des Einzelnen mit seiner unmittelbaren Heimat ermöglicht. Gerade in der heutigen Zeit ist die regionale Kulturarbeit als identitätsstiftender Faktor unverzichtbar“, betont der Landeshauptmann.

Weitere Infos: HIER


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