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ST. MARGARETHEN. Franz-Xaver Hell ist in der Region nicht nur als Pfarrer und Seelsorger im Einsatz, sondern auch als Präsident des 2012 gegründeten Union Radclubs St. Margarethen. Mit Tips sprach er über seine Leidenschaft fürs Radfahren.

Foto: zVg
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Tips: Herr Pfarrer, was fasziniert Sie am Radfahren?

Franz-Xaver Hell: Am Radfahren fasziniert mich, dass man sich mit der eigenen Körperkraft schnell bewegen kann. Was ich beim Rad im Vergleich zum Auto liebe, ist, dass man viel aktiver unterwegs ist. Man bekommt auch von den vielen Schönheiten in der Natur mehr mit und wird feinfühliger der Schöpfung gegenüber. Was mir sehr gut gefällt, ist, mit dem Rennrad in einer Gruppe zu fahren. Das Surren der Ketten und das Knacken der Schaltwerke haben für mich einen besonderen Reiz.

Tips: Welches Fahrrad fahren Sie?

Hell: Gute Frage! Eigentlich habe ich zwei in Betrieb: mein Dienstrad und mein Rennrad. Auch mein Dienstrad ist ein Rennrad, aber mit Regen- und Nachtausrüstung. Ich habe auch ein uraltes Waffenrad. Mit so einem Rad war ich einmal mit dem Bürgermeister von Hürm beim Faschingszug als Don Camillo und Peppone unterwegs.

Tips: Legen Sie viele Alltagsfahrten mit dem Fahrrad zurück?

Hell: Natürlich. Man glaubt es gar nicht, wie groß der Aktionsradius mit dem Fahrrad ist. Wenn man einmal gut im Tritt ist, kann man oft auf das Auto verzichten. Was ich als Seelsorger und Pfarrer am Rad schätze, ist, dass man sehr leicht die Leute erreichen kann. Wenn ich in der Gemeinde unterwegs bin, geht das viel leichter als mit dem Auto. Wenn man mit dem Rad unterwegs ist, wird man auch viel mehr gesehen als im Auto hinter dunklen Scheiben. Du kommst auch besser ins Gespräch mit Leuten auf der Straße, weil man eben schnell halten und eigentlich überall stehen bleiben kann. Im Auto geht sich vielleicht ein kurzer Gruß aus und das war es dann auch schon wieder.

Tips: Was war Ihre längste Fahrt?

Hell: Die längste Fahrt war von St. Margarethen zum Attersee, das waren über 200 Kilometer an einem Tag. Einmal im Jahr fahre ich mit dem Rad nach Mariazell. Das hat 2005 angefangen. Weil es zu Fuß nie möglich war, habe ich meine jährliche Wallfahrt einfach mit dem Rad gemacht. Sie ist bis heute nie ausgefallen und ein fixer Termin im Programm des Radclubs geworden. Letztes Jahr war eine Gruppe von St. Margarethen nach Rom mit dem Rad unterwegs, das war eine ganz schöne, herausfordernde und nachhaltige Pilgerreise mit dem Rad.

Tips: Animieren Sie Ihre Pfarrgemeinde, öfter vom Auto auf das Rad umzusteigen?

Hell: Natürlich. Ein Grundproblem ist in unserer Wohlstandsgesellschaft der Bewegungsmangel. Viele Krankheiten könnte man vermeiden, wenn man sich regelmäßig bewegen würde – und nebenbei schont man auch die Umwelt.


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