RIZ Genius Award Zweiter Platz für Kirchberger Firma
KIRCHBERG. Die 2015 gegründete NG Green Innovations GmbH erreichte bei der Verleihung des Ideen- und Gründerpreises RIZ Genius in der Kategorie „Geniale UnternehmerInnen“ den zweiten Platz.

„So ein Preis ist eine gute Reputation, wie ein Qualitätssiegel. Gerade für neue, noch unbekannte Unternehmen eine tolle Sache!“, freute sich Geschäftsführer Leopold Gansch im Rahmen der Preisverleihung.
Energiesparender Antrieb
Die NG Green Technology ist ein energiesparendes Antriebssystem. „Man stelle sich vor: Ein Rad mit vier voneinander unabhängigen Schaufeln, die je nach Winkel unterschiedlich rasch nach vorne klappen. Wie ein Schwimm-Athlet mit vier Armen beim Kraulen. Durch diese einzigartige Bewegung beschleunigt das Schleuderrad, das Kernstück der Fräse, ohne externe Krafteinwirkung“, erklärt Gansch.Statt über 1000 Umdrehungen pro Minute benötigt die NG Green Technology für denselben Output gerade einmal 250 Umdrehungen pro Minute. Getestet wurde dies durch das LCM (Linz Center of Mechatronics). Die NG Green Technology kommt aktuell in einer Multifunktionsfräse, dem Fräsinator eco 2.5 zum Einsatz. Geplant ist laut Gansch weiters, die NG Green Technology für eine Akku-Fräse, einen Häcksler und auch für den Antrieb von Windrädern zu verwenden.
Interview mit Geschäftsführer Leopold Gansch
Tips: Hinter dem Fräsinator eco 2.5 steht Ihr Unternehmen NG green Innovations. Erzählen Sie mir bitte etwas zur Entstehung der NG Green. Seit wann gibt es das Unternehmen und welche Ziele verfolgt es?
Leopold Gansch: Das Patent zu unserem Beschleunigungsrad, welches den Fräsinator antreibt, gibt es schon länger, jedoch wurde es bis April 2015 vom damaligen Patentnutzer nicht vermarktet. Im April 2015 habe ich beschlossen, dieses Patent nicht ungenützt zu lassen, sondern daraus etwas zu machen. Somit habe ich eine GmbH gegründet - die NG Green Innovations GmbH - und nach einem geeigneten Team gesucht, das mich bei meinem Vorhaben unterstützt. Wir haben dann dieses Beschleunigungsrad optimiert und uns mit dem LCM (Linz Center of Mechatronics) zusammengetan. Das LCM hat genaue Berechnungen durchgeführt - etwa wie effizient das Beschleunigungsrad tatsächlich ist, wieviel Energie es spart, was man damit machen kann. Da es sehr energieschonend arbeitet, haben wir es kurzerhand „NG green technology“ genannt.
Auch haben wir uns um die geeignete Vermarktung gekümmert, Partner gesucht, die uns dabei helfen. Auch die sozialen Medien haben hier eine wichtige Rolle gespielt. Mittlerweile sind wir kein No-Name Unternehmen mehr - man kennt uns!
Derzeit kommt unsere NG green technology in unserer Multifunktionsfräse, dem Fräsinator eco 2.5 zum Einsatz. Wir wollen die Landwirte für den gewissenhaften Umgang mit der Natur & ihren Ressourcen ermutigen und ihnen Arbeitsgeräte bieten, die sie nutzen können, um noch immer genauso effizient zu arbeiten, aber eben auch energiesparend. Geplant ist aber auch weitere Geräte (zB einen Häcksler) mit diesem Antrieb auszustatten - selbst Windräder könnten in Zukunft mit unserer Technologie arbeiten und dann noch energiesparender laufen. Traditionelle Technologien ins 21. Jahrhundert zu transferieren - das ist unser Anliegen.
Tips: Kraftvoll, multifunktional, ressourcenschonend – diese Attribute schreiben Sie Ihrer Erfindung zu. Doch wer entwickelte die Idee und seit wann gibt es Ihren Fräsinator am Markt?
Gansch: Wie gesagt, das Patent in seinen Grundstrukturen gibt es schon länger. Wir haben es im Laufe der letzten Monate optimiert und auf die Bedürfnisse der Landwirte zugeschnitten. Unseren Fräsinator eco 2.5. gibt es seit Herbst 2015 auf dem Markt. Da wurden alle Tests positiv abgeschlossen. Aktuell arbeiten wir an einer neuen Serie, mit einigen technischen Optimierungen. Diese Nuller-Serie wird aktuell vom LCM getestet und ist ab Frühjahr 2016 einsatzbereit und am Markt erhältlich.
Tips: In der Beschreibung Ihrer Firmenphilosophie sprechen Sie davon, dass Sie auf Ihren ökologischen Fußabdruck achten. Auf welche Art und Weise machen Sie das beispielsweise?
Gansch: Mit unserer Erfindung können wir bis zu 60% an Energie sparen, vergleicht man sie mit ähnlichen Antriebssystemen. Wir haben auch darauf geachtet, mit lokalen Teile-Erzeugern zusammenarbeiten, die uns zum Beispiel das Gehäuse unserer Fräse formen. Wir wollen lange Transportwege vermeiden. Unsere Multifunktionsfräse ist generell sehr wartungsarm & langlebig gebaut.
Der Betriebsstandort der NG green innovations GmbH ist mit einer 20 KW Photovoltaikanlage ausgestattet, die Anschaffung von Elektroautos für die Mitarbeiter ist für die nahe Zukunft geplant.
Eine gesunde Arbeitsumgebung, das Arbeiten in Licht durchfluteten Räumen in einem nach ökologischen Baukriterien errichteten Gebäude ist mir für meine Mitarbeiter sehr wichtig.
Tips: Die Schulung Ihrer Mitarbeiter bezüglich Umweltbewusstsein ist ebenso Teil der Philosophie. Spiegelt sich dieses Bewusstsein auch in Ihrem Privatbereich und in dem der Mitarbeiter wider?
Gansch: Ja natürlich! Wenn einem solche Dinge ein Anliegen sind, achtet man im privaten Bereich auch darauf, denke ich. Mein Interesse für natürliche und nachhaltige Materialien ist auch im Privatbereich stark ausgeprägt.
Tips: Gibt es neben dem Fräsinator weitere Entwicklungen/neue Erfindungen?
Gansch: Wir arbeiten an der Effizienzsteigerung unserer dynamischen Rotation, wieder mit der Unterstützung der technischen Infrastruktur des LCM - Linz Center of Mechatronic (Uni LINZ) und sehen hier großes Einsatzpotential in verschiedenen maschinellen Abläufen. Geplant sind der Einbau der NG Green Technology in einem Häcksler und eventuell auch in Windrädern zur Energiegewinnung.
Tips: Angesichts der aktuellen Klima-Entwicklungen trifft Ihre Philosophie und Ihre Erfindung genau den Zahn der Zeit. Denken Sie, dass diesbezüglich bereits ein Umdenken in der Gesellschaft stattfindet?
Gansch: Das Umdenken in der Gesellschaft findet auf alle Fälle statt, allerdings sind die Energie- und Ressourcenschonenden Lösungen noch sehr teuer und würden die Hilfe eigener Förderstrukturen benötigen. Nach wie vor ist es sehr schwierig, ökologisch zu agieren. Sogar im privaten Bereich. Nachhaltig Erzeugtes ist noch immer für viele Menschen nicht leistbar. Hier muss sich vor allem auch der Markt noch stark verändern und verstärkt nachhaltige Angebote schaffen.


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