Brigitte Lindner: „Viele sagen schon Frau Hauserl zu mir“
ST. PÖLTEN. Inmitten der ruhigen, natürlichen Landschaft Unterradlbergs an einem Waldrand gelegen steht ein unscheinbares kleines gelbes Häuschen. Spaziert man daran vorbei, fällt auf den ersten Blick nicht auf, dass es sich beim Haus am Feuerbergweg 17 um ein Kunst-, Kultur- und Kommunikationshaus handelt.

Im Inneren des Gebäudes, das den Namen „Hauserl“ trägt, riecht es förmlich nach Nostalgie und alten Erinnerungen. Übertritt man die Türschwelle, fühlt man sich augenblicklich an die eigene Kindheit erinnert, als würde man die Großmutter besuchen, die in der Stube schon mit Keksen und Kaffee wartet. Der Eingangsbereich, die Küche und die Ausstellungsräume sind seit der Renovierung farbenfroh dekoriert und möbliert, was eine gemütliche Atmosphäre schafft, in der man sich auf Anhieb wohlfühlt. Brigitte Lindner, die Betreiberin des Hauserls, wohnte hier früher mit ihren Eltern und ihren zwei Geschwistern. Da es die St. Pöltnerin nach dem Tod des Vaters im Jahr 2013 nicht verkaufen wollte, kam sie auf die Idee, daraus einen Veranstaltungsort zu machen, was anfangs belächelt wurde. „Manche haben mich gefragt, warum man in Radlberg so etwas braucht“, erzählt Lindner. Ihrem Glauben an das Projekt tat das keinen Abbruch, gemeinsam mit Freunden und Verwandten richtete sie das Haus, die Garage, die alte Waschküche und den Garten her und eröffnete im April 2014 das Hauserl für Menschen, die sich kreativ betätigen wollen.
Der Stress bleibt draußen
Lindner verfügt über energetische Ausbildungen wie Prana Vita oder Quantenheilung. Gemeinsam mit anderen Vortragenden bietet sie im Hauserl Behandlungen und Meditationen, Kochworkshops, Ausstellungen, Englischkurse, Trommelworkshops, Enjo-Putzpartys, eine Modenschau oder Bücherflohmärkte an. „Das Besondere ist, dass jeder Spaß und Freude hat. Stress gibt es hier keinen“, sagt Lindner, die von vielen schon „Frau Hauserl“ genannt wird.Tipi für TrommelworkshopsAm 1. und 2. April steht ein Ostermarkt am Veranstaltungskalender. Dabei werden unter anderem Holzblumen, Häkelarbeiten, Hauben und Schals, Edelschmuck, Marmeladen oder Lindners Töpferarbeiten ausgestellt. Die neuesten Projekte der 52-Jährigen sind der Vortrag „Yes I can“ für Menschen, die aus dem Kreislauf negativer Gedanken ausbrechen wollen, und eine energetische Behandlung für Firmen. Auf dem kleinen Hügel neben dem Haus, der über eine gewundene Steintreppe erreichbar ist, steht ein selbstgebautes Tipi, das Lindner gemeinsam mit den Pfadfindern Viehofen aufgestellt hat. Darin sollen Meditationen und Trommelworkshops abgehalten werden. Damit es weithin sichtbar ist, wird es voraussichtlich noch mit Graffiti bemalt. Das einzige, was noch fehlt, ist das Plumpsklo. Auch dafür liegen die Holzlatten schon im Garten bereit.
Der Schutz-Drache
„Wenn ich das Geld hätte, würde ich vis-à-vis einen Hauserl-Park machen“, berichtet Lindner, deren Veranstaltungen sich lediglich durch freiwillige Spenden finanzieren, die in einem kleinen Spendenglas in der Küche gesammelt werden. Angst vor Einbrüchen hat sie keine, obwohl schon einmal eingebrochen wurde, nämlich genau an einem Faschingsdienstag. Lindner ist sich sicher, dass ihrem Hauserl aber nichts passieren kann. Denn auf dem Rauchfang der Waschküche sitzt ein Drache, ein Kunstwerk, das ihr ein 19-jähriger Aussteller zur Verfügung gestellt hat, und der mit seiner Energie das ganze Gebiet um den Feuerbergweg beschützt.


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