Operation Dryer - Landeskriminalamt NÖ und ausländische Polizeibehörden heben internationale Drogenbande aus
NÖ. Beamte des Landeskriminalamtes Niederösterreich (LKA NÖ), Ermittlungsbereich Suchtmittelkriminalität, haben in Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbereichen Wirtschaftskriminalität und IT-Beweissicherung des LKA NÖ sowie Ermittlern der EUROPOL, des Bundeskriminalamtes (BK) und der Guardia Civil (Spanische Polizeibehörde) eine weltweit international agierende mutmaßliche Tätergruppe ausgeforscht, die Suchtmittelhandel, NPS-Handel (Neue psychoaktive Substanzen) und Geldwäsche betrieben haben soll.

Durch ein gemeinsames Einschreiten heuer im März in Österreich und Spanien haben die Polizisten in Österreich einen 39-jährigen Beschuldigten aus dem Bezirk Korneuburg und in Spanien sieben Beschuldigte verhaftet und große Mengen an Suchtmittel und NPS-Substanzen sowie Bargeld, Kryptowährungen, Bankkonten und Immobilien sichergestellt.
Österreichischer Kollaborateur
Die kriminelle Organisation war seit 2012 aktiv. Die Polizisten forschten verschiedene Web-Shops im Internet aus, die sich mit weltweiten, umfangreichen Handel von Suchtmittel und NPS-Substanzen befassten. Diese Web-Shops sollen von mehreren Beschuldigten, die in Spanien aufhältig sind, betrieben worden sein. Es wurden verschiedene Firmen in Spanien gegründet, um die Geldbeträge einzuzahlen und die Finanzen abzuwickeln. Ein Teil des Geldes soll dann anschließend an eine Firma in Österreich geflossen sein, die vom österreichischen Beschuldigten gegründet wurde.
Lieferung in mehr als 100 Länder
Der österreichische Beschuldigte soll die Web-Shops betreut und administriert haben. Die spanischen Beschuldigten sollen die Bestellungen in den Web-Shops abgearbeitet, Suchtmittel und NPS-Substanzen in verschiedenen Wohnungen/Häusern in Spanien abgepackt und weltweit versendet haben. Die Lieferung an die Endkunden erfolgte in mehr als 100 Länder weltweit.
Labore in Niederlanden und Asien
Weiters wurden die Geldflüsse zwischen den verschiedenen Firmen in Spanien und Österreich durch den österreichischen sowie den spanischen mutmaßlichen Haupttäter durch Legung von Scheinrechnungen und dergleichen durchgeführt. Die Suchtmittel und NPS-Substanzen sollen teilweise aus asiatischen Staaten sowie aus Laboren in den Niederlanden bezogen und nach Spanien in Großmengen geliefert worden sein. In Spanien - im Bereich Grenada und Valencia – soll dann die weitere Verarbeitung sowie Versendung an die Endkunden weltweit durchgeführt worden sein.
Sicherstellungen bei Hausdurchsuchungen
Die von der kriminellen Organisation aufgebauten Web-Shops wurden durch die spanischen Behörden gesperrt. Sämtliche Beschuldigte wurden den zuständigen Staatsanwaltschaften in Spanien sowie der zuständigen Staatsanwaltschaft Korneuburg angezeigt. Polizisten beider Länder machten bei Hausdurchsuchungen zahlreiche Sicherstellungen:
- ca. 112 Kilogramm verschiedenster Suchtmittel und NPS-Substanzen (über 100 verschiedener Substanzen) in Marktwert von ca. 12.000.000 Euro in Spanien
- ca. 788.000 LSD und NPS-Dosen in Spanien (laut spanischen Behörden größte Sicherstellung in Europa)
- ca. 700.000 Euro Bargeld in Österreich und Spanien
- 3 Immobilien in Spanien im Wert von ca. 1.000.000,-- Euro
- ca. 2.000.000 Euro auf verschiedenen Konten (großteils in Österreich, aber auch in Spanien)
- ca. 4.500.000 Euro in verschiedenen Kryptowährungen (Bitcoin, Lumen, Iota)


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden