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Theaterstücke der Kulturfabrik St. Pölten lehren Jugendlichen den Umgang mit Problemen

Thomas Lettner, 20.04.2017 09:01

ST. PÖLTEN. Der neu gegründete Verein „Kulturfabrik“ verwirklicht Kunst- und Kulturprojekte in und um St. Pölten mit Jugendlichen vor allem mit Migrationshintergrund. Seit einiger Zeit proben die Laiendarsteller für das Theaterstück „daZwischen“, das den Generationenkonflikt sowie das Gefangensein in festgefahrenen Traditionen und Denkmustern thematisiert.

In der Kulturfabrik spielen Jugendliche vor allem mit Migrationshintergrund. Foto: Kulturfabrik
In der Kulturfabrik spielen Jugendliche vor allem mit Migrationshintergrund. Foto: Kulturfabrik

Die Kulturfabrik ist zwar noch in der Entstehungsphase, dennoch wurden schon in den vergangenen Jahren Theaterstücke im ehemaligen Forum Kino aufgeführt. 2016 spielte man beispielsweise „Andorra Anders“ frei nach dem Stück „Andorra“ von Max Frisch. „Die Theaterstücke der Kulturfabrik haben immer etwas mit den Alltags- und den gesellschaftlichen Problemen von Jugendlichen zu tun. Das Ziel ist es, ihnen ein Sprachrohr zu geben, um sich damit auseinandersetzen zu können“, berichtet Obmann Cagri Dogan, der selbst kurdische Wurzeln hat. Der 36-Jährige studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaften, arbeitete unter anderem beim Tatort, aber auch als Jugend- und Sozialarbeiter im In- und Ausland.

Aus den Stücken Lehren für das Leben ziehen

„daZwischen“ ist eine Inszenierung frei nach dem Stück „Haram“ des holländischen Regisseurs Ad de Bont. Während Haram von einer marokkanisch-holländischen Familie handelt, die in Marokko Urlaub macht und sich dann entscheidet, in dem nordafrikanischen Land zu bleiben, wurde daZwischen auf eine türkische Familie umgemünzt. „Das Stück heißt deswegen so, weil es um den Konflikt zwischen den Generationen und Kulturen geht“, erklärt Dogan.

Spiegel für die Gesellschaft

Der Regisseur möchte darauf aufmerksam machen, dass sich Jugendliche von Eltern und Lehrern oft unverstanden fühlen, dennoch kritiklos alte Traditionen von der vorherigen Generation übernehmen. „Das arabische Wort „Haram“ wird meistens zu Mädchen gesagt, um ihnen etwas zu verbieten. Die Jugendlichen übernehmen es, ohne die Bedeutung des Wortes zu verstehen und ohne es zu hinterfragen“, will Dogan der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten. Die Schauspieler als auch die Besucher sollen so nicht nur in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt werden, sondern aus den Stücken auch Lehren für das Privatleben ziehen.


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