Brutale Raubserie geklärt - sieben Täter teilgeständig (mit Fotoserie)
ST.PÖLTEN. Seit Juni 2015 ermittelt das Landeskriminalamt NÖ gegen eine „mehrköpfige“ Tätergruppe, die sich selbst „Froschbande“ nennt, und im Bundesland NÖ in unregelmäßigen Zeitabständen in Wohnhäuser einbricht und in äußerst brutaler Art und Weise die vorwiegend älteren Hausbewohner schwerst misshandelt, verletzt, beraubt und in einem Fall sogar ermordet haben. Bei einem heiklen Zugriff in der Öffentlichkeit - mitten in Wien - konnten die Verbrecher nun gefasst werden.

Dabei stellte sich heraus, dass die Täter weit mehr am Kerbholz haben, als bisher angenommen. Dabei kundschafteten die Täter bereits ihre Opfer Stunden vor dem Überfall aus, indem sie mit einem Kanister um Wasser baten bzw. durch Fenster ins Innere der Wohnhäuser blickten. Auch handelte es sich meistens um sehr abgelegene Wohnhäuser, die ausschließlich von älteren Personen bewohnt sind. „Die sieben festgenommenen Tatverdächtigen aus Rumänien zeigten sich teilgeständig und wurden über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wr. Neustadt in die dortige Justizanstalt eingeliefert“, heißt es seitens der Polizei im Rahmen einer Pressekonferenz in St. Pölten, bei der sogar Innenminsterin Mikl-Leitner und Beamte einer kooperierenden Polizeieinheit aus München anwesend waren.
Die umfangreichen und intensiven Ermittlungen gegen diese Tätergruppe dauern noch an und es werden weitere ähnlich gelagerten Fällen im In- und Ausland überprüft. Die Tätergruppe steht auch im Verdacht mehrere Einbruchdiebstähle begangen zu haben. Außerdem dürften weitere Mittäter noch flüchtig sein, nach denen gefahndet wird.
1) Tat am 28.06.2015, gegen 04.40 Uhr, im Gemeindegebiet von Alland, Bezirk Baden. An diesem brutalen Raubüberfall waren 4 teilmaskierte Täter beteiligt, welche durch das Bad-Fenster in das Objekt einbrachen. Das Ehepaar wurde in der Folge durch massive Faustschläge und Fußtritte schwer misshandelt, wobei ein 72-jähriger Mann mehrere Gesichtsfrakturen und Rippenbrüche erlitt und mit dem Notarzt in das Landesklinikum Baden eingeliefert werden musste. Die Täter flüchteten, nachdem sie das Ehepaar im Schlafzimmer einsperrten, mit einem vierstelligen Eurobetrag in bar und minderwertigem Schmuck. Die 48-jährige Frau des Schwerverletzten sprang in der Folge aus dem Fenster und holte Hilfe.
2) Tat am 18.07.2015, gegen 03.00 Uhr, im Gemeindegebiet von Puchberg am Schneeberg, Bezirk Neunkirchen. Dieser Überfall wurde ebenfalls von 4 Tätern vorgenommen, wobei 2 Täter durch das Bad-Fenster in das Objekt eindrangen und eine alleine anwesende 69-jährige Frau im Schlaf überfielen. Sie wurde mit einem Küchenmesser bedroht und durch brutale Faustschläge und Tritte misshandelt. POSTL erlitt schwere Gesichtsverletzungen und musste im Landesklinikum Neunkirchen behandelt werden. Die Täter erbeuteten einen zweistelligen Eurobetrag in bar, Eheringe und Modeschmuck. Das Küchenmesser blieb am Tatort zurück.
3) Tat am 26.08.2015, gegen 21.30 Uhr, im Gemeindegebiet von Strengberg, Bezirk Amstetten. An dieser Home-Invasion waren 5 Täter beteiligt, wobei 4 in das Objekt eindrangen und ein Täter vor dem Wohnhaus im Fluchtfahrzeug Aufpasserdienste leistete. Die Täter verwendeten als Tatwaffen zwei Messer und zwei ca. 1,5 Meter lange Äste, welche sie von einem Baum im Garten abgebrochen hatten. Eine 72-jährige Frau wurde massiv mit den Holzknüppeln geschlagen und mit Füßen getreten. Auch wurde ihr zeitweise Nase und Mund zugehalten, wodurch sie zu ersticken drohte. Weiters wurde sie ständig mit dem Umbringen bedroht. Durch die brutale Vorgangsweise erlitt die 72-Jährige Serien-Rippenbrücke, sowie Frakturen und Platzwunden im Gesicht, weshalb sie im Landesklinikum Amstetten stationär behandelt werden musste. Die Täter erbeuteten lediglich einen dreistelligen Eurobetrag in bar und Silberschmuck.
4) Tat am 31.08.2015, gegen 00.30 Uhr, im Gemeindegebiet von Reichersberg am Inn, Bezirk Ried/Innkreis, OÖ. Diesen Raubüberfall verübten 5 teilmaskierte Täter, wobei 4 durch Aufbrechen des Küchenfensters in das Objekt eindrangen und ein Täter vor dem Wohnhaus im Fluchtfahrzeug wartete. Zwei Täter bedrohten eine 58-jährige Frau und ihre 83-jährige Mutter mit einem Messer und Holzknüppel und schlugen mehrmals auf sie ein, während die beiden anderen Täter das gesamte Wohnhaus nach Wertgegenständen durchsuchten. Die beiden verletzten und geschockten Opfer wurden in der Folge in ein Zimmer gesperrt und die Täter flüchteten mit einer mit einem zweistelligen Eurobetrag in bar, einem Ehering und Modeschmuck. Die Opfer konnten sich durch „Flucht“ aus dem Kinderzimmerfenster selbst befreien.
5) Tat und versuchte Vergewaltigung am 03.09.2015, gegen 22.15 Uhr, im Gemeindegebiet von Wila im Weiler, Kanton Zürich, Schweiz. An dieser Straftat waren 8 Täter beteiligt, wobei 5 Täter in das Einfamilienhaus einbrachen, ein Täter vor dem Haus Aufpasserdienste leistete und zwei Täter die beiden Fluchtfahrzeuge lenkten. Das 78-jährige Opfer wurde in der Folge mit einem Sessel niedergeschlagen und es kam auch zu einem Vergewaltigungsversuch. Anschließend wurde das verletzte Opfer an Händen und Füssen gefesselt und mehrmals mit dem Umbringen bedroht. Auch forderten die Täter „Money, Safe“ und flüchteten schließlich mit einer Beute in einem dreistelligen Betrag in Schweizer Franken und drei Goldmünzen.
6) Raubmord am 05.09.2015, gegen 00.10 Uhr, im Gemeindegebiet von Seefeld, Bayern, Deutschland. An dieser äußerst brutalen Straftat waren insgesamt 8 Täter beteiligt, wobei 5 Täter die unmittelbare Tat ausführten, eine Person im Garten Aufpasserdienste leistete und zwei Personen die Fluchtfahrzeuge lenkten. Ein 72-jähriger Mann wurde durch Hundegebell aufmerksam und verließ das abgelegene Wohnhaus durch die Terrassentüre, wobei er im Freien auf die Täter traf. Diese schlugen in der Folge mit Eisenstangen und Holzprügel massiv auf ihn ein und zerrten ihn in das Haus zurück. Dort wurde auch seine 67-jährige Frau brutalst niedergeschlagen und misshandelt. Die Täter traten auch mit Füssen auf ihre Opfer ein und sperrten anschließend das schwerst verletzte Ehepaar in eine Abstellkammer ein. Die Täter verkeilten die Tür noch mit einem Tisch, um den Opfern jegliche Flucht unmöglich zu machen. In der Folge durchsuchten die Täter das gesamte Wohnhaus und flüchteten mit Bargeld und Schmuck in unbekannter Höhe. Beide Opfer konnten erst zwei Tage später von einem Zeitungsausträger aus der Abstellkammer befreit werden, wobei der 72-Jährige bereits seinen schweren Verletzungen erlegen war. Die 67-Jährige wurde schwerst verletzt in das Krankenhaus eingeliefert.
7) Tat am 06.09.2015, gegen 22.30 Uhr, im Gemeindegebiet von Gänserndorf, Bezirk Gänserndorf, NÖ. Bei dieser Home-Invasion waren ebenfalls 8 Täter beteiligt, wobei 5 Täter in das Wohnhaus einbrachen, ein Täter im Garten Aufpasserdienste leistete und zwei Täter die beiden Fluchtfahrzeuge lenkten. Das 87-jährige Opfer wurde von den Tätern mehrmals ins Gesicht geschlagen, wodurch sie diverse Prellungen erlitt. Auch wurde ihr eine Axt an den Hals gehalten und sie mit dem Umbringen bedroht. Die Täter durchsuchten das gesamte Wohnhaus und raubten einen dreistelligen Eurobetrag in bar und zwei Goldketten, welche sie dem Opfer vom Hals nahmen. Bevor die Täter mit der Beute flüchteten, sperrten sie die 87-Jährige in den Keller und verkeilten die Türe mit einem Tisch. Das Opfer konnte sich nach einiger Zeit selbst befreien und Hilfe holen. Die Tatwaffe (Axt) wurde am Tatort zurück gelassen.


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