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Himbeerpflücker: Nach der Vorstellung wurde gefeiert

Leserartikel Werner Pelz, 18.01.2016 16:07

ST. PÖLTEN. Nicht selten wird in unseren Breiten über „die gute alte Zeit“ geplaudert und diese wieder herbeigesehnt. So auch im österreichischen “Bad Brauning“, das Autor Fritz Hochwälder zu einem Synonym für den Umgang mit österreichischer Geschichte vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg machte.

Noch-Intendantin Bettina Hering, Miriam Popper-Hochwälder & Ensemble. Foto: Privat/LTNÖ
  1 / 5   Noch-Intendantin Bettina Hering, Miriam Popper-Hochwälder & Ensemble. Foto: Privat/LTNÖ

In Bad Braunig profitierten viele vom Zweiten Weltkrieg und bedauern Jahre nach Kriegsende den Verlust dieser einträglichen Zeit. Da ist etwa der Bürgermeister und Besitzer des Gasthauses „Zum weißen Lamm“, der seinen seinen Wohlstand auf zwei Kisten Zahngold gründet, die ihm in den Wirren der letzten Kriegstage vom sogenannten Himbeerpflücker anvertraut wurden. Dieser ehemalige Scharführer kommandierte während des Krieges Gefangene zum Himbeerpflücken in einen Steinbruch, um sie dort zu erschießen. Als nun das Gerücht die Runde macht, dass er in der Nähe des Dorfes gesichtet wurde, kommt es zu unterschiedlichen Reaktionen: Während Steisshäuptl zunächst um den Ruf des Dorfes, die Tourismuszahlen und „sein“ Zahngold besorgt ist, kündigt der Vorsitzende des Kameradschaftsbundes sofortige Unterstützung an. Als der vermeintliche Himbeerpflücker plötzlich im Gasthaus auftaucht, buhlen alle Dorfhonoratioren ungeniert um die Gunst des Nazi-Granden. Von allen Seiten umgarnt, stößt er bald auf viele Leichen, die in Bad Brauning noch im Keller liegen.

Regisseurin Cilli Drexel, Bühnenbildnerin Christina Mrosek und Kostümbildnerin Janine Werthmann, die am Landestheater Niederösterreich bereits die beachtenswerte Inszenierung von Arthur Millers Hexenjagd umsetzten, beschäftigten sich erneut mit einem heiklen Stoff, der allerdings vom österreichischen Dramatiker Fritz Hochwälder (Jahrgang 1911, 1938 in die Schweiz geflüchtet) als Satire verfasst wurde. 

Nach der umjubelten Premiere im Landestheater musste natürlich auch ausgiebig gefeiert werden. Die Darsteller, ihre Fans und natürlich auch Noch-Intendantin Bettina Hering freuten sich gemeinsam über den Erfolg.


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