Straßenbahnprojekt mit VCÖ-Mobilitätspreis ausgezeichnet
ST. PÖLTEN/GMUNDEN. Otfried Knoll ist Leiter des Departments Bahntechnologie und Mobilität der FH St. Pölten sowie Obmann des Vereins Pro Gmundner Straßenbahn. Dieser setzt sich seit 1989 für den Erhalt und den weiteren Ausbau der Straßenbahn in Gmunden ein. Heute wurde das Projekt „Pro Gmundner Straßenbahn. Vision – Engagement – Realität“ des Vereins mit dem VCÖ-Mobilitätspreis Oberösterreich ausgezeichnet.

Die Stadt Gmunden besitzt eine der kleinsten, ältesten und steilsten Straßenbahnen der Welt. Schon 1894 in Betrieb genommen, verbindet die Bahn den weitab gelegenen ÖBB-Bahnhof mit dem Stadtkern am Traunsee. 1975 wurde die Innenstadtstrecke verkürzt, die Frequenz ging dramatisch zurück. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Stadt mit dem ÖBB-Bahnhof und den Bahnhöfen Traundorf und Seebahnhof drei Bahnhöfe, die nicht durch öffentliche Verkehrsmittel miteinander verbunden waren.1988 drohte die gänzliche Einstellung der Straßenbahn, um noch mehr Platz für den Autoverkehr zu schaffen.
Aus einer Privatinitiative von Otfried Knoll wurde im Jahr 1989 der Verein Pro Gmundner Straßenbahn gegründet. Seit 1990 wurden bereits mehrere Ausbauphasen umgesetzt. So wurde die Regionalbahn Gmunden-Vorchdorf in Gmunden zum Seebahnhof verlängert und wurden in den letzten Jahren Straßenbahn und Regionalbahn mit Landesmitteln auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Der Verein Pro Gmundner Straßenbahn hat durch vielfältige Initiativen und Mitfinanzierung wesentlich dazu beigetragen.
Seit 2013 wird nun das vom Land Oberösterreich, der Stadt Gmunden und dem Verkehrsunternehmen Stern & Hafferl getragene Bauprojekt „Stadt.regio.tram Gmunden-Vorchdorf“, das die Straßenbahn mit der Regionalbahn Gmunden-Vorchdorf verbindet, umgesetzt. Drei innerstädtische Streckenabschnitte sind bereits fertiggestellt. Die aktuelle Bauphase umfasst auch den Neubau Traunbrücke, der soeben begonnen wurde und 2018 abgeschlossen sein soll. Auch dieses Projekt wurde vom Verein Pro Gmundner Straßenbahn initiiert.
Die Departments Bahntechnologie und Mobilität sowie Medien und digitale Technologien der FH St. Pölten erstellten für das Bahnprojekt eine 3D-Visualisierung der künftigen Stadtdurchfahrt. Studierende aus Österreich, Polen, Spanien und der Türkei arbeiteten dabei in einem sogenannten European Project Semester zusammen, bei dem Studierende mehrerer Hochschulen ein Semester lang ein Projekt entwickeln.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden