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St. Pöltner reiste bereits 21 Mal für Entwicklungsprojekt "RESI" in den Kosovo

Thomas Lettner, 22.03.2017 20:00

ST. PÖLTEN. Wenn man den Namen „Resi“ hört, denkt man sofort an Landwirtschaft oder Traktoren. Passend dazu bezeichnen diese vier Buchstaben ein landwirtschaftliches Entwicklungsprojekt im Kosovo, bei dem der St. Pöltner Jürgen Erber als externer Experte mitarbeitet.

  1 / 2   Jürgen Erber (2.v.r.) zur Strukturanalyse in der Gemeinde Ranilug im November 2016. Fotos: Jürgen Erber

RESI steht für „Rural Economic Sustainability Initiative“ (ländliche wirtschaftliche Nachhaltigkeits-Initiative). Ziel des Projekts ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirte und nahrungserzeugender Unternehmen im Kosovo zu fördern, um die landwirtschaftliche Entwicklung, die Nachhaltigkeit, die Job-Situation und die Erträge in vier Projekt-Kommunen zu verbessern. So werden in der Hauptstadt Priština und in den drei Gemeinden Novo Brdo, Kamenica und Ranilug Wirtschaftsservicestellen für die Landwirtschaft mit rund 10.000 Farmen aufgebaut und rund 750 Landwirte unterstützt. Gefördert wird das Projekt durch die Österreichische Entwicklungshilfe und die Stadt Priština.

Wie eine Bürgerservicestelle

Erber ist hauptberuflich Standortentwickler und verfügt aufgrund seiner Ausbildung an der HTL Krems und der Wirtschaftsuniversität Wien über technisches sowie wirtschaftliches Knowhow. Seine Haupttätigkeiten als Organisationsexperte im Kosovo sind die Koordination der Abläufe in der Servicestelle als auch die wirtschaftliche Schulung von einheimischen Trainern. Diese wiederum unterstützen die Landwirte in verschiedenen Bereichen wie beispielsweise in technischen Fragen, Düngung, Bienenzucht oder in Projektinvestition. „Man muss es sich vorstellen wie eine Bürgerservicestelle, man geht hin und es wird einem geholfen“, berichtet Erber, der seit 2010 bereits 21 Mal in den Kosovo gereist ist.

Nur zum Teil auf westlichem Niveau

„Der Kosovo ist sehr landwirtschaftlich geprägt, dennoch muss das Land sehr viele landwirtschaftliche Produkte importieren“, sagt Erber. Wichtig sei es, dass die Landwirte ihre eigenen Produkte in der nötigen Menge aber auch der nötigen Qualität in die heimischen Märkte bringen. Um das zu erreichen, können kosovarische Landwirte Projektvorschläge einreichen, von denen die besten angenommen und in der Höhe von 50 bis 80 Prozent der Investitionskosten gefördert werden. „Wir versuchen, Vorzeigeprojekte als eine Art „Leuchttürme“ aufzubauen, die den anderen Landwirten als Vorbild dienen und sie investitionsfreudiger machen sollen“, so der 39-Jährige, der den Kosovo zwar nicht als rückständig, jedoch nur teilweise auf westlichem Niveau sieht.

Herausforderungen am Job machen Spaß

Die größten Herausforderungen bei seinem Einsatz im Kosovo sieht Jürgen Erber einerseits in der unterschiedlichen Mentalität als auch in der Art und Weise, wie an Projekte herangegangen wird. Jeder Standort einer Gemeinde habe seine Besonderheiten und man müsse immer individuelle Lösungen entwickeln. „Man kann die Dinge nicht eins zu eins so umsetzen, wie sie in Österreich passieren, aber genau das macht mir so Spaß an diesem Job“, erklärt er. Die kulturellen Unterschiede seien allerdings nicht so groß. „Die Mitarbeiter in den Kommunen sind sehr motiviert und die Altersstruktur ist sehr jung. Gearbeitet wird genauso wie bei uns“, berichtet Erber, der die Kosovaren als sehr gastfreundlich und als sehr offen beschreibt. Von Kriegszuständen sei wie oft fälschlicherweise angenommen wird nichts mehr zu sehen. „Als klassisches Regionalentwicklungsprojekt lassen sich hier viele Dinge sehr konkret und schnell umsetzen. Die Ergebnisse sind sehr bald ersichtlich. Von 2010 bis 2014 waren wir in der Region Suva Reka aktiv, die jetzt im landwirtschaftlichen Bereich als Vorzeigeregion gehandelt wird. So macht es sehr viel Freude, dass man einerseits bereits konkrete Umsetzungen nach kurzer Zeit sieht, andererseits sich nachhaltig wirtschaftliche Erfolge für die Region einstellen“, so Erber abschließend. Nähere Infos zum Projekt gibt es hier.


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