Schulhausromane: Projekte mit Autoren sollen Schülern mehr Spaß am Lesen bringen
ST. PÖLTEN/PYHRA. Die 4A-Klasse der NNÖMS St. Pölten-Wagram stellte am Eröffnungstag des Kinder- und Jugendbuchfestivals im Museum Niederösterreich Ende März seinen Schulhausroman „Chantal, Fernando und all die anderen“ vor. Für das 40 Kurzkapitel umfassende Buch wurden die Schüler von dem Wiener Autor Christian Futscher betreut.

Das Projekt der Schulhausromane entstand 2005 in der Schweiz. Seit 2010 wird es langsam auch in Österreich bekannter. „Die Arbeit an einem Schulhausroman besteht aus drei Teilen“, erzählt Futscher, der bereits zum fünften Mal mit einer Klasse zusammenarbeitete. „Zuerst kommt der Autor an die Schule und schreibt mit den Schülern einen Roman. Dann wird das Buch gedruckt und anschließend auf einer Bühne präsentiert.“ Sechs Doppelstunden dauerte die Arbeit an dem Buch, wobei die Schüler selbst entscheiden konnten, wie sich die Handlung entwickelt.
Gedanken freien Lauf lassen
Um die Schüler besser kennenzulernen, teilte Futscher in der ersten Doppelstunde einen Fragebogen an sie aus. Aus diesem kreierten die Schüler später die Romanfiguren. „Manchmal geht es ziemlich schnell, dass eine Geschichte entsteht“, erzählt Futscher, der während des Projekts selbst kaum in die Handlung eingriff. „Es hat extrem viel Spaß gemacht, weil man seinen Gedanken freien Lauf lassen und einfach drauflos schreiben konnte.
Lesen ist cool
Es gab auch keine Streitereien, jeder hat seinen Teil bekommen, und der wurde dann ins Buch eingefügt“, berichtet die 14-jährige Schülerin Djenna Saadoun, die sich sehr aktiv am Schulhausroman beteiligte. Durch das Projekt fange sie jetzt an, mehr Bücher zu lesen und verriet, vielleicht auch selber eines schreiben zu wollen. „Ich bin von den Schulhausromanen überzeugt, weil es ein wunderschönes Projekt ist“, sagte Futscher. „Den Schülern soll vermittelt werden, dass Lesen cool ist und dass Autoren ganz normale Menschen und keine Wesen von einem anderen Stern sind“, so der Autor.
Schüler entwickeln Handlung für Fantasy-Buch
Ein ähnliches Projekt, das ebenfalls die Lesemotivation heben soll, startete Autorin Christina Frommhund mit den Schülern und Deutschlehrern der Europa-Mittelschule Pyhra schulübergreifend mit der HTL St. Pölten. Das Projekt „Brennpunkt.LESEN“ ging von der Rückmeldung der jungen Leute aus, dass sie gerne spannende Bücher gespickt mit Tricks aus der Fantasiewelt lesen würden. Die Autorin entwickelt infolgedessen gemeinsam mit den Jugendlichen ein Buch, in das deren Ideen eingearbeitet werden.
Fächerübergreifender Unterricht
Frommhund startet mit einer Lesung aus ihrem Fantasy-Buch und lässt dann von den Schülern den Rahmen für die Handlungen entstehen. Nach und nach schicken die Jugendlichen ihre Ideen an die Autorin, die dann in den Folgeband eingearbeitet werden. Zusätzlich zum Buch gibt es Materialien zum fächerübergreifenden Unterricht wie beispielsweise geschichtliche Querverbindungen, mathematische Berechnungen, geografische Tüfteleien und so weiter.


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