Der Round Table 9 St. Pölten - Freundschaft, Streben nach Wissen und Dienst an der Allgemeinheit
ST. PÖLTEN. Der Round Table St. Pölten ist ein Serviceclub ähnlich den Rotary, dem Lions-Club oder den Kiwanis. Der wesentliche Unterschied ist, dass die Mitglieder mit 40 Jahren ausscheiden. Somit werden der Altersdurchschnitt niedrig und der Zufluss neuer Ideen am Laufen gehalten.

Der erste Round Table wurde 1927 von Louis Marchesi – einem Rotarier – in Norwich (England) gegründet. Weil ihn der hohe Altersdurchschnitt seines Clubs störte, schuf er seinen eigenen und führte die besagte Altersgrenze ein. Heute gibt es rund 35.000 Tabler in 60 Ländern. Der Round Table St. Pölten wurde 1963 als insgesamt neunter Round Table Österreichs (RT9) in Krems gegründet. Später wurde er in Round Table Krems-St. Pölten und vor 25 Jahren in Round Table St. Pölten umbenannt. Dabei wurde auch der Tisch von Traismauer in die Landeshauptstadt verlegt. Einen Bezug zu Krems gibt es immer noch, denn obwohl die 23 Mitglieder großteils aus St. Pölten und der umliegenden Region stammen, ist mit Wolfgang Spindelberger derzeit ein Kremser als Präsident in Amt und Würden.
Einsatz für in Not Geratene
Round Tables sind reine Männerclubs. Für Frauen gibt es den Ladies Circle, bei dem die Altersgrenze bei 45 Jahren liegt. Die Hauptaufgaben sind die Pflege der Freundschaft unter den Mitgliedern, der Austausch von Wissen, die Erweiterung des eigenen Horizonts, die Vertiefung internationaler Zusammenarbeit und ganz besonders der Dienst an der Allgemeinheit. „Wir unterstützen in Not geratene Familien und Kinder, wenn das staatliche System nicht mehr greift oder Selbstbehalte zu bezahlen sind“, erklärt Spindelberger. Zu 90 Prozent werden Sozialprojekte in der Region unterstützt. Der Rest verteilt sich auf die Partnernationen Südafrika, Nepal, Mauritius und Sri Lanka, wo Projekten dort ansässiger Round Tables unter die Arme gegriffen wird.
Der Round Table-Benefizlauf
Das Geld für die Sozialprojekte wird von den „Tablers“ aus St. Pölten teilweise aus eigener Tasche bezahlt. Hauptsächlich wird es aber bei Veranstaltungen wie dem im April stattgefundenen Benefizkonzert des Chors der TU Wien im Kulturhaus Wagram oder dem jährlich im Juni stattfindenden Round Table-Benefizlauf eingenommen. Mit dem Geld werden unter anderem die Kosten für Therapien, Bauprojekte, Rehabilitation oder Schulmaterialien übernommen. Auch bei der Charity-Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ engagiert man sich.
Mitglied werden
Wer Mitglied des Round Table St. Pölten werden will, muss mindestens 18 Jahre alt sein. „Die meisten sind aber um die 30, wenn sie zu uns stoßen“, sagt Spindelberger. Potentielle Neumitglieder – sogenannte Aspiranten – werden von bestehenden Mitgliedern angeworben, in der Gruppe vorgeschlagen und zu den Treffen eingeladen. Dann wird im Club abgestimmt, ob der Aspirant aufgenommen wird oder nicht. Wer die Altersgrenze von 40 Jahren überschritten hat, darf ein Ehrenjahr einlegen, falls es ihm angeboten wird. Danach bleibt man „Old Tabler“ oder wird Mitglied im Club 41. Das Stimmrecht in der Hauptversammlung erlischt allerdings nach dem Ausscheiden.
Einladung ins Ausland
Die Treffen des Round Table St. Pölten finden alle zwei Wochen im Clublokal Hotel-Gasthof Graf statt. Dabei wird unter anderem über die zu unterstützenden Sozialprojekte abgestimmt. Nebenbei trifft man sich noch zum gemeinsamen Sporteln, zu Ausflügen wie zuletzt in die NV Arena sowie zu Arbeits- oder Aspirantenmeetings. Wer Tabler werden will, sollte auch gerne reisen. Denn oft finden auf Einladung dort ansässigen Round Tables Veranstaltungen im Ausland statt. 2016 reiste man beispielsweise nach Südindien zu einem Neuner-Nummerntreffen (alle Round Tables mit der Nummer neun).


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden