Vier Vinzerinnen "Frauenzimmer" liefern den Landeshauptstadtwein 2019
ST. PÖLTEN/NUSSDORF OB DER TRAISEN. Im Weingut Preiß in der kleinen Ortschaft Theyern wurde gestern ein Weißweincuvée aus vier verschiedenen österreichischen Weinbaugebieten zum Landeshauptstadtwein 2019 gekürt. Dieser stammt erstmals nicht von Vinzern, sondern von vier Vinzerinnen.

Die vier Weinmacherinnen Michaela Riedmüller, Victoria Kugler, Sabrina Veigel und Viktoria Preiß - besser bekannt als „Frauenzimmer„ - liefern nächstes Jahr den Hauptstadtwein für St. Pölten. Das Quartett lernte sich während des Masterstudiums Internationales Weinmarketing an der FH Burgenland kennen. Ihre Wurzeln liegen in ihren Familienweingütern im Carnuntum (Weingut und Buschenschank Riedmüller), der Wachau (Nebenerwerbsbetrieb der Familie Veigel), dem Neusiedlersee-Hügelland (Weingut Kugler, Vinum Saxum) und dem Traisental (Weinkultur Preiß).
Ohne Fleiß kein Preis
Die Jungwinzerinnen arbeiten tagtäglich in den Weinbaubetrieben ihrer Familien und haben dort zum Großteil schon Führungspositionen übernommen. Sie arbeiten im Weingarten, beim Rebschnitt, den diversen Laubarbeiten, der Bodenbearbeitung oder der Lese mit und sind im Weinkeller, im Verkauf, im Büro oder am Traktor unterwegs.
100 Jahre Frauenwahlrecht
Dass erstmals Frauen den Hauptstadtwein keltern, hat seinen guten Grund. „Vor 100 Jahren waren Frauen weder wahlberechtigt noch konnten sie selbst als Politikerinnen unsere Gesellschaft mitgestalten. Erst 1919 konnten Frauen in Österreich zum ersten Mal wählen und als Politikerinnen aktiv werden. Am 12. November 1918 kurz nach dem Ende des Ersten Weltkrieges war dieses Recht in einem Gesetz festgehalten worden“, erinnerte Bürgermeister Matthias Stadler. Damals wie heute soll ein Zeichen für die Stellung der Frau in der Gesellschaft gesetzt werden.
Vereinigung in einer Weißweincuvée
Aber auch die Bewerbung St. Pöltens als Kulturhauptstadt Europas 2024 in Partnerschaft mit dem Land Niederösterreich spiegelt sich im Hauptstadtwein 2019 der „Frauenzimmer“ wider. Vier große Weinbauregionen werden hier zu einer Weißweincuvée vereint. Damit wird die Bedeutung des Projekts „Kulturhauptstadt 2024“ für das gesamte Land hervorgehoben. „Gerne würde ich mit dem Frauenzimmerwein auf eine erfolgreiche Bewerbung St. Pöltens als Kulturhauptstadt Europas Ende 2019 anstoßen“ so Stadler.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden