Kulturhackathon an der FH St. Pölten macht Daten aus Museen und Archiven sichtbarer
ST. PÖLTEN. An der Fachhochschule St. Pölten fand vor kurzem der zweite OpenGLAM-Kulturhackathon statt. In einem zweieinhalbtätigen Marathon entwickelten Mitarbeiter von Museen, Büchereien, Forschungs- und Kultureinrichtungen kreative digitale Ideen.

Ziel des OpenGLAM-Kulturhackathons war, Daten aus Sammlungen, Bibliotheken, Archiven und Museen sichtbar zu machen. Die Hackathon-Teilnehmer waren für zweieinhalb Tage eingeladen, mit Daten aus dem Fundus des kulturellen Erbes zu experimentieren, Projekte zu entwickeln sowie Vorhaben und Prototypen zu entwerfen. Entstanden sind dabei ein Konzept für verbesserte Suchabfragen in Zeiten von Cloud, Big und Open Data sowie eine Anleitung für den Umgang mit digitalen Realitäten im musealen Kontext.
Moderne Suchabfragen für Museen und Bestände
Ein Team entwickelte einen Ansatz für eine verbesserte Schlagwortsuche, die eine höhere Trefferpräzision und relevantere Ergebnisse liefern soll. Eingesetzt werden dafür sogenannte semantische Technologien, durch die Begriffe mit zusätzlichen Informationen hinterlegt werden. Der neue Ansatz trägt den Namen „S-O-WAS“ – Semantic-Ontology-Web-Applications-Searchform“ und verbindet manuelle und automatische Verschlagwortungen sowie Zettelkataloge mit modernen Informationssystemen und Big-Data-Technologien. Bibliotheken, Sammlungen, Archive und Museen könnten dadurch das Potential ihrer Daten besser nutzen und ihren Kunden eine verbesserte Suche ermöglichen.
Digitale Realitäten im Museum
Letztes Jahr entwickelten TeilnehmerInnen beim OpenGLAM-Hackathon 2017 unter dem Titel „KuKoNÖ – Kultur Kontext Niederösterreich“ Skizzen für eine App, die mittels Geocaching, Storytelling und Spielen Kulturdaten aufbereitet. Dieses Jahr wurde der Ansatz unter dem Begriff „Digitale Realität“ weiterentwickelt. Die Projektidee beschäftigt sich für den Bereich Sammlungen und Museen mit unterschiedlichsten technischen Formaten – von stationären und mobilen Augmented- und Virtual-Reality-Anwendungen im Ausstellungsraum bis hin zu Online-Kollektionen, die Exponate abseits des physisch-musealen Raums zugänglich machen.
Mindmap zum Umgang mit digitalen Realitäten
Experten aus Museen, Sammlungen, Wissenschaft und Entwicklung entwarfen beim Hackathon eine umfassende Mindmap zum Umgang mit digitalen Realitäten im musealen Kontext. Sie soll die Kommunikation zwischen unterschiedlichen Institutionen erleichtern und die inhaltliche und didaktische Bandbreite neuer Projekte nachhaltig verbessern.


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