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Verein 0>Handicap unterstützt Menschen mit Beeinträchtigung bei der Reintegration in den Arbeitsmarkt

Thomas Lettner, 12.07.2017 12:00

ST. PÖLTEN. Aufgabe des Vereins 0>Handicap mit Sitz in St. Pölten ist es, Menschen mit Beeinträchtigungen in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Nachdem die Teilnehmer befristet zwischen 12 und 36 Monaten beim Verein angestellt sind, winkt ihnen bei Eignung eine Übernahme bei einem Unternehmen oder durch das Land NÖ.

  1 / 3   Wolfgang Schwarcz arbeitet bei der Firma Salzer in Stattersdorf als Verpackungs- und Lagermitarbeiter. Fotos: Thomas Lettner

Wolfgang Schwarcz arbeitet seit Oktober 2016 als Verpackungs- und Lagermitarbeiter bei der Firma Salzer in Stattersdorf. Nach einem zweimonatigen Praktikum wurde er als Leiharbeiter übernommen. Täglich verpackt der 28-jährige Kremser Styroporprodukte in Kartons, verklebt sie und stellt sie ins Lager. Auch Reinigungsarbeiten an Maschinen führt Schwarcz durch. Der Job macht ihm Spaß, und es sieht gut für ihn aus, dass er im Herbst fix übernommen wird.

Arbeitsstress führte zu einer schweren Psychose

So rosig wie in der Gegenwart sah es aber nicht immer für Schwarcz aus. Als Jugendlicher verbrachte der Pflichtschul-Absolvent elf Monate im Internat für Schwererziehbare in Hinterbrühl (Bezirk Mödling). „Nicht weil ich selbst schwer erziehbar war, sondern weil dort auch Jugendliche untergebracht sind, die ein Berufsvorbereitungsjahr machen“, erklärt Schwarcz. Danach arbeitete er von Ende 2006 bis Anfang 2007 auf einem Bio-Weingut in Langenlois. Schon nach drei Monaten kündigte Schwarcz wieder und arbeitete anschließend vier Jahre in einer Wäscherei. Darauf war er eineinhalb Jahre in einer Bäckerei in Dürnstein angestellt. Dort wurde Schwarcz, der schon immer depressiv war, der Stress zu viel. Er erkrankte an einer schweren Psychose und litt an Wahnvorstellungen. Die Depression führte zu Konzentrationsschwierigkeiten, die ihn in der Arbeit zusätzlich sehr beeinträchtigten. Schwarcz war zudem energielos, gedankenversunken und führte Selbstgespräche. „Mir ging es damals nervlich sehr schlecht. Ich wünschte mir, eine Arbeit zu haben, die mich ein Leben lang erhalten kann. Das habe ich jetzt bei der Firma Salzer gefunden“, erzählt Schwarcz.

Suche nach einer Wohnung in St. Pölten

Nach einem Aufenthalt im Universitätsklinikum Tulln unterzog er sich 2015 einer Langzeittherapie im Landesklinikum Mauer (Bezirk Amstetten). Dort pflegte er Tiere, was seine Nerven beruhigte. Von nun an ging es bergauf. Schwarcz absolvierte ein Arbeitstraining in einer Tischlereiwerkstatt in Schiltern bei Langenlois, um eine Beschäftigung und eine geordnete Tagesstruktur zu haben. Voriges Jahr nahm der Verein 0>Handicap mit ihm Kontakt auf und führte mit ihm ein Erstgespräch durch. Mittlerweile ist Wolfgang Schwarcz, der sich in St. Pölten sehr wohl fühlt, schon auf der Suche nach einer Wohnung in der Landeshauptstadt. Bei wem er sich bedanken muss, weiß er nur zu gut: „Ich bin dem Verein 0>Handicap sehr dankbar. Er war eine große Hilfe für mich und unterstützt mich sehr“, sagt Schwarcz.


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